




















urban-social gGmbH
eingetragen im HRB 67969 beim
Amtsgericht Berlin-Charlottenburg
Bankverbindung: Berliner Bank AG,
BLZ 100 20000,
Kto.-Nr.: 2088 500 800
Steuernummer ab 01.07.02:
27/602/52107 |

 

"Urbane Jugendkulturen - kreativ und innovativ für Europa. Musik und
Tanz".
Deutsch-Französisch-Russische Jugendbegegnung im August 2009
Mit der Planung
der Deutsch-Französisch-Russischen Jugendbegegnung „Urbane
Jugendkulturen - kreativ und innovativ für Europa. Musik und Tanz“ gelang es
der
urban-social gGmbH, bei Einbeziehung der Jugendinitiative des Hauses „Pro-social“
und bei langfristiger, konzentrierter und auf den Aktionstitel der Maßnahme
bezoge-
ner Ausrichtung, eine gut funktionierende trilaterale Achse
vorbereitender Koordina-
tion und Diskussion in Bewegung zu bringen.
Die Idee für eine trilaterale Jugendbegegnung, die sich in ihren
Inhalten auf das
Thema urbane Jugendkulturen konzentrieren und, insbesondere in ihrem
Projekt-
verlauf („Projekt im Projekt“) gleichsam den Grundsätzen des „Europäischen
Jahres
der Kreativität und Innovation“ entsprechen sollte, erbrachte bereits im
Oktober des
Vorjahres während einer Projektpräsentation der urban-social gGmbH zum
Arbeits
treffen in La Rochelle, ein erstes Interesse an künftiger Zusammenarbeit.
Wesentlich erschien beiden Partnern die in seinen Ansätzen ähnliche
Ausrichtung in
der sozialpädagogischen Arbeit in der Konzentration auf bestimmte
Zielgruppen der
Jugendsozialarbeit).
Zusätzlich zum telefonischen sowie Mailkontakt zur französischen
Partnerorgani-
sation und im ständigen Dialog mit dem Drittlandspartner, dem
Deutsch-Russischen
Haus in Kaliningrad (Russland), gelang es der urban-social gGmbH gut, das
beson-
dere Interesse an der – möglichst auf Dauer und Bestand ausgerichteten -
gemein-
samen Aktion, vordergründig und mit der nötigen Intensität hervorzuheben.
Besondere Aufmerksamkeit legten die Partner aus Saintes und
Marzahn-Hellersdorf
von vornherein auf die gemeinsame Projektarbeit im Begegnungsprogramm.
Hierbei stand die bewusste Konzentration auf Jugendkulturen in ihrem
permanenten
Kontext zu ständiger Partizipation, Kommunikation, Interaktion und
interkulturellem
Lernen im Mittelpunkt.
In diesem Zusammenhang erwiesen sich als die
wichtigsten
Kriterien der Begegnung –
auch hinsichtlich von Programm- und
Projektabläufen,
die ununterbrochenen zwischen-
menschlichen Kontakte der Jugendlichen
untereinander, die Überwindung von Vor-
urteilen, der Abbau sprachlicher Barrieren
sowie das
sich immer wieder erneuernde
Moment im bewussten Erleben des, als „vom
Einzelnen
und seinem Willen in der
Unterordnung zur Mehrheit“ durch Argumentation und
Vor-
schlag beeinflussbar geltende Tagesgeschehen.
Jederzeit und
überall: Spiele zum Kennenlernen und Verstehen. Animation und Kommunikation.

Ein wesentliches Moment des durchgängigen inhaltlich-organisatorischen
Anspruchs
sahen die Leitungsteams in Dissens und Konsens von Austausch, Teamfähigkeit
und Individualität, von Akzeptanz und Widerspruch, von Einheit in der
Vielfalt und
Differenziertheit in der Alltagssituation.
