 

Deutsch-Polnische, städtepartnerschaftliche Jugend-
begegnung
"Jung und kreativ im Euroduo. Innovativ im Planspiel"
mit Mädchen und Jungen aus Marzahn-Hellersdorf und Tychy.
28. März - 05. April 2009

Die Leitungsteams
beider Seiten bereiteten sich langfristig und konstruktiv auf
die Jugendbegegnung "Jung und kreativ im Euroduo. Innovativ im Planspiel"
vor.
Grundsätzlich wurde von der bilateralen Verantwortung für das
gemeinsame Ziel,
für angestrebte Programminhalte und für eine effektive Methodik in der
bilateralen
Aktion, ausgegangen.
Da die Partner bereits über mehrere Jahre im Austausch sind und in der
Reali-
sierung von Jugendprojekten zusammenarbeiten, sich also verlässlich kennen
und vertrauen, besteht eine konstante Verständigungslinie, die durch eine
ununterbrochene Kommunikation durch Information und Intention zur Suche
nach gemeinsamen Lösungen, gekennzeichnet ist.
Zu einer ersten Verständigung für eine Begegnung, die sich an den
substanziellen
Inhalten und den Prämissen des "Europäischen Jahres der Kreativität und
Innovation" ausrichten und mit der Partizipation und Nachhaltigkeit des
täglichen
Erlebens auch dem Anspruch nach interkultureller Aktion im Kontext gemein-
samer Projektarbeit (Projekt im Projekt) gerecht werden sollte, kam es
bereits
zur vorjährigen Deutsch-Polnisch-Weißrussischen Multiplikatorenbegegnung der
urban-social gGmbH in der Planungsphase für 2009.
Pressemeldung des
Bezirksamtes zur Ausstellung des Tychyer Künstlers Andrzej Balcarczyk:
„… Die Eröffnung ist zugleich auch ein Höhepunkt der
städtepartnerschaftlichen Jugendbegegnung
der
urban-social gGmbH, an der Mädchen und Jungen aus Tychy teilnehmen.“
Die
wesentlichen Schwerpunkte der Vorbereitung des Leitungsteams bestanden
in der Abstimmung und Ausrichtung von Begegnungsinhalten auf die
Zielstellung
die Zielgruppenbestimmung und gemeinsame Erarbeitung eines Rahmenpro-
gramms.
Hiermit wurden gleichsam Grundlagen für eine vorbereitende Diskussion in den
Gruppen, bei Nutzung pragmatischer Ansätze eigener Ideen der
Teilnehmer/innen
mittels bereits bestehenden Kontakts per Mail, geschaffen. Zu unmittelbaren
und
direkten vorbereitenden Absprachen kam es in der mittel- und kurzfristigen
Vor-
bereitungsphase durch partnerschaftliche Besuche in Tychy als auch in
Marzahn-
Hellersdorf (Februar bzw. März 2009). Hier erfolgten bei ersten
Zusammenkünften
mit Jugendlichen Detailabsprachen zum Programm, wurden Projektaufgaben dis-
kutiert und zusätzliche Impulse für die Programmaktion eingebracht.
So kam
es im Februar - während der Vernissage zu einer Kunstausstellung im
polnischen Tychy - zur Idee, die Gemälde-Exposition "Tychy - Tor zu den
Beskiden"
des Künstlers Andrzej Balcarczyk zu einem Bestandteil der Jugendbegegnung
in Berlin werden zu lassen und so, über eine gezielte Diskussion mit dem
Künstler
und den polnischen Teilnehmer/innen, eine zusätzliche Verständigungslinie
aufzu-
bauen.
Zugleich verband sich mit der Vorbereitung der Begegnung in den Nuancen
zusätzlicher Impulse für den Rahmen der Begegnung auch eine besonders starke
öffentliche Wahrnehmung in Berlin und in Tychy.

Die urban-social gGmbH wie die polnische Partnereinrichtung sahen in der
langfristi-
gen und kontinuierlichen Vorbereitung, insbesondere der Einflussnahme auf
die
Programmgestaltung und der Wahrnehmung eigener Verantwortung durch das
Leitungsteam und die Jugendlichen selbst, eine wesentliche Voraussetzung der
Identifizierung mit Charakter, Inhalt und Form des Austausches.
