urban-social gGmbH
eingetragen im HRB 67969 beim
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"Urbane Jugendkulturen - kreativ und innovativ für Europa. Musik und Tanz".
Deutsch-Französisch-Russische Jugendbegegnung im August 2009

     


Mit der Planung der Deutsch-Französisch-Russischen Jugendbegegnung „Urbane
Jugendkulturen - kreativ und innovativ für Europa. Musik und Tanz“ gelang es der
urban-social gGmbH, bei Einbeziehung der Jugendinitiative des Hauses „Pro-social“
und bei langfristiger, konzentrierter und auf den Aktionstitel der Maßnahme bezoge-
ner Ausrichtung, eine gut funktionierende trilaterale Achse vorbereitender Koordina-
tion und Diskussion  in Bewegung zu bringen.  

Die Idee für eine trilaterale Jugendbegegnung, die sich in ihren Inhalten auf das
Thema urbane Jugendkulturen konzentrieren und, insbesondere in ihrem Projekt-
verlauf („Projekt im Projekt“) gleichsam den Grundsätzen des „Europäischen Jahres
der Kreativität und Innovation“ entsprechen sollte, erbrachte bereits im Oktober des
Vorjahres während einer Projektpräsentation der urban-social gGmbH zum Arbeits
treffen in La Rochelle, ein erstes Interesse an künftiger Zusammenarbeit.

Wesentlich erschien beiden Partnern die in seinen Ansätzen ähnliche Ausrichtung in
der sozialpädagogischen Arbeit in der Konzentration auf bestimmte Zielgruppen der
Jugendsozialarbeit).

Zusätzlich zum telefonischen sowie Mailkontakt zur französischen Partnerorgani-
sation und im ständigen Dialog mit dem Drittlandspartner, dem Deutsch-Russischen
Haus in Kaliningrad (Russland), gelang es der urban-social gGmbH gut, das beson-
dere Interesse an der – möglichst auf Dauer und Bestand ausgerichteten - gemein-
samen Aktion, vordergründig und mit der nötigen Intensität hervorzuheben.

Besondere Aufmerksamkeit legten die Partner aus Saintes und Marzahn-Hellersdorf
von vornherein auf die gemeinsame Projektarbeit im Begegnungsprogramm.
Hierbei stand die bewusste Konzentration auf Jugendkulturen in ihrem permanenten
Kontext zu ständiger Partizipation, Kommunikation, Interaktion und interkulturellem
Lernen im Mittelpunkt.
In diesem Zusammenhang erwiesen sich als die wichtigsten Kriterien der Begegnung –
auch hinsichtlich von Programm- und Projektabläufen, die ununterbrochenen zwischen-
menschlichen Kontakte  der Jugendlichen untereinander, die Überwindung von Vor-
urteilen, der Abbau sprachlicher Barrieren sowie das sich immer wieder erneuernde
Moment im bewussten Erleben des, als „vom Einzelnen und seinem Willen in der
Unterordnung zur Mehrheit“ durch Argumentation und Vor-
schlag beeinflussbar geltende Tagesgeschehen.


  

Jederzeit und überall: Spiele zum Kennenlernen und Verstehen. Animation und Kommunikation.




Ein wesentliches Moment des durchgängigen inhaltlich-organisatorischen Anspruchs
sahen die  Leitungsteams in Dissens und Konsens von Austausch, Teamfähigkeit
und Individualität, von Akzeptanz und Widerspruch, von Einheit in der Vielfalt und
Differenziertheit in der Alltagssituation. 

Die gemeinsame Vorbereitung mit der russischen Partnereinrichtung verlief völlig un-
kompliziert und hatte mit dem besonderen Engagement der verantwortlichen Mitar-
beiterin im Deutsch-Russischen Haus, Mina Wall, eine gute Grundlage für die Aus-
richtung und Durchführung der Begegnung.

In der Konzentration auf die wesentlichen Projektformen und –inhalte motivierte sich
der Drittlandspartner recht unkompliziert. Hier gelang es sehr gut, die Jugendlichen
aus Kaliningrad mit entsprechenden Erwartungshaltungen in die Vorbereitung und das
Begegnungsprogramm zu involvieren.