Die gemeinsame Vorbereitung mit der russischen Partnereinrichtung verlief
völlig un-
kompliziert und hatte mit dem besonderen Engagement der verantwortlichen
Mitar-
beiterin im Deutsch-Russischen Haus, Mina Wall, eine gute Grundlage für die
Aus-
richtung und Durchführung der Begegnung.
In der Konzentration auf die wesentlichen Projektformen und –inhalte
motivierte sich
der Drittlandspartner recht unkompliziert. Hier gelang es sehr gut, die Jugendlichen
aus Kaliningrad mit
entsprechenden
Erwartungshaltungen in die Vorbereitung und das
Begegnungsprogramm zu involvieren.
Die Trilateralität – insbesondere im Zusammenhang mit der Einbeziehung
junger
Russ/innen, trug wesentlich zur besonderen Wertung der Maßnahme durch die
Jugend-
lichen aus Marzahn-Hellersdorf sowie Saintes und, in der Umkehrung, die
Teilnahme
von deutschen und französischen Mädchen und Jungen, für eine gesteigerte
Erwartungshaltung bei den Russ/innen, bei.
So konnten bereits in der Vorbereitung unterschiedliche konzeptionelle
Ansätze
sowie inhaltlich-organisatorische Vorstellungen und Ideen diskutiert und für
das Begeg-
nungsprogramm in der Priorität seiner Projektarbeit berücksichtigt werden.
Vielfalt der Kulturen
und Religionen. Links: Gärten der Welt. Rechts: Gespräch in der
Sehitlik-Moschee
Während des Vorbereitungsbesuchs wurden insbesondere solche
Möglichkeiten
genutzt, die sich auf konkrete Bedingungen „vor Ort“ bezogen und in ihrem
Anspruch
an interkulturelle Aktion eine entsprechende Diskussion im Austausch zu
Projekt-
inhalten und –ideen herausforderten.
In diesem Kontext standen insbesondere
die
Gespräche zu inhaltlich-organisatorischen
Fragen, zur Zielgruppenbestimmung,
zum
„Projekt im Projekt“ und zur Methodik der
Anleitung und Motivation im
Vordergrund.
Wesentliches Augenmerk kam hierbei der Partizipation bei gemeinsamer
kreativer und innovativer Aktion in der sozio-kulturellen sowie
sozialpädagogischen
Arbeit zu.
Toleranz- und
Antigewalttrainings mit der OGJ (Operative Gruppe Jugendgewalt), beim
Minigolf in
gemischten Kleinsport-Teams und beim Taekwondo mit dem Vizepräsidenten des
BTV,
Fred Gierschner

Die urban-social gGmbH verwies bereits in der länger- und
mittelfristigen Vorbereitung
auf eine entsprechende Verfügbarkeit in der Anwendung von
Best-Current-Practice
in der Projektentwicklung sowie im Projektmanagement und überzeugte in
Absprache
mit regionalen und kommunalen Partnern (Kooperation mit Einrichtungen und
Ver-
einen der Jugendfreizeit- und sozialarbeit [Jugendklub „Mehrweg“ und
„Kompass“],
der mobilen Straßensozialarbeit [Streetwork „Outreach“], mit Toleranz- und,
insbe-
sondere [sub-]-kulturellen, alternativen und auch in der Berliner
Jugendszene wesent-
lich anerkannten kunstpädagogischen Projekten [„Sport statt Gewalt“ –
Taekwondo
für Toleranz; „Musik und Tanz“ - deutsch-russische HipHop-Crew C.N.R.C. und
deutsch-vietnamesische Street-[Jazz-]dance-Formation „CRAZY CL!MAX“ [Sieger
der Berliner Streetdance-Meisterschaft] in ihren thematischen Ausrichtungen
für
Toleranz und interkulturelle Akzeptanz).
