 

Deutsch-Belarussische Jugendbegegnung
„Gesehen, gehört, erlebt. Aufgeschrieben.
Europäisches Jahr der Kreativität und Innovation“.
vom 30.01. bis 08.02.2009 in Berlin.
Die Jugendlichen, Mädchen und Jungen aus dem Minsker Partnerbezirk
„Oktjabr“ und aus Marzahn-Hellersdorf, hatten sich lange und gut auf die
erste
Jugendbegegnung des Jahres 2009 vorbereitet
Aus der belorussischen Hauptstadt kamen überwiegend Student/innen.
Sie nahmen mit dem Ziel der gemeinsamen Erkundung Berlins und seines
Bezirkes
Marzahn-Hellersdorf teil, hofften auf dauerhafte Kontakte und nachhaltige
Erlebnisse.
Alle sollten voneinander partizipieren, sich mit ihren Ideen und
Motivationen
einbringen.
So war es gewollt, so kam es dann auch.
Links: ohne
Berührungsängste und Beziehungskonflikte: die Jugendlichen im Animations-
und Kommunikationsspiel.
Die Begegnung wurde ihrem Anspruch gerecht, für das beginnende „Europäische
Jahr
der Kreativität und Innovation“ ein nachwirkendes Zeichen zu setzen und
Momente
der Ausrichtung für kommende Aktionen im Jugendaustausch festzumachen.
Was erstaunlich einfach und völlig unkompliziert gelang: Annäherung durch
Animation
und Kommunikation.
Die Mädchen und Jungen aus Marzahn-Hellersdorf hatten hier einiges
vorbereitet
und sehr schnell erwiesen sich auch die Minsker Jugendlichen als talentierte
Anima-
teure. Da ergänzten sich Nastja und Mia, legte Basti vor und Berni zog nach.
Auch Tanja und Sarah überzeugten mit ihren Talenten im Kommunikationsspiel.
Bereits am ersten Begegnungstag verstand man sich, entstanden intuitive
Beziehungs-
konstrukte und Kontaktaufnahmen für künftige Gemeinsamkeit.
Die eigentliche Teamkonstellation löste sich sehr schnell zugunsten einer
impulsiven,
gemischten Gruppendynamik auf.
Man verstand sich unabhängig anfänglicher Sprachbarrieren.

Fotos oben: viel Spaß bei der Stadtrallye in bilateralen Kleingruppen.
Unten: Motivationstraining im Euro-Business-Planspiel des BOB-Team.

Mit jedem Veranstaltungstag und, insbesondere im Kontext der Veranstaltungs-
formen und –methoden, prägte sich das Bild des gesamtheitlichen Anspruchs an
das
gemeinsame Miteinander.
Es gab viel zu erleben in den Tagen der Begegnung. Die Programmaktion lebte
vom
Tagesrhythmus, vom Erlebnis und von der Initiative.
Immer wieder sind die Jugendlichen erstaunt, wie sich Berlin und
Marzahn-Hellers-
dorf
neu entdecken und interpretieren lassen.

Besondere Resonanz fand neben den fast täglichen Kommunikations- und Anima-
tionsabenden:
-
die Cityrallye (ein Stadtspiel in gemischten Kleingruppen mit dem
Anspruch,
mittels Kommunikation, Information und Interpretation Berlin zu erkunden);
-
das Kunstprojekt: „Ich bin Projekt, ich bin Kunst. Gips zum Anfassen und
Wahrnehmen“ und die Führung durch den Europäischen Skulpturengarten des
Hauses „Pro-social“ (als Internationalem Jugendprojekt mit Jugendlichen
aus
Kriegs- und Krisengebieten und problematischem sozialen Hintergrund);
-
das Toleranztraining im Taekwondo – eine gemeinsame Maßnahme des
„Pyongwon e. V.“ Marzahn: Training mit Kindern des Vereins und Anleitung
des stellv. Präsidenten des Berliner Taekwondo-Verbandes, Fred Gierschner;