Die Trilateralität – insbesondere im Zusammenhang mit der Einbeziehung junger
Russ/innen, trug wesentlich zur besonderen Wertung der Maßnahme durch die Jugend-
lichen aus Marzahn-Hellersdorf sowie Saintes und, in der Umkehrung, die Teilnahme
von deutschen und französischen Mädchen und Jungen, für eine gesteigerte Erwartungshaltung bei den Russ/innen, bei.

So konnten bereits in der Vorbereitung unterschiedliche konzeptionelle Ansätze
sowie inhaltlich-organisatorische Vorstellungen und Ideen diskutiert und für das Begeg-
nungsprogramm in der Priorität seiner Projektarbeit berücksichtigt werden. 



Vielfalt der Kulturen und Religionen. Links: Gärten der Welt. Rechts: Gespräch in der Sehitlik-Moschee



Während des Vorbereitungsbesuchs wurden insbesondere solche Möglichkeiten
genutzt, die sich auf konkrete Bedingungen „vor Ort“ bezogen und in ihrem Anspruch
an interkulturelle Aktion eine entsprechende Diskussion im Austausch zu Projekt-
inhalten und –ideen herausforderten.
In diesem Kontext standen insbesondere die Gespräche zu inhaltlich-organisatorischen
Fragen, zur Zielgruppenbestimmung, zum „Projekt im Projekt“ und zur  Methodik der
Anleitung und Motivation im Vordergrund.
Wesentliches Augenmerk kam hierbei der Partizipation bei gemeinsamer
kreativer und innovativer Aktion in der sozio-kulturellen sowie sozialpädagogischen
Arbeit zu. 



Toleranz- und Antigewalttrainings mit der OGJ (Operative Gruppe Jugendgewalt), beim Minigolf in
gemischten Kleinsport-Teams und beim Taekwondo mit dem Vizepräsidenten des BTV,
Fred Gierschner





Die urban-social gGmbH verwies bereits in der länger- und mittelfristigen Vorbereitung
auf eine entsprechende Verfügbarkeit in der Anwendung von Best-Current-Practice
in der Projektentwicklung sowie im Projektmanagement und überzeugte in Absprache
mit regionalen und kommunalen Partnern (Kooperation mit Einrichtungen und Ver-
einen der Jugendfreizeit- und sozialarbeit [Jugendklub „Mehrweg“ und „Kompass“],
der mobilen Straßensozialarbeit [Streetwork „Outreach“], mit Toleranz- und, insbe-
sondere [sub-]-kulturellen, alternativen und auch in der Berliner Jugendszene wesent-
lich anerkannten kunstpädagogischen Projekten [„Sport statt Gewalt“ – Taekwondo
für Toleranz; „Musik und Tanz“ - deutsch-russische HipHop-Crew C.N.R.C. und
deutsch-vietnamesische Street-[Jazz-]dance-Formation „CRAZY CL!MAX“ [Sieger
der Berliner Streetdance-Meisterschaft] in ihren thematischen Ausrichtungen für
Toleranz und interkulturelle Akzeptanz).

Mit dem Vorbereitungsbesuch der französischen Partnerorganisation vom Centre
Social Bellerive Saintes erfolgte letztlich die Ausrichtung, der „letzte Schliff“ für die
direkte und unmittelbar geplante Programmaktion im Begegnungsverlauf. In diesen
Zusammenhängen kam es zur besonderen Motivation für die Teilnehmer/innen und
Akteure, zu weiteren Initiativen und zur Methode-Inhalt-Ziel-Bestimmung im trilateralen
Kontext.

             

Kreativ: Papiermodenschau. Rechts: Animationsspiele zum Kaliningrader Abend


Die Deutsch-Französisch-Russische Jugendbegegnung „Urbane Jugendkulturen -
kreativ und innovativ für Europa. Musik und Tanz“ setzte auf einen, bei den Teilneh-
mer/innen anerkannten und motiviert angenommen Aktionsrahmen, der sehr bewusst
und konkret auf die Intentionen der Jugendlichen, ihre eigenen Ambitionen und
Emotionen, ihre Erfahrungen, Sichten und Ideale, ihr Sein in der natürlichen Umwelt
und im gesellschaftlichen Umfeld zielte.
Hierbei wurden aus der gegebenen Situation heraus zusätzliche Möglichkeiten eigen-
dynamischer Betätigung und individueller Bestätigung [auch durch Bereitstellung von
Freiräumen] im Team geschaffen (Graffiti in der Emotion des Programmerlebens,
kreative Eigendarstellungen z. B. durch Gestaltung von Gasbeton-Bausteinen in ei-
nem gesonderten Kunstprojekt [in Effizienz und  Kontrast zum Gesamtbild, zur Modi-
fikation individueller Sichten und Positionen]).