Mit dem Vorbereitungsbesuch der französischen Partnerorganisation vom Centre
Social Bellerive Saintes erfolgte letztlich die Ausrichtung, der „letzte
Schliff“ für die
direkte und unmittelbar geplante Programmaktion im Begegnungsverlauf. In
diesen
Zusammenhängen kam es zur besonderen Motivation für die Teilnehmer/innen und
Akteure, zu weiteren Initiativen und zur Methode-Inhalt-Ziel-Bestimmung im
trilateralen
Kontext.

Kreativ:
Papiermodenschau. Rechts: Animationsspiele zum Kaliningrader Abend
Die Deutsch-Französisch-Russische Jugendbegegnung „Urbane Jugendkulturen -
kreativ und innovativ für Europa. Musik und Tanz“ setzte auf einen, bei den Teilneh-
mer/innen anerkannten und motiviert angenommen Aktionsrahmen, der sehr
bewusst
und konkret auf die Intentionen der Jugendlichen, ihre eigenen Ambitionen
und
Emotionen, ihre Erfahrungen, Sichten und Ideale, ihr Sein in der
natürlichen Umwelt
und im gesellschaftlichen Umfeld zielte.
Hierbei wurden aus der gegebenen
Situation
heraus zusätzliche Möglichkeiten eigen-
dynamischer Betätigung und
individueller
Bestätigung [auch durch Bereitstellung von
Freiräumen] im Team geschaffen
(Graffiti in der Emotion des Programmerlebens,
kreative Eigendarstellungen z. B. durch Gestaltung von Gasbeton-Bausteinen
in ei-
nem gesonderten Kunstprojekt [in
Effizienz und
Kontrast zum Gesamtbild, zur Modi-
fikation individueller Sichten und
Positionen]).
Ein besonderer Stellenwert kam der eigentlichen Workshop-Arbeit in den
Projekten
zu.
Sie erwiesen sich nicht als „Ergänzung“ oder „Extra“ sondern fügten sich
vielmehr
als innovativer Teil in die Ganzheit des Begegnungsablaufs ein. Als
Voraussetzung
für den Erfolg der Jugendbegegnung erwies sich so die detaillierte Planung
und Gestal-
tung von Programmbausteinen, die in ihrer Gesamtheit das eigentliche
Erlebnis und,
den in sich geschlossenen Aktionsinhalt, ausmachten.
Von vornherein galt der Determination und Interpretation einzelner Projektphasen –
immer auch im Anspruch
an
Eigendynamik in den Gruppen und Initiative in den Abläu-
fen - entsprechend
hohe
Priorität.
Die urban-social gGmbH konzentrierte sich sehr deutlich auf die Absicht, den
teilneh-
menden Jugendlichen ihren jeweils individuellen Anteil am Erfolg des
gesamten
Projekts deutlich zu machen.
Vorbereitung und
Präsentation von Nationalitäten- und Regionalküche.
Unten: Französische
Spezialitätenbuffet. Unten rechts: Tanz zum Kaliningrader Abend

Als anerkannt wichtig für das schnelle und unkomplizierte
Miteinander der Jugendli-
chen erwies sich die Methode des einbeziehenden und auf Interaktion und
Inter-
kommunikation ausgerichteten Sprach- und Animationsspiels (in der
Kombination von
Rollen-, Aufbau-, Vertrauens- und Aktionsspiel). Hierbei brachte sich
wiederholt die
Jugendinitiative des Hauses „Pro-social“ ein (und in ihr insbesondere
Jugendliche mit
gut ausgeprägten deutsch-französischen Sprachkenntnissen und animatorischen
Fähigkeiten [hier zeigte sich die Einbeziehung zweier jugendlicher
Deutscher mit
russischem Migrationshintergrund und französischen Schulsprachkenntnissen
aus
dem Sozialraum Marzahn-Nord als „Brücke“ zur dreisprachigen Kommunikation
[deusch-französisch-russisch] im Spiel wie im Projekt als vorteilhaft]).