-
die
Referate/Seminare zu Sprache und freiem Journalismus (Besuch der Fried-
länder-Schule [„Deutsch lernen. Sprache, Land und Leute“]; Referat zum
Freien
Journalismus und zu den Grundlagen journalistischer Arbeit (im Zusammen-
hang mit der Erstellung einer Zeitung über Berlin und Marzahn-Hellersdorf
durch die Minsker Gruppe);
-
das Thema
Ökologie und Stadtgestaltung (Treffen mit dem Stadtrat für
ökologische
Stadtentwicklung, Norbert Lüdtke, und Wanderung entlang der
winterlichen
Wuhlelandschaft zum Vivantes-Klinikum (Besuch der ökumeni-
schen Kirche im
Klinikum und Gespräch mit dem Pfarrer);
-
der
Besuch des Unfallkrankenhauses Berlin mit einführendem Vortrag;
-
der Informationsbesuch in der Thüringen-Schule Marzahn mit Empfang und
Führung durch den Schulleiter, Rainer Bösel (Schwerpunkte:
Integration von
Jugendlichen mit Migrationshintergrund und pädagogische Ansätze und Mög-
lichkeiten der Unterrichtsgestaltung);
-
das Motivationstraining im Euro-Business-Planspiel (gestaltet durch die
Berliner Unternehmer/innen-Gruppe BOB) mit der faszinierenden Wirkung der
Findung europäischer Identität in der Wahrnehmung eigener Mobilität,
Kreativität und innovativer Fähigkeiten;
-
der deutsche und der belorussische Länderabend (Theaterspiel durch
Marzahn-
Hellersdorfer Jugendliche mit russischem Migrationshintergrund; deutsch-
russischer HipHop aus Marzahn;
Lieder der Freundschaft … Animationsspiele);
-
das Bekenntnis zu Toleranz und Akzeptanz der Charlotte von Mahlsdorf.
Besuch
des Gründerzeitmuseums.
-
der Dialog gegen Gewalt und Drogen, für Toleranz und Akzeptanz: Seminar
zur
Präventiven Arbeit der Berliner Polizei. Gespräch mit dem Präventions-
beauftragten des Polizeiabschnitts 62.
-
die Diskussionen zum bürgerschaftlichen Engagement als Form der aktiven
Einmischung in die
Kommunalpolitik:
Gespräch mit Matthias Köpcke (Werkstatt für Engagement und Partizipation);
- der
partnerschaftliche Disput: Forum mit der Vorsteherin der BVV
Marzahn-
Hellersdorf und Vorsitzenden des Marzahn-Hellersdorfer Städtepartnerschafts-
vereins e. V., Petra Wermke;
-
der
Geschichtsexkurs: Führung durch den Marzahner Parkfriedhof und Ehrung
der Opfer des deutschen Faschismus (sowjetisches Ehrenmal, Gedenkstein
und -stele für die Opfer von Zwangsarbeit, Gedenkstein Sinti und Roma,
Gedenkstein für die deutschen Opfer des Faschismus …);
-
die
Faszination Multikulti: „Die Gärten der Welt“ in Marzahn;
-
der Besuch des Reichstagsgebäudes und die Bundestagsführung; die Führung
durch das Druckhaus Spandau.

Foto: Referat zum freien Journalismus und zu Grundlagen journalistischer
Arbeit.
Unten: Seminaristisches Gespräch mit dem Schulleiter der
Friedländer-Sprachschule
Rechts: ständiger "Begleiter", der Zeitungsbär.

Das eigentliche Ziel
der Begegnung blieb bis zuletzt ergebnisoffen und spannend:
die Erstellung einer Zeitung über Berlin und den Bezirk Marzahn-Hellersdorf.
Darauf hatten sich die Gruppen geeinigt, hier lag die Brisanz des
Programmalltags,
hier hatten sich die Partnergruppen aus Marzahn-Hellersdorf als Gastgeber
und
vom
Minsker Bezirk „Oktjabr“ als mitgestaltender Rezipient, viel vorgenommen.
Es stand ein Begegnungsprogramm auf der Tagesordnung, dass es wirklich
„in
sich
hatte“.
Letztlich erwiesen sich beide Gruppen als Akteure einer Begegnung mit
besonderem
Image und Anspruch.

Foto: Infogespräch
zur Präventionsarbeit der Berliner Polizei im Polizeiabschnitt 62.
Unten: vor Beginn der Präsentation des Bezirks "Oktjabr" zum Belorussischer
Länderabend

Der Abschied fiel schwerer als vorausgedacht.
Ganz sicher werden die „Souvenirs“ der Begegnung, Zertifikate und durch die
urban-social gGmbH mit eigenem Logo und der Bezeichnung des Treffens
gestaltete
und im Jugendklub „Mehrweg“ gedruckte T-Shirts sowie Plakate zur Begegnung
(für
die jeweiligen Gruppen), entsprechende „Ehrenplätze“ bei den Mädchen und
Jungen
erhalten.
Erinnerung ist vorprogrammiert, dauerhafte Freundschaften sind das Ergebnis.
Und: eine Zeitung über Berlin und Marzahn-Hellersdorf aus der Sicht der
Jugendlichen
entstand.
Die Projektgruppe der urban-social gGmbH dankt an dieser Stelle vor allem
den
Akteuren, den Jugendlichen selbst.
Und, sie dankt vor allem Tatjana Belazarowich für
ihr Engagement bei der Leitung
der Minsker Gruppe, ihr mobilisierendes
Talent und
die Sprachmittlung.


Foto oben: Besuch des
Deutschen Bundestages und des Druckhauses Spandau.
Unten: Gespräch mit Mathias Köpcke (Werkstatt für
Engagement und Partizipation).
Rechts: Petra Wermke (Vorsitzende des Marzahn-Hellersdorfer
Städtepartnerschaftsvereins
[Foto: Klaus Tessmann]) beim Interview nach dem Gruppengespräch.
Foto links:
Die deutsch-russische HipHop-Crew C. N. R. C. aus Marzahn engagiert sich für
Multikulti,
Toleranz und Akzeptanz.
Foto rechts: Präsentation der Zeitung über Berlin und Marzahn-Hellersdorf.

Ankündigung der Begegnung
im Berliner Abendblatt
Zeitung als
pdf-Datei
Plakat der
Begegnung (pdf-Datei; DIN A4)
Hans-Jörg Muhs
urban-social gGmbH
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