Ein besonderer Stellenwert kam der eigentlichen Workshop-Arbeit in den Projekten
zu.
Sie erwiesen sich nicht als „Ergänzung“ oder „Extra“ sondern fügten sich vielmehr
als innovativer Teil in die Ganzheit des Begegnungsablaufs ein. Als Voraussetzung
für den Erfolg der Jugendbegegnung erwies sich so die detaillierte Planung und Gestal-
tung von Programmbausteinen, die in ihrer Gesamtheit das eigentliche  Erlebnis und,
den in sich geschlossenen Aktionsinhalt, ausmachten.
Von vornherein galt der Determination und Interpretation einzelner Projektphasen –
immer auch im Anspruch an Eigendynamik in den Gruppen und Initiative in den Abläu-
fen - entsprechend hohe Priorität.

Die urban-social gGmbH konzentrierte sich sehr deutlich auf die Absicht, den teilneh-
menden Jugendlichen ihren jeweils individuellen Anteil am Erfolg des gesamten
Projekts deutlich zu machen.  


   

Vorbereitung und Präsentation von Nationalitäten- und Regionalküche.
Unten: Französische Spezialitätenbuffet. Unten rechts: Tanz  zum Kaliningrader Abend


 


Als anerkannt wichtig für das schnelle und unkomplizierte Miteinander der Jugendli-
chen erwies sich die Methode des einbeziehenden und auf Interaktion und Inter-
kommunikation ausgerichteten Sprach- und Animationsspiels (in der Kombination von
Rollen-, Aufbau-, Vertrauens- und Aktionsspiel). Hierbei brachte sich wiederholt die
Jugendinitiative des Hauses „Pro-social“ ein (und in ihr insbesondere Jugendliche mit
gut ausgeprägten deutsch-französischen Sprachkenntnissen und animatorischen
Fähigkeiten [hier zeigte sich die Einbeziehung zweier  jugendlicher Deutscher mit
russischem Migrationshintergrund und französischen Schulsprachkenntnissen aus
dem Sozialraum Marzahn-Nord als „Brücke“ zur dreisprachigen Kommunikation
[deusch-französisch-russisch] im Spiel wie im Projekt als vorteilhaft]).

Die Jugendinitiative bediente sich hierbei ihres eigenen Spiele-Pools für Animation
und Kommunikation bei Begegnungen sowie auf einschlägige Empfehlungen in Mate-
rialien des Deutsch-Französischen Jugendwerkes.  

    

Bauchtanz "original orientalisch-berlinerisch" und Spiele als Teile des Programms beim
Deutschen Länderabend


In der Zielsetzung zur Sprachanimation richtete sich die Jugendinitiative (in engem
Zusammenwirken mit den eingesetzten Sprachmittler/innen und sprachkundigen
Sozialpädagog/innen) auf:
 