Die Jugendinitiative bediente sich hierbei ihres eigenen Spiele-Pools für
Animation
und Kommunikation bei Begegnungen sowie auf einschlägige Empfehlungen in
Mate-
rialien des Deutsch-Französischen Jugendwerkes.

Bauchtanz "original orientalisch-berlinerisch" und Spiele als Teile des Programms beim
Deutschen Länderabend
In der Zielsetzung zur Sprachanimation richtete sich die Jugendinitiative
(in engem
Zusammenwirken mit den eingesetzten Sprachmittler/innen und sprachkundigen
Sozialpädagog/innen) auf:
|
- |
die Ermutigung zur
umgänglichen Kommunikation und zum Erlernen eines Minimal-
Sprachwortschatzes zur einfachen sprachlichen Verständigung
|
|
- |
die Forcierung zur
Interessiertheit an der jeweils anderen Sprache …
(insbesondere auch durch das Ungewohnte, Neue, Andere … :
„französischer,
deutscher, russischer HipHop … klingt interessant …") |
|
- |
die Schaffung von
Voraussetzungen zum gemeinsamen Umgang in den Projekt-
Workshops (die einfache Mitteilung, das Wort im Text, „ich, du, er, sie
… meint …
– wir meinen …“) |
|
- |
die Überwindung von
psycho-sozialen Hemmschwellen durch Verständigung
(„… was ich Dir mitteilen will, soll unter uns bleiben …. geht nur uns
etwas an …
soll unser Geheimnis sein … etc.) |
|
- |
die Ermutigung, auch
über die Begegnung in Kontakt zu bleiben (vielleicht auch,
sich über Kontakte noch tiefgründiger mit der jeweils anderen Sprache zu
beschäfti-
gen) |
|
- |
die Wahrnehmung,
dass Sprache in der Begegnungssituation viel einfacher und
lockerer und umgänglicher erlernbar sein kann als „Schulbuch-Sprache im
Unter-
richt“ |
|
- |
die Erlebbarkeit,
dass Sprache Situationen günstig beeinflussen kann |
|
- |
die Unterstützung
des Gefühls, dass es keine „besonders wichtige“ und keine
„besonders weniger wichtige“ Sprache gibt … (einschließlich der
Akzeptanz von
„Jugendsprache“ in der Dimension europäischer Einheit und Vielfalt) |
|
- |
die Erkenntnis, dass
Sprache beiträgt, Handlungskompetenzen zu erweitern und –
bei Jugend nicht unwichtig – sich bei anderen beliebt und anerkannt zu
machen |
|
- |
das Kommunikation
zunächst auch gut ohne fundierte Grammatik und ohne
Schriftform funktionieren kann (z. B.: russisch sprechen ja, russisch
[kyrillisch]
schreiben nein) |
| |
das sich umfassende
Mitteilung und Kommunikation durchaus mit anderen Spra-
chen (z. B. englisch) ergänzen lässt. |
Kommunikations- und
Animationsspiele funktionierten in geplanten
Programm- und
Nationalitätenabenden wie auch „aus der jeweiligen
Situation“ heraus
(Workshop-
Pausen, Wartezeiten im Programm [z. B. an Haltestellen von Bus
und
Bahn] unkompli-
ziert.
In jedem Fall ist Animations- und Kommunikationsspiel, wenn richtig
vorbereitet und
mit dem nötigen Engagement realisiert, mit sehr viel Spaß und Freude
verbunden,
fördert den Gruppenzusammenhalt und die Begegnungsdynamik.
Diese
Erkenntnis
machte die ununterbrochene Einbindung des interaktiven Spiels in
den
Programmalltag,
in offenkundig eigener Regie befähigter jugendlicher Animateure,
besonders wichtig.
Als entscheidend für den Erfolg von Kommunikations-, Sprach-,
Vertrauens- und Ani-
mationsspiel erwies sich die Einbeziehung möglichst aller
Teilnehmer/innen (so auch
z. B. beim Demokratie-/Parlamentsspiel, im Dialog-/Aktionsspiel, beim
Kennenlern-
und Ratespiel).