Schwerpunkt der vorbereitenden Diskussion in den Gruppen war die Ausrichtung
auf
Initiativen, die sich im Kontext von Zielstellung und Programm auf den
eigenen
Projektanteil (Projekt im Projekt), die konkrete Maßnahme und auf die
Einbringung
von Ideen im kausalen Konstrukt kreativer und innovativer Aktionen,
konzentrierte.
In den
Gruppen fanden Gespräche statt, in denen sich letztlich die Mädchen und
Jungen selbst als Akteure hinsichtlich der Programmgestaltung zu erkennen
hatten
(... unsere Meinung gilt ... wir begreifen uns als Teilnehmer/innen unseres
eigenen
Programms).
Es galt von vornherein die Balance zwischen passiver Rezeption und
eigenkreativer
Mitgestaltung des Programms zu finden und hierbei insbesondere auf
innovative
Formen und Methoden der Eigeninitiative zu setzen. Diesem Anspruch hatte die
langfristige Vorlage eines Programmvorschlages gerecht zu werden, der, durch
das
Leitungsteam erstellt und mit lokalen und regionalen Partnern in
Marzahn-Hellersdorf
abgestimmt, eigene Intentionen und Aktionen in gemeinsamer Ausrichtung auf
das
Gesamtziel der Begegnung herausforderte und unterstützte. Hierzu kam es in
den
vorbereitenden Gruppengesprächen sowohl in Marzahn-Hellersdorf als auch in
der
polnischen Partnerstadt Tychy zu eigendynamischen und pragmatischen Ansätzen
in der Diskussion (insbesondere in der Bereitschaft zur interaktiven und
-disziplinären
Aktion während des Begegnungsalltags).
Eine besondere Rolle kam der Bedeutung von Kommunikation und Animation zur
Überwindung möglicher Distanz und der Motivation zur Gemeinsamkeit zu.

Festliche Eröffnung
der Exposition „Tychy – Tor zu den Beskiden“ durch die Vorsteherin der
Bezirksverordneten-
versammlung Marzahn-Hellersdorf und Vorsitzende des
Marzahn-Hellersdorfer Städtepartnerschaftsvereins,
Petra Wermke, im Schloss Biesdorf.
Mit der Eröffnung der Ausstellung begrüßt Petra Wermke auch die polnischen
und deutschen Teilnehmer/innen an der
Jugendbegegnung.
Das Programm zur Vernissage gestalteten Mädchen und Jungen beider Gruppen.
Foto unten: Gruppenfoto an der Nordseite des Schlosses mit dem Künstler
Andrzej Balcarczyk.

Mit der inhaltlichen Themen- und Zielsetzung der Jugendbegegnung wurden
durch
die Mädchen und Jungen im Detail der konkreten Planung und in Abhängigkeit
der
Programminhalte die Begegnungskriterien kreativ - innovativ - informativ -
kommuni-
kativ - aktiv - impulsiv - intensiv interaktiv - föderativ (als der/die
Einzelne, das
Individuelle in der übergreifenden Gesamtheit) - integrativ - retrospektiv
(Feedback,
nachhaltig wirkend) - alternativ - und lukrativ ;-) als bestimmende,
überzuordnende
Begriffe für die Ausrichtung der bilateralen Maßnahme, benannt.
Grundlage des methodischen Herangehens an einzelne Maßnahmen bildete die
gemeinsame Vorbereitung (die Idee, die gemeinsame Position), die Motivation
(gemeinsame Beratung und kontroverse Diskussion), die Initiative, die
gemeinsame
Auswertung und die Erarbeitung von Schlussfolgerungen.
Die
Gruppen einigte, mittels eigener Aktivität, selbst regulierter Initiative
und
kreativer Aktion eine akzeptable Form interkultureller Bildung und Bindung
zu finden,
die letztlich integrierend und mobilisierend wirkt.
Mit der Vorbereitung der Begegnung stellte sich das Leitungsteam gleichsam
auf
die Bewältigung von Konfliktsituationen insbesondere in der
Eingewöhnung-/Kennen-
lern-Phase in der Widersprüchlichkeit und Einheit/Vielfalt von affektiver
(auf das
Gefühl wirkender, die Emotion bestimmender Faktoren), voluntärer (auf die
individuelle
und die Erwartung/den Wunsch beziehende Erwartungen) und intellektueller
Ambivalenz (auf die eigene Beurteilung des jeweiligen Moments/selektive
Wahrneh-
mungen), ein.