- die Ermutigung zur umgänglichen  Kommunikation und zum Erlernen eines Minimal-
Sprachwortschatzes zur einfachen sprachlichen Verständigung
- die Forcierung zur Interessiertheit an der jeweils anderen Sprache …
(insbesondere auch durch das Ungewohnte, Neue, Andere … : „französischer,
deutscher, russischer HipHop … klingt interessant …")
- die Schaffung von Voraussetzungen zum gemeinsamen Umgang in den Projekt-
Workshops (die einfache Mitteilung, das Wort im Text, „ich, du, er, sie … meint …
– wir meinen …“)
- die Überwindung von psycho-sozialen Hemmschwellen durch Verständigung
(„… was ich Dir mitteilen will, soll unter uns bleiben …. geht nur uns etwas an …
soll unser Geheimnis sein … etc.)
- die Ermutigung, auch über die Begegnung in Kontakt zu bleiben (vielleicht auch,
sich über Kontakte noch tiefgründiger mit der jeweils anderen Sprache zu beschäfti-
gen)
- die Wahrnehmung, dass Sprache in der Begegnungssituation viel einfacher und
lockerer und umgänglicher erlernbar sein kann als „Schulbuch-Sprache im Unter-
richt“
- die Erlebbarkeit, dass Sprache Situationen günstig beeinflussen kann
- die Unterstützung des Gefühls, dass es keine „besonders wichtige“ und keine
„besonders weniger wichtige“ Sprache gibt … (einschließlich der Akzeptanz von
„Jugendsprache“ in  der Dimension europäischer Einheit und Vielfalt)
- die Erkenntnis, dass Sprache beiträgt, Handlungskompetenzen zu erweitern und –
bei Jugend nicht unwichtig – sich bei anderen beliebt und anerkannt zu machen
- das Kommunikation zunächst auch gut ohne fundierte Grammatik und ohne
Schriftform funktionieren kann (z. B.: russisch sprechen ja, russisch [kyrillisch]
schreiben nein)
  das sich umfassende Mitteilung und Kommunikation durchaus mit anderen Spra-
chen (z. B. englisch) ergänzen lässt.

Kommunikations- und Animationsspiele funktionierten in geplanten Programm- und
Nationalitätenabenden wie auch „aus der jeweiligen Situation“ heraus (Workshop-
Pausen, Wartezeiten im Programm [z. B. an Haltestellen von Bus und Bahn] unkompli-
ziert.  

In jedem Fall ist Animations- und Kommunikationsspiel, wenn richtig vorbereitet und
mit dem nötigen Engagement realisiert, mit sehr viel Spaß und Freude verbunden,
fördert den Gruppenzusammenhalt und die Begegnungsdynamik.
Diese Erkenntnis machte die ununterbrochene Einbindung des interaktiven Spiels in
den Programmalltag, in offenkundig eigener Regie befähigter jugendlicher Animateure,
besonders wichtig.
Als entscheidend für den Erfolg von Kommunikations-, Sprach-, Vertrauens- und Ani-
mationsspiel erwies sich die Einbeziehung möglichst aller Teilnehmer/innen (so auch
z. B. beim Demokratie-/Parlamentsspiel, im Dialog-/Aktionsspiel, beim Kennenlern-
und Ratespiel).


    


Nicht zuletzt zeigten sich auch die Workshops offen für Sprache und Kommunikation.
Über den notwenigen Dialog zu mehrsprachigen Text-Bausteinen, dem Gedanken- und
Erfahrungsaustausch bis hin zum praktischen Detail der Projektarbeit kam es hier
zum interkulturellen Miteinander im innovativen „Lernen durch gemeinsames Erleben“.  

In der Motivation „zur Sache“ sowie der inhaltlichen und methodischen Reflexion des
Gesamtanliegens der Begegnung und seiner „Projekte im Projekt“ gelang es dem
Betreuer/innen wie auch den Workshop-Leitern und der Jugendinitiative des Hauses
„Pro-social“ gut, mobilisierend und als Teil übergreifender Gruppendynamik, zu handeln.
Ganz wichtig: Bereits in der Anfangsphase der Begegnung kam es zu eindeutigen
Freundschaftsbekundungen und zunehmender Gruppenvermischung.

In der Vorbereitung des Programms wie auch in deren Umsetzung setzte die urban-
social gGmbH auf
Vielfalt und spezielle, interkulturelle Komplexität und Dynamik in
der Einheit von Innovation, Nachhaltigkeit und Aktion im Zusammenhang mit der
Programmgestaltung im Einzelnen sowie dem bewussten Erleben des Alltags in sei-
ner Gesamtheit. Die Einordnung der Projekte und Workshops setzen die aktive Ausein-
andersetzung der Jugendlichen im Gesamtprogramm voraus.

So kam dem Erleben europäischer Jugendfreundschaft in der ganzheitlichen Determi-
nation von Chancengleichheit und interkulturellem Dialog, von integrativem und solida-
rischem Miteinander im Kontext einheitlicher und verschiedener Voraussetzungen
sowie Interessen entsprechende Bedeutung zu.




Workshoparbeit HipHop und Streetdance

 



In diesem Zusammenhang stand vor allem auch die Diskussion um Befindlichkeiten
der Jugendlichen „in dieser (ihrer) Welt“, ihre Wahrnehmungen, Widersprüche und
Ideale.

