 

Begegnung junger Fachkräfte aus Marzahn-Hellersdorf
und Nanterre.
Sozialpädagog/innen, Sozialarbeiter/innen,
Streetworker/innen, Student/innen
und Praktikant/innen aus Nanterre und Marzahn-Hellersdorf trafen sich vom
09. bis 14. März 2009 zu einer Maßnahme des Deutsch-Französischen
Austauschs im Haus "Pro-social".
Die Begegnung junger Fachkräfte der Jugendarbeit, Student/innen und
Praktikant-
innen – Streetworker/innen, Sozialpädagog/innen und Sozialarbeiter/innen aus
Marzahn-Hellersdorf und dem Pariser Vorort Nanterre - fand in völliger
Überein-
stimmung mit den Richtlinien des Deutsch-Französischen Jugendwerkes, hier
insbesondere auch des Punkt 1.3. (Grundsätze) statt
[„Ziel des Jugendwerks ist, dank exemplarischer Beziehungen zwischen der
deutschen und der französischen Jugend zu einer Verbesserung der
internationalen
Beziehungen beizutragen. Angesichts der Bedeutung der ihm zur Verfügung
stehen-
den Mittel, seiner Arbeitsmethoden und seiner Ziele bietet das Jugendwerk
ein
Erprobungsfeld für europäische Jugendarbeit ...“] und 2.2.2. (Konzeption …)
[… folgende Voraussetzungen zu erfüllen sind … „Programme mit eingegrenzter
Thematik, die der vertieften Auseinandersetzung mit den politischen,
wirtschaft-
lichen, sozialen und kulturellen Strukturen der beiden Länder dienen und
nach
Formen der Kooperation oder Angleichung im Geiste der europäischen Einigung
suchen“].

Eröffnung der
Begegnung junger Fachkräfte der Jugendarbeit, Student/innen und
Praktikantinnen –
Streetworker/innen, Sozialpädagog/innen und Sozialarbeiter/innen aus
Marzahn-Hellersdorf und
Nanterre im Haus „Pro-social“ mit der Bezirksbürgermeisterin und
Sozialstadträtin Marzahn-Hellersdorfs,
Dagmar Pohle, der Bezirksstadträtin für Jugend und Familie, Dr. Manuela
Schmidt, der stellvertretenden
Bürgermeisterin und Jugendstadträtin Nanterres, Rossana Morain und dem
Projektkoordinator zwischen
Stadt und Vereinen der Stadtverwaltung Nanterre, Patrick Pochet.
Unten: Gespräch mit dem Abgeordneten im Berliner Parlament, Wolfgang Brauer
zur Berliner Haus-
haltssituation und zu Fragen jugendkultureller Entwicklungen

In ihrer Zielstellung und
methodischen Ausrichtung war sie auf Inhalte, Themen und
Methoden konzentriert, die in ihrer interkulturellen, interaktiven und
-disziplinären
Bandbreite im Kontext von Komplexität und Dynamik in der
Jugend(sozial)arbeit
standen und auf Innovation, Konversation/Kommunikation, Nachhaltigkeit und
Aktion zielten.
In der lang- und
mittelfristigen Vorbereitung dieser Maßnahme, die in ihrer Planung
auf erste Absprachen während des internationalen Jugendforums in Nanterre
(„Assises de la jeunesse“) Ende 2006 zurückging und in der Folgezeit – so,
während einer Jugendbegegnung in Berlin (Oktober 2008) und bei einem eigen-
finanzierten Arbeitsbesuch der Projektgruppe Internationale Projekte der
urban-social
gGmbH (Oktober 2008) inhaltlich systematisiert wurde, einigten sich die
Partner auf
ein Programm, das sich auf künftige Möglichkeiten der individuellen als auch
der
projektorientierten und institutionellen Zusammenarbeit sowie auf Formen und
Metho-
den des interkulturellen Lernens, der Partizipation in der „Entdeckung des
Neuen“,
des „Projektes im Projekt“ aus der Sicht des pragmatischen Bekenntnisses und
der
verbindenden Achse zum „Europäischen Jahres der Kreativität und Innovation“
- immer
auch in praktischer Anwendbarkeit auf konkrete Gegebenheiten und
Entwicklungs-
bedingungen in den Sozialräumen – beziehen sollte.
Jugendfreizeiteinrichtung „Fair“. Jugendliche
präsentieren den Gästen „ihren“ Jugendklub
Unten: im Gespräch mit sozialpädagogischen Mitarbeiter/innen der JFE „Fair“
und Vortrag des Koordi-
nators für präventive Arbeit des Bezirks Marzahn-Hellersdorf, Ove Fischer,
zur suchtpräventiven Arbeit