Im
Mittelpunkt der Vorbereitung des Leitungsteams stand die Diskussion der
Grundsätze, Zielstellungen sowie Inhalte der Begegnung aus der Sicht der
Vorgaben entsprechend der Förderrichtlinie des DPJW.
Grundsätzlich wurde von der konkreten Modifizierung des Anspruchs an die
Inhalte
der Maßnahme (Partizipation und pädagogischer Ansatz/interkulturelles
Lernen)
ausgegangen, Programmdeterminanten und das auf Kommunikation, Information,
Kreativität und Innovation ausgerichtete partizipatorische Moment (z. B.
Anerkennung
von Projektarbeit als einer Methode, in der allen Beteiligten ein Höchstmaß
an
Selbstverwirklichung/-darstellung sowie Mitwirkungsbereitschaft und
Eigeninitiative
abverlangt wird) diskutiert.
Die urban-social gGmbH verstand es in Absprache mit dem polnischen Partner
und
bei Einbeziehung der Jugendinitiative "Jede® anders, alle gleich" des Hauses
"Pro-social" gut, die Erwartungen der Mädchen und Jungen mit den
zusätzlichen
Themen Toleranz und Akzeptanz zu verbinden und auf Aktionsbereiche zu
forcieren,
die sie in Spaß und Unterhaltung zusammenbringen.
Bereits in den systematisierenden und abzustimmenden Phasen der Projektdis-
kussion gab es weitgehende Übereinstimmung zur Übernahme von Eigen- und
Selbstverantwortung und eine abgestimmte Koordination in Symbiose von
Interessen
und Möglichkeiten im Begegnungsverlauf.
Unterwegs in Berlin.
Citytour mit Besuch des Bundesrates und Parlamentsspiel (Fotos unten)

Die gesamte Begegnung war in jeder ihrer Programmphasen auf das gemeinsame
Erlebnis ausgerichtet und baute sich auf innovativ-methodische und
inhaltliche
Strukturen sowie Erfahrungen auf, die in der gemeinschaftlichen,
gruppendynami-
schen Partizipation auch dem individuellen Anspruch an den Charakter des
Begegnungsalltags und des jeweiligen Programmdetail entsprach (hierbei auch
in
der Herausforderung von Eigeninitiative und [un-]bewusster Teilhabe des/der
Einzelnen).
Dem partizipativen und transdisziplinären Anliegen an die Teilnehmer/innen
der
Deutsch-Polnischen Jugendbegegnung „Jung und kreativ im Euroduo. Innovativ
im
Planspiel“ wurde, insbesondere durch die gezielte Methode im Tagesablauf
(Erkenntnis im Austausch – Einheit in der Vielfalt – Gebrauch der Sprache
als
sozial-interaktives Moment von Dissens und Konsens [praktische Semantik]),
und der, sich mit dem Programm ergebenden inhaltliche Konzentration auf das
Kognitive, das auf die kreative Umsetzung von Erlebnis und Erkenntnis (über
die
Forcierung von Dialogbereitschaft in Abhängigkeit zu einem, aus der
Situation
heraus entstehenden Verständnis füreinander; spielerisch-kommunikativer
Umgang
miteinander [interkulturelles Lernen und inter-kommunikative, aktive
Aktion];
Teamwork im Projektdetail) im Zusammenhang von gemeinsamer Aktion und
individuellem Anspruch - entsprochen.
Die
Maßnahmen und Projekte (Projekt im Projekt) im Programm setzten bewusst
auf die kollektive Teilhabe und waren in der Regel auch nur in der Gruppe
realisierbar.
Hiervon gingen die individuellen Wirkungen und Wahrnehmungen für die/den
Ein-
zelne/n im Ganzen aus.
Zu Besuch im Kinder-
und Jugendzirkus „Cabuwazi“ in Marzahn.