Ein besonderer Bezug fand sich in dieser Begegnung dann auch zu Ambivalenzen
hinsichtlich historischer Entwicklungen seit dem Fall der Berliner Mauer und im
zusammenwachsenden Europa. Positive Resonanz fand dabei insbesondere auch die
sehr eindeutige Position für ein gemeinsames Europa der Jugend durch die Kalinin-
grader Gruppe. Die russischen Jugendlichen integrierten sich von Anbeginn der
Begegnung in das Programm, wirkten mobilisierend auf die anderen Teams und ver-
standen es ausgezeichnet, den nationalen/regionalen Hintergrund in das Europäische
Moment der Gemeinsamkeit zu stellen.  

Bei entsprechender Motivation und dem eigenen Antrieb zur Aktion verstanden es die
Jugendlichen gut, eigene Ideen umsetzen ihr individuelles Charisma im gemeinschaft-
lichen Anspruch an die (groß-)städtischen, urbanen Kulturformen der Jugend (Street-
dance, HipHop, Sprache und Erlebnis) einzubringen.
Besonders wichtig war hierbei auch die Wahrnehmung der zuverlässigen Partnerschaft
aller Teamer/innen für die Gesamtheit der Begegnung und Projekte.


  

Links: Auseinandersetzung mit deutscher Geschichte. Blumenniederlegung an der Gedenkstele für
europäische Opfer faschistischer Zwangsarbeit.
Rechts: "französisches" Graffiti zum "Mauer"-Thema. Liebeserklärung an Berlin.
Unten: "Nebenbei". Kunstprojekt (kreative Bearbeitung von Gasbeton-Steinen)

   


Mit der Teamkonstellation der Gruppen und deren Motivation, der inhaltlichen Aus-
richtung und tanz- bzw. musikpädagogischer Anleitung sowie der organisatorisch-
technischen Gegebenheiten „vor Ort“ wurde es möglich Projektergebnisse zu präsen-
tieren, die einerseits ihren „Stoff“ durch die Jugendlichen selbst erhielten und anderer-
seits das Erlebnis Jugendbegegnung in Berlin sehr eindrucksvoll und in hoher künst-
lerischer Qualität wiedergaben.
In der Choreografie des Streetdance-Projekts „Wir hier
– 3 x in Berlin“ (einer gelungenen „Tanz-Performance im Young-Euro-Stil“) als vor allem
auch im Drei-Sprachen-Rap-Song „… zeig uns diese Welt“ kommen die Befindlich-
keiten, Ideale und Hoffnungen der Jugendlichen bestens zum Ausdruck. Sie zeigen
sich hier offen und unbekümmert, sehen sich selbst in ihrer Welt, suchen Wege und
finden Freunde.

Sowohl der Tanz als auch der Rap-Song „… zeig uns diese Welt“ fanden bei verschie-
denen spontanen Aufführungen zum Abschluss der Begegnung in Berlin (Berlin –
unsere Bühne: Aufführungen vor dem Reichstag, vor dem Brandenburger Platz [Pariser
Platz], auf dem Potsdamer Platz und auf dem Alexanderplatz) Beachtung, Zuspruch
und Anerkennung.

Positiv für den Begegnungsverlauf wirkte sich insgesamt die Themenvielfalt in seiner
Ausrichtung auf Toleranz, Akzeptanz und innovatives Miteinander in den Methoden
der Durchführung (Workshop-Charakter als Plattform gemeinsamen Erlebens einzelner
Programminhalte [Musik, Kultur und Kunst, interaktives Lernen etc.]) aus, die mit der
Projekterwartung der Teilnehmer/innen verbunden war.

Im Verlaufe der Begegnungstage wurde eine breite Vielfalt von Maßnahmen realisiert,
die im Kontext eigener Ansprüche und Vielfalt standen.

Vordergründig fanden hierbei lokale, nationale, gesamteuropäische als auch trilaterale
sowie kulturelle Themen in der Symbiose von innovativem Lernen und Nachhaltigkeit
bei der eigenen, wechselseitigen Identitätsfindung, Berücksichtigung.