Von besonderer Bedeutung sollte hierbei auch die Wahrnehmung
und Diskussion
von Erscheinungen sozialer Segration in den großstädtischen Peripherien (Margi-
nalisierung und Ausgrenzung durch räumliche Konzentration [in Nanterrer „Quartie-
ren“ wie in Marzahn-Hellersdorfer „abgegrenzten“ Sozialräumen]; soziale [[Des]]inte-
gration; sozialräumliche Polarisierung) und Möglichkeiten kooperativer
Stadt-
entwicklung (insbesondere in der Kinder- und Jugendarbeit mit den
Schwerpunkten
Assimilation, Akkulturation, Integration) sein.
Die urban-social gGmbH stellte sich in Absprache mit dem gleichermaßen interes-
sierten Partner aus Nanterre das Ziel, Schwerpunkte in der sozialen
Stadtteil-
arbeit im Bezirk als auch in den Projekten des Hauses „Pro-social“ und
verschiede-
ner Sozialzentren und Jugendeinrichtungen sowie Streetworkerprojekte
darzustellen,
den Erfahrungsaustausch mit jungen Sozialarbeiter/innen und Jugendlichen
hierzu
anzuregen und, auch in Konsequenz von Positionen und Schlußfolgerungen, wie
sie
durch das DFJW in seinem Glossar zu „Integration und Chancengleichheit“ („Inte-
gration and equal opportunities“) benannt sind, für die weitere
Zusammenarbeit,
insbesondere im multikulturellen Miteinander, auszurichten. Hierbei
konzentrieren
sich die Partner im gemeinsamen Programm auf die Akzentuierung der Toleranz-
und Akzeptanzproblematik im interkulturellen Dialog.
Insofern deckte sich die Idee einer Begegnung junger Fachkräfte aus den
Bereichen
des Streetwork, der Sozialpädagogik und der (Jugend-)Sozialarbeit mit der
Fest-
stellung im Orientierungsbericht des DFJW für die Jahre 2007-2009: „…
Grundsätz-
lich stellen alle deutsch-französischen Begegnungen Lern- und
Erfahrungsfelder für
den interkulturellen Dialog dar. Deutsch-französische Begegnungen fördern
gezielt
die Lust auf das Erlernen der Sprache des Partners und seiner Kultur, das
heißt die
Entdeckung des Anderen, Fremden. Interkulturelles internationales Lernen,
das
haben wir in unseren bi- und trinationalen Austauschbegegnungen immer wieder
fest-
gestellt, gibt Jugendlichen auch Rüstzeug an die Hand, um im intrakulturellen
Bereich
(in ihrem Problemkiez, in der banlieue) besser zu bestehen …
(Orientierungsbericht des DFJW Pkt. 2.5. Integration und Chancengleichheit).
Oben: Gespräch mit dem Vizepräsidenten des Berliner Taekwondo-Verbandes,
Fred
Gierschner, zu Antiaggressions- und Toleranztraining im Kinder- und
Jugendsport
Unten: Berlin in der Nacht. Von der Eastside-Galerie (links) zum Cocktail
ins Szene-Viertel.