Zum Abbau von Hemmschwellen und im Kontext einer schnellen und
unkomplizierten
Findung und Mischung der Gruppen bewährten sich auch bei dieser Begegnung
tägliche Kommunikations-, Interaktions- und Animationsspiele. Hierzu gibt es
bereits
vielfältige Erfahrungen und einen "Spielepool" der Jugendinitiative des
Hauses "Pro-
social", der sich besonders auch in den Phasen des Kennenlernen und des
Ausbau
von Beziehungen, Kontakten und Freundschaften bewährt.
Die
"einfachen" Kennenlern-Spiele machen in der Regel den ersten binationalen
Dialog einer jeden Begegnung aus und erreichten auch während dieser Maßnahme
die Wirkung der Eigendarstellung vor dem Teilnehmerteam einerseits sowie der
Ambivalenz, der (Be-)Wertung und Annäherung zum/r jeweils Anderen. Mit der
gemeinsamen Aktion im Begegnungsverlauf wuchs auch der Anspruch an das
Kommunikationsspiel (von der "einfachen" Kommunikation zur Animation [in der
Auf-
forderung etwas für/mit den anderen zu tun, die Symbiose von Sprache und
direkter
Beziehung zum/r jeweils Anderen [sehen, hören, fühlen]). Hier entwickelte
sich auch
das erwartete Spannungsfeld in der Suche auf Antworten (was unterscheidet
uns;
was eint uns; wie werde ich in der Begegnung wahrgenommen, wo gibt es Inte-
ressengleichheit ...).
Der
Charakter der Begegnung verwirklichte sich insbesondere über den Weg der
Gestaltung des Programmalltags und gemeinsamer Partizipation mit der
Freisetzung
von Spielraum und Energie im unmittelbaren Einfluss auf das Geschehen (der
eigene
Antrieb, dass Angewiesen sein auf den/die jeweils Andere[n]) der
gruppenrelevante
Bindung des/der Einzelnen zum/r Einzelne(n) -› zum eigenen Team -› des, auf
kon-
krete Interessen bezogenen Teils der Gruppe, zum jeweils anderen Part im
anderen
Team -› der Gruppe zur [jeweils] anderen Gruppe bzw. letztlich zur
Gesamtheit der
Teilnehmer/innen an der Begegnung (Akzeptanz, kommunikative Ebene,
Verlässlich-
keit, Freundschaft) in der Erkenntnis: Keine® ist anders/keine® ist gleich).
Wichtigen Anteil an der Entwicklung zur Gemeinsamkeit hatten
Programmaktionen,
die auf Eigendynamik setzten und die Begegnung in der Gesamtheit seiner
Teilneh-
mer/innen, die einzelnen Teams, die gemischte Gruppen oder den/die
Einzelne/n
bewusst herausforderten (Stadtrallye - ein vorbereitetes Stadtspiel in
gemischten
Kleingruppen mit dem Ziel, mittels vorgegebener Koordinaten [fotografische
Details]
und über Kontaktaufnahmen zu Unbeteiligten sowie Eigeninitiative und -konzep-
tionelles Handeln bestimmte Aufgaben in Berlin zu erfüllen und darüber
berichten zu
können).

Innovativ:
Ganztägiges Europäisches Business-Planspiel mit der Berliner Unternehmer/innen-Gruppe
„BOB“ im Schloss
Biesdorf. Fotos unten: Unternehmenspräsentationen der Gruppen „vor laufender
Kamera“.


Ganz besondere Wirkungen gingen vom ganztägigen Euro-Business-Planspiel,
durchgeführt von einer Gruppe Berliner Unternehmer/innen, aus. Hier wurde,
in der
Auslotung der psychischen Belastbarkeit und der Bereitschaft, eigene
Visionen
europäisch zu strukturieren/zu deklarieren und zu artikulieren, u. a. auch
Methoden
des Assessment-Center angewandt (teamorientiertes „Leistungs- und
Leitungs"spiel
im fiktiven, europäischen Personalauswahlverfahren. Chancen und Grenzen im
Leistungsvergleich). Ein Spiel um Vision, Kreativität und Innovation, um
Initiative
und Wissen, um Aktion und Präsentation, um gemeinsames Erleben und konstruk-
tives Handeln).