Nicht zuletzt zeigten sich auch die Workshops offen für Sprache und
Kommunikation.
Über den notwenigen Dialog zu mehrsprachigen Text-Bausteinen, dem
Gedanken- und
Erfahrungsaustausch bis hin zum praktischen Detail der Projektarbeit kam
es hier
zum interkulturellen Miteinander im innovativen „Lernen durch
gemeinsames Erleben“.
In der Motivation „zur Sache“ sowie der inhaltlichen und
methodischen Reflexion des
Gesamtanliegens der Begegnung und seiner „Projekte im Projekt“ gelang es
dem
Betreuer/innen wie auch den Workshop-Leitern und der Jugendinitiative
des Hauses
„Pro-social“ gut, mobilisierend und als Teil übergreifender
Gruppendynamik, zu handeln.
Ganz wichtig: Bereits in der Anfangsphase der Begegnung kam es zu
eindeutigen
Freundschaftsbekundungen und zunehmender Gruppenvermischung.
In der Vorbereitung des Programms wie auch in deren Umsetzung setzte die
urban-
social gGmbH auf
Vielfalt und
spezielle, interkulturelle Komplexität und Dynamik in
der Einheit von Innovation, Nachhaltigkeit und Aktion im Zusammenhang
mit der
Programmgestaltung im Einzelnen sowie dem bewussten Erleben des Alltags
in sei-
ner Gesamtheit. Die Einordnung der Projekte und Workshops setzen die
aktive Ausein-
andersetzung der Jugendlichen im Gesamtprogramm voraus.
So kam dem Erleben europäischer Jugendfreundschaft in der ganzheitlichen
Determi-
nation von Chancengleichheit und interkulturellem Dialog, von
integrativem und solida-
rischem Miteinander im Kontext einheitlicher und verschiedener
Voraussetzungen
sowie Interessen entsprechende Bedeutung zu.
Workshoparbeit HipHop und Streetdance

In diesem Zusammenhang stand vor allem auch die Diskussion um
Befindlichkeiten
der Jugendlichen „in dieser (ihrer) Welt“, ihre Wahrnehmungen,
Widersprüche und
Ideale.
Ein besonderer Bezug fand sich in dieser Begegnung dann auch zu
Ambivalenzen
hinsichtlich historischer Entwicklungen seit dem Fall der Berliner Mauer
und im
zusammenwachsenden Europa. Positive Resonanz fand dabei insbesondere
auch die
sehr eindeutige Position für ein gemeinsames Europa der Jugend durch die
Kalinin-
grader Gruppe. Die russischen Jugendlichen integrierten sich von
Anbeginn der
Begegnung in das Programm, wirkten mobilisierend auf die anderen Teams
und ver-
standen es ausgezeichnet, den nationalen/regionalen Hintergrund in das
Europäische
Moment der Gemeinsamkeit zu stellen.
Bei entsprechender Motivation und dem eigenen Antrieb zur Aktion
verstanden es die
Jugendlichen gut, eigene Ideen umsetzen ihr individuelles Charisma im
gemeinschaft-
lichen Anspruch an die (groß-)städtischen, urbanen Kulturformen der
Jugend (Street-
dance, HipHop, Sprache und Erlebnis) einzubringen.
Besonders wichtig war hierbei auch die Wahrnehmung der zuverlässigen
Partnerschaft
aller Teamer/innen für die Gesamtheit der Begegnung und Projekte.
Links: Auseinandersetzung mit deutscher
Geschichte. Blumenniederlegung an der Gedenkstele für
europäische Opfer faschistischer Zwangsarbeit.
Rechts: "französisches" Graffiti zum "Mauer"-Thema. Liebeserklärung an
Berlin.