Mit der Begegnung junger Fachkräfte aus Marzahn-Hellersdorf und Nanterre
gelang
es, gleichsam einer beabsichtigten Multiplikatorenwirkung im Umfeld der
eigenen
Jugend-/Sozialarbeit, eine künftig verlässliche und längerfristig
ausgerichtete Koor-
dination von Aktionen und Initiativen zu ermöglichen, die sich insbesondere
auf
Mädchen und Jungen mit problematischem sozialem Status, mit
Migrationshinter-gründigkeit und in sozialer Ausgrenzung bezieht und
interkulturelle Kompetenz
fördert.
Die vor allem in der Vorbereitung durch die Partner verabredete
Programmmethode
richtete sich insbesondere auf das vorwiegend senso-motorische,
sozial-kommuni-
kative, emotionale und sprachlich-kognitive Moment im Programmerlebnis.
Grundsätzlich konnte von der Gleichartigkeit der Motivations- und
Interessenlage
ausgegangen und so gezielt auf das sozial-interaktive Moment von Dissens und
Konsens in Erfahrungsaustausch und Dialog gesetzt werden.
Die urban-social gGmbH ließ sich in der Vorbereitung der Begegnung auf
konkrete
Wünsche des französischen Partners ein, die sich insbesondere an prägnanten
Beispielen, Initiativen und Gegebenheiten in der sozialen Stadtteilarbeit
mit benach-
teiligten und zum Teil schwer integrierbaren Jugendlichen festmachten.
Hier galt es rechtzeitig, Schwerpunkte zu filtern und die eigenen
Teilnehmer/innen
entsprechend einzustimmen. Gleichsam ergab sich der Anspruch der
längerfristigen
und auf die beabsichtigten Inhalte koordinierten Zusammenarbeit mit
Einrichtungen
der Jugend- und Sozialarbeit in der Kommune (vorbereitende Gespräche mit den
Vereinen Straßensozialarbeit Berlin „Gangway“ und „Outreach“, mit Kommunal-
und Bezirkspolitiker/innen, mit Einrichtungen der sozialen Stadtteilarbeit
und bürger-
schaftlichen Initiative [Sozialraum- und Stadtteilzentren in Marzahn], mit
Jugend- und
Kinderfreizeitzentren [Jugendklub „Mehrweg“, Spielplatzinitiative
Abenteuerspielplatz
Marzahn-Nord] mit Beauftragten für Sucht- und Gewaltprävention von Polizei
und
Bezirk, mit dem Sozialpädagog/innen-Team der sozialen Jugendwohngruppen im
Haus „Pro-social“ usw.).
In der Konsequenz entstand ein überdurchschnittlich anspruchsvolles und
vielseitiges
Programm.
Das deutsch-französische Leitungsteam zeigte sich bereits in der lang- und
mittel-
fristigen Vorbereitung zu Ziel, Inhalt und Form des Begegnungsablaufs
kommunikativ
und erwies sich in der Suche von Lösungen im Zusammenhang mit der Gestaltung
des Programmalltags als kreativ, flexibel und pragmatisch.

Begeisterung für die Atmosphäre im Alpha-Kuppelhaus des
Abenteuerspielplatzes Marzahn Nord.
Vorstellung der Konzeption der Spielplatzinitiative Abenteuerspielplatz:
Integration benachteiligter Kinder
im Kiez. Foto rechts: Vortrag und Diskussion mit Berliner Streetworker/innen
vom Team für mobile Straßensozialarbeit „Gangway“
Die „Begegnung junger Fachkräfte der Jugendarbeit, Student/innen und
Praktikan-
tinnen – Streetworker/innen, Sozialpädagog/innen und Sozialarbeiter/innen
aus
Marzahn-Hellersdorf und Nanterre“ verstand sich in seiner Ausrichtung
einerseits
als Angebot zu Determination, Polarisation, Transaktion und Diskussion
sozialer
Komponenten im Kontext von Differenz und Gemeinsamkeit in der spezifischen
Wahrnehmung der Situation im eigenen Aktionsraum und anderseits als Forum
zur Überwindung kognitiver Dissonanzen in der Artikulation verschiedener
Ansätze,
Paradigmen und Sichten im einheitlichen Konsens zu den Gegebenheiten in der
sozialen Gegebenheit.

Vorstellung sozialer Jugendwohngruppen der urban-social gGmbH und Gespräch
mit verantwortlichen
Sozialpädagog/innen in den Sozialbereichen des Hauses „Pro-social“.
Betreuungskonzepte
Die urban-social gGmbH konzentrierte sich in
seiner inhaltlichen Zielstellung auf
|
- |
eigene Erfahrungen im Kontext
sozialpädagogischer Arbeit in den verschiedenen
sozialen Wohngruppen des Hauses „Pro-social“ (insbesondere der
Jugendwohn-
gruppen) |
|
- |
die eigene Darstellung von Prägnanz und
Aktion im Sozialraum |
|
- |
den Zusammenhang von bürgerschaftlichem
Engagement in der Stadtteilarbeit und
der Projektaktion der Jugendinitiative des Hauses „Pro-social“
|
|
- |
die Zielgruppenbestimmung und inhaltliche
Ausrichtung im bi-, tri- und multilateralen
Jugendaustausch (mit den Schwerpunkten Migrationshintergrund, soziale
Benach-teiligung, Integrationsschwierigkeiten, Lernschwächen und
Verhaltensprobleme …) |
und suchte hierbei eine praktische Verbindung
mit der sozial untersetzten Struktu-
rierung und spezifischen Themenvielfalt der Arbeit im Sozialraum (und
darüber hinaus)
zu erreichen.