Weiterführende Animationsspiele der Jugendinitiative "Jede® anders, alle
gleich"
(z. B. Outdoor-Spiel "Zauberwald") zielten auf gegenseitige Verlässlichkeit
und auf
das Vertrauen der Jugendlichen in gemeinsamer Aktion.
Der abgestimmte Programmverlauf setzte auf Verständigung und Interkommuni_
kation in allen Begegnungsphasen. Es wurden gemeinsame Lösungen in Problem-
situationen angestrebt und selbständige Handlungsansätze unterstützt.
Dem vorausbestimmten als auch improvisatorischen Projektimpuls und - im
Kontext
des täglichen gemeinsamen Erlebens, dem Dialog, der Methode der Vermittlung
von Wahrnehmung, Erkenntnis und Wertung (europäische Dimension jugendspezi-
fischer Gemeinsamkeiten [innovative Auseinandersetzung mit der Umwelt/dem
Umfeld/mit dem(r) Lebensidentität/Kultur des(r) jeweils Anderen) - kam im
Programm
entsprechende Bedeutung zu.
Die Maßnahme war als städtepartnerschaftliche Jugendbegegnung angelegt und
verband sich sich mit der vordergründigen Zielstellung nach Kreativität und
Innovation
im Anspruch auf europäische Integration und bürgerschaftliche Aktion.
Insbesondere mit den unterschiedlichen "Spielvarianten" in Kommunikation,
Inter-
aktion und interkulturellem Lernen, in der konsequenten Ausrichtung an der
Zielvor-
gabe, jung und kreativ im Euroduo und innovativ im Planspiel zu sein,
charakterisierte
sich gleichsam die Absicht der Jugendbegegnung: die gemeinsame Gestaltung
eines
anspruchsvollen Programms und die Forcierung und Begünstigung nachhaltiger
Empfindungen und Freundschaften.
Spiel
um Vertrauen und Verlässlichkeit: "Kristalle im Zauberwald"
Alle Erwartungen an die Begegnung fanden ihre volle Bestätigung im Feedback
von
Teilnehmer/innen ("... habe viel dazugelernt und nun eine ganz andere
Vorstellung
von ´den Polen´, ich mag sie und dass ist gut so ...", "... dass Programm
war erst
mal anstrengend aber das war eine Anstrengung die was gebracht hat.", "wir
hatten
viel zu wenig Zeit aber alles war super: besonders ... hmmm ;-)", "Jetzt
muss es
weitergehen, ganz wichtig ...", "I love Poland. Die polnischen Jungs und
Mädchen
waren zu 100% o.k. Habe viel gelernt, Leute", "Danke dass ich mitmachen
konnte,
meine Mam hat was gespart und ich hatte ne tolle und ne voll power-time Ich
steh
auf Tychy und Marzahn-Nord", "... hab nie gedacht, dass richtige Unternehmer
mit
uns action machen und dass so ein Spiel dazu noch Spass macht. Hab aber ganz
schön alt ausgesehn.", "... super Begegnung. Meine Schwester macht jetzt
selbst im
"Cabuwazi" mit. Kannten wir bisher nicht ...", "Wenn wieder eine Begegnung
ist -
nehmt mich bitte rein. Ein paar Tage die mein Leben verändert haben. Und ich
bin
verliebt :-)", "Wir bleiben in Kontakt. Versprochen.", "Ich will jetzt mal
nach Polen...",
"Gut, dass die Cityrallye am Anfang war – wir verstanden uns seitdem wie
Olle
und Bolle", "Das Konzert in der Musikschule war Spitze. Eigentlich war alles
toll ...".
Das
vordergründige Anliegen von Partizipation und Integration hatte mit den Pro-
gramminhalten und in den räumlichen und personellen Bedingungen des Hauses
"Pro-social" als Begegnungs- und Bildungsstätte eine gute Basis.