Ganz besonderen Eindruck hinterließen die Nationalitätenabende der deutschen, der
französischen und der russischen Gruppe. Während sich die Jugendlichen aus Mar-
zahn-Hellersdorf mit ihrer Küche, ihren Programmen und Präsentationen recht modern
darstellten, überraschten die Freunde aus Kaliningrad mit regional-folkloristischen
Tänzen (mit enormen Aufwand) und beeindruckender russisch-traditioneller Küche.
Die Nationalitätenabende erwiesen sich einerseits als wichtig für den Zusammenhalt
der Gruppen im Ensemble der Gesamtheit aller Teilnehmer/innen und anderseits gingen
von ihnen Impulse für Öffnung der Gruppen nach außen aus (Sympathien, eigene
Spielideen, Animationen).


 


Innovativ: Hanf als Kulturpflanze. Besuch des Berliner Hanfmuseums.
Unten: Demokratie erlebbar machen: Besuch im Berliner Abgeordnetenhaus


Die Beabsichtigung, über die unterschiedlichen Interessen, Fähigkeiten, (Welt-) und
Wertorientierungen und (An-)sichten sowie physischen und psychischen Voraus-
setzungen der Mädchen und Jungen ein sich ausprägendes Engagement im Mit-
und Füreinander anzuregen und Grundlagen für stabile und dauerhafte Freundschaften
und Bindungen der Jugendlichen zu schaffen, ging gut auf.

Grundlage des methodischen Herangehens an die einzelnen Maßnahmen war die
gemeinsame Vorbereitung (die Idee, die gemeinsame Position), die Motivation (gemein-
same Beratung und kontroverse Diskussion), die Initiative, die gemeinsame Auswer-
tung und die Erarbeitung von Schlussfolgerungen.

Im Mittelpunkt der Jugendbegegnung, die insgesamt begeistert gewertet und nachhaltig
wahrgenommen wurde, standen Inhalte, Formen und Methoden, die sich eignen, Kommunikation und Partizipation im interkulturellen Miteinander zu forcieren und
das sozial-interaktive Moment von Dissens und Konsens im Kontext von Motivation,
Integration und interkulturellem Lernen zu befördert.

Eine wichtige Rolle kam der gemeinschaftlichen Aktion die Spaß macht und zu
neuen Erkenntnissen führt, zu. Gerade hier bewährte sich das Spiel, der spielerisch-
kommunikative Aspekt in der Vielfalt seiner Möglichkeiten. In den interdisziplinären
und interaktiven Methoden der Animation und Kommunikation sowohl im Gemein-
schaftsspiel als auch in der teamübergreifenden Projektarbeit kamen immer wieder
das kreative und innovative Moment zum tragen (Papiermodenschau, gemeinsames
Kochen und Programmgestaltung zu den Nationalitätenabenden, Lösung von Aufgaben
in gemischten Kleingruppen bei der Berlin-Stadtrallye etc.).



Erkundung der Szene Berlins: City by night


Besondere Aufmerksamkeit und Anerkennung fand das Bekenntnis, die dokumenta-
rische Bezugnahme und die ehrliche Distanz der Jugendlichen aus Marzahn-Hellerdorf
zu Faschismus und Krieg als Teil deutscher Geschichte.
Der eigentliche Zusammenhang  hierfür fand sich vor allem im gemeinsamen Besuch
des Parkfriedhofs Marzahn mit seinen Ehrenmälern und Gedenkstätten (Gedenkstätte
für die Opfer des Faschismus der Region, Gedenkstätte für junge polnische Zwangs-
arbeiterinnen, Gedenkfriedhof für die europäischen Opfer nationalsozialistischer
Zwangsarbeiter/innen (einschl. Blumenniederlegung), Gedenkstätte für die ermordeten
Sinti und Roma (ehemaliger Marzahner „Zigeunerrastplatz“ der Nazis), Sowjetisches
Ehrenmal) aber auch während der gemeinsamen Citytour und bei der Bewältigung von
Gruppenaufgaben bei der Cityrallye.

Ein wichtiges Thema der Auseinandersetzung mit der jüngeren deutschen und euro-
päischen Geschichte kam den Themen der Teilung Berlins im Ergebnis des 2. Welt-
krieges und der Überwindung der Teilung durch den Mauerfall vor 20 Jahren zu.