Unten: "Nebenbei". Kunstprojekt (kreative Bearbeitung von
Gasbeton-Steinen)

Mit der Teamkonstellation der Gruppen und deren Motivation, der
inhaltlichen Aus-
richtung und tanz- bzw. musikpädagogischer Anleitung sowie der
organisatorisch-
technischen Gegebenheiten „vor Ort“ wurde es möglich Projektergebnisse
zu präsen-
tieren, die einerseits ihren „Stoff“ durch die Jugendlichen selbst
erhielten und anderer-
seits das Erlebnis Jugendbegegnung in Berlin sehr eindrucksvoll und in
hoher künst-
lerischer Qualität wiedergaben.
In der Choreografie des Streetdance-Projekts „Wir hier
– 3 x in Berlin“ (einer gelungenen „Tanz-Performance im
Young-Euro-Stil“) als vor allem
auch im Drei-Sprachen-Rap-Song „… zeig uns diese Welt“ kommen die
Befindlich-
keiten, Ideale und Hoffnungen der Jugendlichen bestens zum Ausdruck. Sie
zeigen
sich hier offen und unbekümmert, sehen sich selbst in ihrer Welt, suchen
Wege und
finden Freunde.
Sowohl
der Tanz als auch der Rap-Song „… zeig uns diese Welt“ fanden bei
verschie-
denen spontanen Aufführungen zum Abschluss der Begegnung in Berlin
(Berlin –
unsere Bühne: Aufführungen vor dem Reichstag, vor dem Brandenburger
Platz [Pariser
Platz], auf dem Potsdamer Platz und auf dem Alexanderplatz) Beachtung,
Zuspruch
und Anerkennung.
Positiv für den Begegnungsverlauf wirkte sich insgesamt die
Themenvielfalt in seiner
Ausrichtung auf Toleranz, Akzeptanz und innovatives Miteinander in den
Methoden
der Durchführung (Workshop-Charakter als Plattform gemeinsamen Erlebens
einzelner
Programminhalte [Musik, Kultur und Kunst, interaktives Lernen etc.])
aus, die mit der
Projekterwartung der Teilnehmer/innen verbunden war.
Im Verlaufe der Begegnungstage wurde eine breite Vielfalt von Maßnahmen
realisiert,
die im Kontext eigener Ansprüche und Vielfalt standen.
Vordergründig fanden
hierbei lokale, nationale, gesamteuropäische als auch trilaterale
sowie kulturelle Themen in der Symbiose von innovativem Lernen und
Nachhaltigkeit
bei der eigenen, wechselseitigen Identitätsfindung, Berücksichtigung.
Ganz besonderen Eindruck hinterließen die Nationalitätenabende der
deutschen, der
französischen und der russischen Gruppe. Während sich die Jugendlichen
aus Mar-
zahn-Hellersdorf mit ihrer Küche, ihren Programmen und Präsentationen
recht modern
darstellten, überraschten die Freunde aus Kaliningrad mit
regional-folkloristischen
Tänzen (mit enormen Aufwand) und beeindruckender russisch-traditioneller
Küche.
Die Nationalitätenabende erwiesen sich einerseits als wichtig für den
Zusammenhalt
der Gruppen im Ensemble der Gesamtheit aller Teilnehmer/innen und
anderseits gingen
von ihnen Impulse für Öffnung der Gruppen nach außen aus (Sympathien,
eigene
Spielideen, Animationen).

Innovativ: Hanf als Kulturpflanze. Besuch des Berliner Hanfmuseums.
Unten:
Demokratie erlebbar machen: Besuch im Berliner Abgeordnetenhaus
Die Beabsichtigung, über die unterschiedlichen Interessen, Fähigkeiten,
(Welt-) und
Wertorientierungen und (An-)sichten sowie physischen und psychischen
Voraus-
setzungen der Mädchen und Jungen ein sich ausprägendes Engagement im
Mit-
und Füreinander anzuregen und Grundlagen für stabile und dauerhafte
Freundschaften
und Bindungen der Jugendlichen zu schaffen, ging gut auf.