 
Spielesituationen … Tägliche Animations-
und Kommunikationsspiele … Spiele verbinden

Als
Schwerpunkte des Programms fanden insbesondere solche Veranstaltungen
und Maßnahmen Anerkennung, die einerseits integrierend wirkten (Animations-
und
Kommunikationsspiele) und anderseits die Jugendlichen selbst als Akteure in
interkultureller Aktion und in der Rolle des/r "Partner/in mit Kompetenz und
Engage-
ment" dazustellen vermochten (gemeinsame Teilnahme an der Vernissage des
Tychyer Künstlers Andrzej Balcarczyk zu dessen Ausstellung "Tychy - Tor zu
den
Beskiden"; Citytour und Cityrallye (Stadtspiel in gemischten Kleingruppen);
Länder-
abende mit kulinarischen Spezialitäten aus der jeweiligen Region,
Kulturprogramme
und Präsentationen; Teilnahme an einer Veranstaltung des Kinder- und
Jugendzirkus
"Cabuwazi" Marzahn (Faszination über die Ergebnisse ehrenamtlich engagierte
Kinder- und Jugendarbeit); Informationsveranstaltung und Parlamentsspiel im
Bundes-
rat (Föderalismus und Gewaltenteilung in der Demokratie); Gespräch mit dem
Schulleiter der Friedländer-Sprachschule ("Kommunikation und Sprache als
Parameter
für Integration und Akzeptanz"); Europäisches Business-Planspiel mit der
Berliner
Unternehmer/innen-Gruppe BOB im historischem Ambiente des Schlosses Biesdorf;
Konzert von Lehrer- und Schülerbands der Musikschule Marzahn ("von Jazz bis
Rap
Perfektion"), sportliche und künstlerische Aktivitäten etc); sportliche und
künstle-
rische Aktivitäten etc).
Die Phasen der Vorbereitung wurden insbesondere auch durch die Mädchen und
Jungen der Jugendinitiative des Hauses "Pro-social" getragen. Hier erfolgten
die
ersten grundlegenden Beratungen zum Programm und sie suchte (und fand) auch
die Kontaktebenen zu den Jugendlichen in Tychy. Über die Jugendinitiative
und das
Leitungsteam in Berlin und Tychy kam es zur Erfassung von Vorschlägen, Ideen
und inhaltlichen Bezugspunkten zur Jugendbegegnung.
Als wichtigen Schwerpunkt im Vorfeld der Maßnahme kristallisierte sich von
vorn-
herein die Bezugnahme auf das "Europäische Jahr der Kommunikation und Inno-
vation" heraus, dass bereits zur vorjährigen Multiplikatorenbegegnung der
urban-so-
cial gGmbH ins Gespräch gebracht wurde. Nach der Vermittlung durch die
Arbeits-
gruppe Internationale Projekte der urban-social gGmbH kontaktierten z. B.
die
Jugendlichen der Initiative in Berlin relativ selbständig mit der Berliner
Unterneh-
mer/innen-Gruppe BOB zur Vorbereitung eines Euro-Business-Planspiels als
ein,
auf das innovative Moment der Begegnung ausgerichtetes Highlight. Hierüber,
wie
auch über weitere Programminhalte blieben die Jugendlichen in ständiger
Diskussion
per Internet. In den kürzeren Vorbereitungsphasen kam es sowohl in
Marzahn-Hellers-
dorf als auch in Tychy zu Treffs der Gruppen, in denen das jeweilige
Leitungsteam auf
der Grundlage bisherigen Planungsstandes zusammenfassend berichtete und den
Ablauf der Begegnung mit den Jugendlichen beriet. Wichtiges Ergebnis jeden
Austausches im Vorfeld der Begegnung war die Bereitschaft zu eigener
Initiative und
der Wunsch nach Annäherung durch Aktion (Kommunikation und Animation).
Aus dem vorbereitenden Dialog und der Ideenfindung entwickelte sich
zunehmend
Eigeninitiative, die sich während der Begegnung, in Teilen der
Programmgestaltung,
positiv auswirkte. Hier fanden die Mädchen und Jungen
Freiräume zu eigener Aktivität
und gemeinsamer Aktion (Vorbereitung und
Gestaltung der Länderabende; Ausrich-
tung von Kommunikationsspielen auf Sprachanimation; Vorbereitung des
Stadtspiels;
Maßnahmen des Freizeitsports etc.).
In
Kooperation mit dem Betreuer/innen-Team zeigte die Jugendinitiative des
Hauses
"Pro-social" (Jugendliche aus verschiedenen Stadtteilen des Bezirks
Marzahn-Hellers-
dorf) ständige Präsenz im Programmalltag.

Besuch der Berliner
Friedländer-Sprachschule. Gespräch und Diskussion mit dem Schulleiter.