Konzepte und
Strategien der Berliner Polizei in der präventiven Arbeit (insbesondere
Gewaltprävention)
an Schulen und Jugendeinrichtungen. Im Gespräch mit Mitarbeitern des
Polizeiabschnitts 62 Marzahn.
Die Programmbreite erstreckte sich über Einrichtungen und Vereine der
Kinder- und
Jugendarbeit
| - |
Jugendfeizeitzentrum „Fair“ und Jugendklub
„Mehrweg“ (Gespräch mit
Sozialpädagog/innen und Sozialarbeitern zu Themen und Inhalten der
Gestaltung
des Bereichs der „offenen Jugendarbeit“
[Offener Bereich als Raum: |
| |
- |
zur Begegnung und zur
Kommunikation |
| |
- |
zum Spielen |
| |
- |
für jugendkulturelle Aktivitäten und
Jugendszenen |
| |
- |
für die Austragung von Konflikten |
| |
- |
für Interaktion und Geselligkeit |
| |
- |
als Arrangement von Lernfeldern für den
Erwerb von Schlüsselkompetenzen |
| |
- |
als erweiterter Familienraum], |
| |
sowie der Projektarbeit,
der interkulturellen Arbeit, der Organisation von Jugend-
freizeiten; der
Integration; des Ausgleichs und der Vermeidung von Benach-
teiligung …) |
| - |
Weitere
Trägereinrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe (Verantwortung für
gemeinwesenorientierte und vernetzte Arbeit im Sozialraum; Ziele und
Handlungs-
orientierungen auf der Rechtsgrundlage des KJHG, insbesondere den
Paragra-
phen I, VIII, IX und XI; Förderung von: |
| |
- |
sozialer und gesellschaftlicher
Verantwortung (bürgerschaftliches Engage-
ment) |
| |
- |
Eigenverantwortung, -dynamik |
| |
- |
nichtformeller Bildung |
| |
- |
Schlüsselkompetenzen wie Teamfähigkeit,
Kreativität, Konfliktfähigkeit |
| |
- |
Lebensweltorientierung und
Sozialraumorientierung mit Stadtteilbezug |
| |
- |
sozialräumlicher Angebote |
| |
- |
Ressourcen des Gemeinwesens |
| |
- |
Verantwortungsübernahme und selbst
bestimmtes Handeln durch die
Jugendlichen |
| |
- |
Übungen zu demokratischen
Beteiligungsstrukturen …) |
| - |
Projekte und Vereine mobiler Jugendarbeit
(Vorträge und Diskussionen mit Streetworker/innen des Verbandes für
sozial-
kulturelle Arbeit „Outreach“ und „Gangway“ zu pädagogischen
Handlungsstra-
tegien und Konzepten im Bereich der interkulturellen Arbeit, der
Gewaltpräven-
tion und der Partizipation von Jugendlichen; der Aktivierung
persönlicher und
struktureller Ressourcen im Sozialraum für und mit Jugendlichen, die „im
Ab-
seits“ stehen; dem Ausbau ressortübergreifender Vernetzung; der
Ressourcen-
bündelung, der Beteiligung von Jugendlichen). Besonderes Interesse galt
den
derzeitigen Projekten der Vereine mobile Straßensoziarbeit „Outreach“
und
„Gangway“ und die praktischen Erfahrungen im/bei/in der: |
| |
- |
Streetwork/aufsuchenden Arbeit u. a. als
Mittel der Kontaktaufnahme im
Sozialraum, |
| |
- |
Gruppenangeboten, kulturelle Aktivitäten und
Aktionen, |
| |
- |
thematischen Kursen und Fahrten mit
Bildungscharakter, |
| |
- |
Einzelfallbegleitung in besonderen
Lebenssituationen für Jugendliche mit
erhöhtem Unterstützungsbedarf, |
| |
- |
Vernetzung und Organisation von
trägerübergreifenden Veranstaltungen |
| |
- |
transparenten Lenkung von jugendlichen
Interessen – auch durch Mitarbeit im
Quartiersmanagement und im Bürgerhaushalt, |
| |
- |
Einflussnahme auf die Verbesserung der
Infrastruktur für Jugendliche im
Sozialraum, |
| |
- |
freizeitpädagogischen Angeboten zur
Schaffung positiver Selbstbilder und zur
Erhöhung von Selbstwertgefühl, |
| |
- |
Präsenz auf der Strasse als seismografischer
Funktion für Entwicklungen
oder Konflikte, |
| |
- |
frühzeitigen Erkennen von Trends und
Entwicklungstendenzen in der
Jugendszene und der Ableitung von Handlungsstrategien, |
| |
- |
Impulsgebung in der Jugendhilfeplanung,
|
| |
- |
Gender Mainstreaming als
Querschnittsaufgabe, |
| |
- |
Präventionsarbeit (Sucht, Gewalt) … |
| - |
Spielplatzinitiative Abenteuerspielplatz
Marzahn-Nord (sozialpädagogische
Angebote für Kinder aus dem Sozialraum, insbesondere auch für Mädchen
und Gruppen aus Familien in sozial-problematischer Situation, mit der
Orientie-
rung auf die kreative und innovative Auseinandersetzung mit der
natürlichen
Umwelt und dem gesellschaftlichen Umfeld (Spiel, Projekt,
Aktion,
Kommuni-
kation … Partizipation). |
In Vorträgen und Gesprächen mit verantwortlichen
Politiker/innen
- Bürgermeisterin des Bezirks Marzahn-Hellersdorf und Sozialstadträtin,
Dagmar Pohle
- Bezirksstadträtin für Jugend und Familie, Dr. Manuela Schmidt
und dem Abgeordneten im Berliner Parlament (Abgeordnetenhaus), Wolfgang
Brauer,
erhielten die jungen Fachkräfte Informationen zur allgemeinen Situation und
Kon-
zepten der Kinder- und Jugendarbeit, der Kinder- und Jugendhilfe sowie zu
Schwer-
punkten und inhaltlichen Fragen in den Bereichen Soziales, Bildung, Familie,
Sport
und Kultur, kommunales Gemeinwesen und Bürgerinitiative/-haushalt und kamen
in
angeregte Diskussionen.
Diskussion u. a.
zu Kinder- und Jugendhilfe, Streetwork und Jugendfreizeiten in Kinder-,
Jugend-
und Sozialprojekten. Diskussionspartner: Jugendstadträtinnen aus
Marzahn-Hellersdorf und Nanterre,
Dr. Manuela Schmidt und Rossana Morain, die wissenschaftliche Mitarbeiterin
im Deutschen Bundestag
(Familienpolitik), Dr. Silvia Wirth, der Leiter der kommunalen
Jugendfreizeiteinrichtung „Mehrweg“,
Gerry Mull und die Streetworker/innen des Vereins Straßensozialarbeit „Outreach“,
Sandra und Réne