Grundlage des methodischen Herangehens an die einzelnen Maßnahmen war
die
gemeinsame Vorbereitung (die Idee, die gemeinsame Position), die
Motivation (gemein-
same Beratung und kontroverse Diskussion), die Initiative, die
gemeinsame Auswer-
tung und die Erarbeitung von Schlussfolgerungen.
Im Mittelpunkt der Jugendbegegnung, die insgesamt begeistert
gewertet und nachhaltig
wahrgenommen wurde, standen Inhalte, Formen und Methoden, die sich
eignen, Kommunikation und Partizipation im interkulturellen Miteinander
zu forcieren und
das sozial-interaktive Moment von Dissens und Konsens im Kontext von
Motivation,
Integration und interkulturellem Lernen zu befördert.
Eine wichtige Rolle kam der gemeinschaftlichen Aktion die Spaß macht und
zu
neuen Erkenntnissen führt, zu. Gerade hier bewährte sich das Spiel, der
spielerisch-
kommunikative Aspekt in der Vielfalt seiner Möglichkeiten. In den
interdisziplinären
und interaktiven Methoden der Animation und Kommunikation sowohl im
Gemein-
schaftsspiel als auch in der teamübergreifenden Projektarbeit kamen
immer wieder
das kreative und innovative Moment zum tragen (Papiermodenschau,
gemeinsames
Kochen und Programmgestaltung zu den Nationalitätenabenden, Lösung von
Aufgaben
in gemischten Kleingruppen bei der Berlin-Stadtrallye etc.).
Erkundung der Szene
Berlins: City by night
Besondere
Aufmerksamkeit und Anerkennung fand das Bekenntnis, die dokumenta-
rische Bezugnahme und die ehrliche Distanz der Jugendlichen aus
Marzahn-Hellerdorf
zu Faschismus und Krieg als Teil deutscher Geschichte.
Der eigentliche
Zusammenhang hierfür fand sich vor allem im gemeinsamen Besuch
des
Parkfriedhofs Marzahn
mit seinen Ehrenmälern und Gedenkstätten (Gedenkstätte
für die Opfer des Faschismus der Region, Gedenkstätte für junge polnische Zwangs-
arbeiterinnen,
Gedenkfriedhof für die europäischen Opfer nationalsozialistischer
Zwangsarbeiter/innen (einschl.
Blumenniederlegung), Gedenkstätte für die ermordeten
Sinti und Roma
(ehemaliger
Marzahner „Zigeunerrastplatz“ der Nazis), Sowjetisches
Ehrenmal) aber
auch während der gemeinsamen Citytour und bei der Bewältigung von
Gruppenaufgaben bei der
Cityrallye.
Ein wichtiges Thema
der Auseinandersetzung mit der jüngeren deutschen und euro-
päischen Geschichte kam den Themen der Teilung Berlins im Ergebnis des
2. Welt-
krieges und der Überwindung der Teilung durch den Mauerfall vor 20
Jahren zu.
Hier interessierten besonders die Bezugnahme und Diskussion auf die
reale Situation
vor und nach dem Mauerfall und die Rolle der Alliierten. Das
ursprüngliche Interesse
zum Thema ging allerdings eher von der russischen, weniger von der
französischen
oder deutschen Gruppe aus und transportierte sich über entsprechend
interessante
Angebote von Dokumentation und Diskussion (Ausstellung, Film und
Gespräch im
Berliner Abgeordnetenhaus etc.).
Öffentliche Präsentation des Ergebnisses des Streetdance- und des
HipHop-Projektes in Berlin
(oben: Pariser Platz, unten: vor dem Reichstag)
In
ihren Projekten „verarbeiteten“ die Jugendlichen aus
Marzahn-Hellersdorf, aus
Saintes und Kaliningrad die individuellen Empfindungen und Eindrücke und
„verpackten“
sie in ihren europäischen Zukunftsvisionen und Weltsichten.