Eine Nachbereitung der Begegnung erfolgte auf der Grundlage ständigen
Feebacks
(in den Teams bzw. gruppenübergreifend mit allen Teilnehmer/innen.
Hier kam es zur
Diskussion des Erlebten und zur Sicht auf neue Momente in
der Wahrnehmung von
Entwicklungen.
Hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Jugendbegegnung, die sich insbesondere
im
Fortbestand
bilateraler Freundschaften und Kontakte äußert, ist die Nachbereitung
(auch
im Sinne der
Vorbereitung und Realisierung einer Rückbegegnung in Tychy
und der weiteren
Zusammenarbeit im Bereich des Austausch) nicht abgeschlossen.
Die
Partizipation der Jugendlichen an Vorbereitung, Durchführung und Auswertung
erfolgte mit ihrer direkten und unmittelbaren
Einbeziehung/Entscheidungsfindung in
die Begegnung, ihrer „Rolle“ als
eigentliche Akteure (eigener Anspruch an Teamarbeit,
Kommunikationsfähigkeit, Konfliktbewältigung …).
In der
Projektvorbereitung, -gestaltung und -nachbereitung wurde davon ausgegangen,
dass
mit der Begegnung und deren Programm letztlich ein Zugewinn an motivieren-
den
Auffassungen (als europäisch fixiertes Moment nachhaltiger Erkenntnis) und
zur
Persönlichkeitsfindung der Jugendlichen verbunden sein soll:
|
- |
der
Erkenntnisebene, dass ein „Europa der Jugend“ nur über ein neues Demokra-
tieverständnis für die Jugend ein Gewinn sein kann;
|
|
- |
der
kommunikativen Wahrnehmung jugendspezifischer Gemeinsamkeiten im
täglichen Dialog und in der Einheit gemeinsamer Interessen (bei Akzeptanz von
Dissens
im ganzheitlichen Konsens; Einheit in der Vielfalt);
|
|
- |
dem
Interkulturellen Lernprozess in Zusammenhängen von Kreativität und Innova-
tion in
der Kausalität von interkultureller Kompetenz und Assimilation;
|
|
- |
der
Abbau von Vorurteilen, Toleranz und Entwicklung/Förderung von Verständnis
und Toleranz im Umgang miteinander. Begreifen des Andersseins als Bereicherung
(kulturelle Vielfalt, Gender Mainstraiming, sexuelle Orientierung, Religionen,
Welt(an)sichten ...);
|
|
- |
der
Auseinandersetzung mit der deutschen Wirklichkeit (Informationsebene),
insbesondere auch
in der Auseinandersetzung mit deutscher Zeitgeschichte (Positionen
der
jungen Deutschen [Erkenntnisebene]) und die Konvergenz im
Denken und
Fühlen (Besuch
des Parkfriedhofs Marzahn und Blumenniederlegung
an der Gedenkstätte für junge
polnische Zwangsarbeiterinnen)
|
Die
Vielzahl der Maßnahmen und Veranstaltungen im Programm der Jugendbe-
gegnung
trug dazu bei, vom gemeinsamen Erleben zu partizipieren und dabei Vorur-
teile abzubauen und Leistungen im fairen Wettstreit zu vergleichen.
Bewährt haben sich insbesondere Methoden des interaktiven, interkulturellen
und
interdisziplinären, alle Teilnehmer/innen einbeziehenden Spiels. Hierbei
stand weniger
die Frage nach einem leistungsbezogenen Wettbewerb als
vielmehr die gruppen-
dynamische (in der Mischung der Teams) Aktion im
Mittelpunkt. Es erwies sich als
richtig und wichtig das
Kommunikations- und Animationsspiel mit der Sprache
des/der jeweils Anderen
zu verbinden und hierbei auch das Rollen-, Situations-,
Vertrauens- und
interdidaktische Spiel als soziale Interaktionsform, einzubringen.

Als
wichtig im Begegnungsalltag erwiesen sich Methoden, die die Jugendlichen
selbst
zu den
eigentlichen Akteuren ihrer eigenen Begegnung machten. Hierbei kam der
Modifizierung des Wissens um den/die jeweils Andere, über das/die jeweils
andere
Land/Region/Stadt und über Europa entsprechende Bedeutung zu.