Besondere Anerkennung
fanden weitere Maßnahmen und Veranstaltungen, die sich
in ihrer Vordergründigkeit mit Fragen und Problemen der Jugendfreizeit, der
Jugend-
kultur, der präventiven Arbeit (hier hinterließen insbesondere die Foren mit
dem
Präventionsbeauftragten der Polizeidirektion 62, Gerd Boussel [v. a. zur
Gewaltprä-
vention] und mit dem Koordinator für präventive Arbeit des
Bezirks Marzahn-Hellers-
dorf, Ove Fischer [v. a. zur Suchtprävention] nachhaltige Eindrücke und
regten
gleichsam zum Austausch von Erfahrungen an.
Sehr viel Zuspruch kam in diesem Zusammenhang auch dem Vizepräsidenten des
Berliner Taekwondo-Verbandes, Fred Gierschner, zu, der sein Konzept des
Toleranz-
trainings im Kampfsportbereich erläuterte und über Erfolge hinsichtlich des
Abbaus
von Aggressionspotential bei der Einbindung von gewaltbereiten Jugendlichen
in die
Vereinssportarbeit im Allgemeinen und in den Taekwondo-Sport im Konkreten,
sprach.
Dem Wunsch der jungen Fachkräfte aus Nanterre nach Darstellung der
„Verwal-
tungsstrukturierung im Bezirk Marzahn-Hellersdorf“ bzw. der Erfahrungen in der
Bürgerbeteiligung entgegenkommend, realisierte die urban-social gGmbH eine
gemeinsame
Veranstaltung mit den Mitarbeitern des Stadtteilzentrum Schloss
Biesdorf in
dessen
Einbindung in die Aufgaben des Berliner Ball e. V.
Inhaltliche Schwerpunkte bildeten die Vorstellung von Stadtteilinitiativen,
Sozial-
raumanalysen und Erfahrungen der Bürgerbeteiligung (z. B. der Jugendinitiative
des
Hauses
„Pro-social“) der Diskussion zur Erstellung des Haushaltsplanes im Bezirk
und die
mittel- und langfristigen Entwicklungskonzeptionen und Gestaltungspläne im
Stadtteil
(bürgerschaftliches Engagement, Forcierung von Initiative und Aktion der
Bürger,
Möglichkeiten der Beteiligung am Bürgerhaushalt). Wesentliche Bedeutung
kam
hierbei auch der Akzentuierung der Notwendigkeit zu, stärker junge Menschen
ohne
Ausbildung und/oder ohne Arbeit sowie junge, allein erziehende Mütter und
Jugendliche mit Migrationshintergrund zu erreichen und sie in Gestaltung des
Sozialraums
(als der eigentlichen Lebensumwelt) mit der Kenntnis ihrer
infrastruktu-
rellen und
sozialen Bedürfnisse einzubeziehen.
In diesem Zusammenhang hob die
Vorsitzende
des BALL e. V., Dr. Ines Petra
Scheibe, auch die inhaltliche Ausrichtung und
Zielgruppenbestimmung im Jugend-
austausch durch die urban-social gGmbH
positiv
hervor.