Hier interessierten besonders die Bezugnahme und Diskussion auf die reale Situation
vor und nach dem Mauerfall und die Rolle der Alliierten. Das ursprüngliche Interesse
zum Thema ging allerdings eher von der russischen, weniger von der französischen
oder deutschen Gruppe aus und transportierte sich über entsprechend interessante
Angebote von  Dokumentation und Diskussion (Ausstellung, Film und Gespräch im
Berliner Abgeordnetenhaus etc.).  



Öffentliche Präsentation des Ergebnisses des Streetdance- und des HipHop-Projektes in Berlin
(oben: Pariser Platz, unten: vor dem Reichstag)





In ihren Projekten „verarbeiteten“ die Jugendlichen aus Marzahn-Hellersdorf, aus
Saintes und Kaliningrad die individuellen Empfindungen und Eindrücke und „verpackten“
sie in ihren europäischen Zukunftsvisionen und Weltsichten.

Die Jugendlichen haben ihren Blick auf Europa gründlich erweitert. So konnte z. B.
die ursprünglich sehr realitätsferne und z. T. völlig obskure Sicht der französischen
Gruppe auf Russland grundlegend korrigiert werden.

Sowohl über das Erleben des Programmalltags als besonders auch über das „Projekt
im Projekt“ fanden die Mädchen und Jungen nicht nur schnell und unkompliziert
zusammen sondern entstanden nachhaltige Impulse für künftige Kontakte und dauer-
hafte Freundschaften.
Der anhaltende Gedankenaustausch, die Erinnerung und die Diskussion zur Begeg-
nung ist unter anderem in etlichen Blogs bzw. so genannten sozialen Networks (Face-
book etc.) und Internet-Communitys, nachvollziehbar.

Die Partizipation der Jugendlichen an Vorbereitung, Durchführung und Auswertung
erfolgte mit ihrer direkten und unmittelbaren Einbeziehung/Entscheidungsfindung in die
Begegnung, ihrer „Rolle“ als eigentliche Akteure (eigener Anspruch an Teamarbeit,
Kommunikationsfähigkeit, Konfliktbewältigung …).
Sie waren der Ausgangspunkt des
Gesamtprojekts, standen in deren Mittelpunkt und erwiesen sich letztlich auch als
ursächlichen Adressaten der Wirkungen, die von ihnen selbst, von den gemeinsamen
Aktivitäten ausgingen.  

Die Teilnehmer wurden im und mit dem Programm der Begegnung befähigt, mit
gesellschaftlicher Pluralität umzugehen, sich in kultureller Vielfalt zu öffnen (multikul-
turelle und multiple Identität jedes/r Einzelnen in der Interaktion mit dem Begeg-
nungsumfeld) und in der Wahrnehmungsfähigkeit und Sensibilität für Unterschiede
und Gemeinsamkeiten zu üben.





Im abschließenden Feedback der Begegnung bekannten sich die Jugendlichen in sehr
beeindruckenden Worten zueinander, berichteten von neuen Freundschaften und
zeigten sich leidenschaftlich und unverkennbar Stolz im Fazit auf die individuellen und
vor allem gemeinschaftlichen Ergebnisse der Projektarbeit.

In Anwesenheit der Jugendstadträtin von Marzahn-Hellerdorf, Dr. Manuela Schmidt,
präsentierten sie sich in HipHop und Streetdance im Resümee der Begegnung und
unterstützen die Einschätzung der Bezirkspolitikerin, dass die Ergebnisse dieser
Begegnung ganz besondere öffentliche Aufmerksamkeit verdienen.
In diesem Zusammenhang richteten sie sich vor allem auch an die Politik selbst, an das 
Deutsch-Französische Jugendwerk, die urban-social gGmbH und die Jugendinitiative
des Hauses „Pro-social“.

Die Jugendstadträtin forderte die Mädchen und Jungen aus Marzahn-Hellersdorf,
Saintes und Kaliningrad auf, die Erinnerungen an die Begegnung in Berlin nicht nur
einfach mitzunehmen sondern sie auch populär und nachvollziehbar zu machen.





Plakat zur Jugendbegegnung (als jpgDatei; Original DIA A0 - reduziert auf DIN A4)

Hans-Jörg Muhs
urban-social gGmbH

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