Die Jugendlichen haben
ihren Blick auf Europa gründlich erweitert. So konnte z. B.
die ursprünglich sehr realitätsferne und z. T. völlig obskure Sicht der
französischen
Gruppe auf Russland grundlegend korrigiert werden.
Sowohl über das Erleben
des Programmalltags als besonders auch über das „Projekt
im Projekt“ fanden die Mädchen und Jungen nicht nur schnell und
unkompliziert
zusammen sondern entstanden nachhaltige Impulse für künftige Kontakte
und dauer-
hafte Freundschaften.
Der anhaltende Gedankenaustausch, die Erinnerung und die Diskussion zur
Begeg-
nung ist unter anderem in etlichen Blogs bzw. so genannten sozialen
Networks (Face-
book etc.) und Internet-Communitys, nachvollziehbar.
Die Partizipation der Jugendlichen an Vorbereitung, Durchführung und
Auswertung
erfolgte mit ihrer direkten und unmittelbaren
Einbeziehung/Entscheidungsfindung in die
Begegnung, ihrer „Rolle“ als eigentliche Akteure (eigener Anspruch an
Teamarbeit,
Kommunikationsfähigkeit, Konfliktbewältigung …).
Sie waren der
Ausgangspunkt des
Gesamtprojekts, standen in deren Mittelpunkt und erwiesen sich letztlich
auch als
ursächlichen Adressaten der Wirkungen, die von ihnen selbst, von den
gemeinsamen
Aktivitäten ausgingen.
Die Teilnehmer wurden im und mit dem Programm der Begegnung
befähigt, mit
gesellschaftlicher Pluralität umzugehen, sich in kultureller Vielfalt zu
öffnen (multikul-
turelle und multiple Identität jedes/r Einzelnen in der Interaktion mit
dem Begeg-
nungsumfeld) und in der Wahrnehmungsfähigkeit und Sensibilität für
Unterschiede
und Gemeinsamkeiten zu üben.
Im abschließenden Feedback der Begegnung bekannten sich die Jugendlichen
in sehr
beeindruckenden Worten zueinander, berichteten von neuen Freundschaften
und
zeigten sich leidenschaftlich und unverkennbar Stolz im Fazit auf die
individuellen und
vor allem gemeinschaftlichen Ergebnisse der Projektarbeit.
In
Anwesenheit der Jugendstadträtin von Marzahn-Hellerdorf, Dr. Manuela Schmidt,
präsentierten
sie sich in
HipHop und Streetdance im Resümee der Begegnung und
unterstützen die Einschätzung der Bezirkspolitikerin, dass die Ergebnisse dieser
Begegnung ganz
besondere öffentliche Aufmerksamkeit verdienen.
In diesem Zusammenhang
richteten sie sich
vor allem auch an die Politik selbst, an das
Deutsch-Französische
Jugendwerk, die
urban-social gGmbH und die Jugendinitiative
des Hauses „Pro-social“.
Die Jugendstadträtin forderte die Mädchen und Jungen aus
Marzahn-Hellersdorf,
Saintes
und Kaliningrad auf, die Erinnerungen an die Begegnung in Berlin nicht
nur
einfach mitzunehmen sondern sie auch populär und nachvollziehbar
zu machen.
Plakat zur Jugendbegegnung (als jpgDatei;
Original DIA A0 - reduziert auf DIN A4)
Hans-Jörg Muhs
urban-social gGmbH |
|
|











gemeinnützige
Wohnheimgesellschaft mbH
Blumberger Damm 12/14
12683 Berlin
Geschäftsführung:
Dr. Jürgen Koch
Telefon: 030 / 56 29 26-0
Fax: 030 / 56 29 26 20
e-mail: info@pro-social.de

barrierefrei
|
|