Die
Anwendung der erprobten Methoden fand - insbesondere auch in Auswertung
z.
B. der Cityrallye als eines Stadtspiels mit gemischten Kleingruppen -
entsprechen-
de Anerkennung. Das
Programm fand in seiner Ausrichtung und seinem insgesamt
interdisziplinären
Rahmen die volle Aufmerksamkeit und Akzeptanz der Jugendlichen.
Die
Hervorhebung einzelner Maßnahmen kann sich letztlich nur auf das Feedback
beziehen, in dem sich die Jugendlichen auf einen überschaubaren Aktionskreis
konzentrierten. Besondere Hinwendung fanden hier Programmteile, die in
ihren
Formen und Methoden auf das kreative und innovative Potential der
Teilnehmer/innen
ausgerichtet waren, Eigeninitiative erforderten und
Motivationsschub bedeuteten
(z. B. Euro-Business-Planspiel der Berliner
Unternehmer/innen-Gruppe BOB).
Anerkennung kam der Ausstellung "Tor zu den Beskiden" des Tychyer Künstlers
Andrzej
Balcarczyk" zu. Hier bezog sich die Resonanz auf die Möglichkeit, an der
Eröffnung der Exposition als "gleichrangig" neben "Offiziellen" teilgenommen
und mit
einem eigenen Programm zur Ausstellungseröffnung besondere
Beachtung gefunden
zu haben. Die Ausstellung selbst eröffnete den
Jugendlichen aus Marzahn-Hellersdorf
und Tychy die intensiv genutzte Chance,
sowohl mit dem Künstler als auch mit der
Vorsteherin der
Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf und Vorsitzen-
den des
Marzahn-Hellersdorfer Städtepartnerschaftsvereins, Petra Wermke, ins
Gespräch zu kommen.
Mit dem Programm der Begegnung haben sich Sympathien untereinander
entwickelt,
wurden Vorurteile abgebaut und kam es zu neuen Sichten auf die
Beziehungen und
Emotionen Jugendlicher zur natürlichen Umwelt und zum
gesellschaftlichen Umfeld.
Die
Mädchen und Jungen begriffen sich zunehmend als junge Europäer/innen in der
Vielfalt und Summe gemeinsamer Interessen, Fähig- und Fertigkeiten.
Auf
beiden Seiten, in Tychy als auch in Marzahn-Hellersdorf, kam es zu einem
zunehmenden
Interesse an weiterführendem Austausch.
Zudem wurde der "Pool"
bürgerschaftlich engagierter Mädchen und Jungen die sich
in der
Jugendinitiative "Jede® anders, alle gleich" der urban-social gGmbH
zusammengefunden haben, weiter gestärkt.
Kulinarische Spezialitäten der polnischen und deutschen Küche sowie
Kulturprogramme der Jugendgruppen zu den
Nationalitätenabenden.
Fotos unten: Konzerterlebnis in der Musikschule Marzahn. Von Jazz bis HipHop

Die
Begegnung hat gezeigt, dass es gut, wichtig und richtig ist, bei den
Jugendlichen
selbst ein
Höchstmaß an eigener Initiative zu fordern und zu fördern, sie unmittelbar
in die Gestaltung der Programmsegmente einzubeziehen und sie in ihren
Aktionen zu
ermutigen und zu akzeptieren.
Die urban-social gGmbH erhielt inhaltliche wie organisatorische
Unterstützung durch
regionale, vor allem aber lokale Partner in kommunaler
und freier Trägerschaft, durch
die Jugendinitiative des Hauses "Pro-social"
sowie durch die Teilnehmer/innen selbst.
Hervorzuheben ist die Unterstützung durch das Stadtteilzentrum Schloss
Biesdorf im
Zusammenhang mit dem Aufbau der Ausstellung des Tychyer
Künstlers Andrzej
Balcarczyk (vor allem auch der Ausrichtung der Vernissage
als Teil der Jugendbegeg-
nung) und der Bereitstellung der
materiell-technischen und räumlichen Basis des
Schlosses Biesdorf für das
Euro-Business-Planspiel der BOB-Unternehmergruppe.
Hans-Jörg Muhs
urban-social gGmbH
|