Vorträge und
Diskussionen mit der Vorsitzende des Vereins BALL e. V., Dr. Petra Ines
Scheibe,
den Leiter des Stadtteilzentrums Biesdorf, Peter Bielig und dem
Projektbeauftragten Bürgerhaushalt
des Stadtteilzentrums, Dieter Meise im Schloss Biesdorf
In der praktischen Erlebbarkeit pädagogischer Konzepte erwies sich der
Besuch der
Montessori-Schule Marzahn als ein wichtiges Programmhighlight. Neben der
Wahrnehmung von spezieller Methodik in der Unterrichts- und
Freizeitgestaltung (im
Ganztagsschulbereich) konnten sich die Begegnungsteilnehmer in Gesprächen
mit
dem Schulleiter, mit Lehrer/innen und Erzieher/innen sowie mit Schüler/innen
selbst,
vom Erfolg alternativer Bildungsformen überzeugen.
Überhaupt kam insbesondere dem praktischen Bezug zum Wort entsprechende
Resonanz im Begegnungsverlauf zu. So überzeugten sichtbare
Projektdarstellungen
(Ergebnisse von Jugendbegegnungen; Kunstprojekte, Graffiti, Plakatwand und
Foto-
dokumentationen) als auch unmittelbare Kontakte zu Akteuren der
Jugendkulturszene
(Programm und anschließender Workshop mit der Deutsch-Russischen HipHop-Crew
(Rap für Toleranz) C.N.R.C.
Neben den fachspezifischen Vorträgen und Gesprächen kam es zu unmittelbaren
Kontakten zu Jugendlichen des Bezirks und zur Herausbildung von nachhaltigen
Freundschaften zwischen einem großen Teil der Teilnehmer/innen.
Mit der Begegnung junger Fachkräfte der Jugendarbeit, Student/innen und
Praktikant-/
innen – Streetworker/innen, Sozialpädagog/innen und Sozialarbeiter/innen aus
Marzahn-Hellersdorf und dem Pariser Vorort Nanterre ist eine neue Qualität
der
Zusammenarbeit, vor allem auch hinsichtlich annähernd gleicher sozialer und
urbaner
Problemlagen im Bereich der Jugendarbeit, erreicht.
Beide Seiten profitierten von den Erfahrungen des jeweils anderen Partners
und kamen
zu Erkenntnissen, die insbesondere auch für die künftige Zusammenarbeit im
Jugend-
austausch von Bedeutung sein können.
 
Nationalitätenabend:
Kulinarische Spezialitäten aus Berlin und Nanterre und jede Menge Kultur und
Spaß.
Die Förderung der Begegnung durch das Deutsch-Französische Jugendwerk fand,
auch hinsichtlich der Bedeutung, die gerade auch die soziale Thematik im
Zusammen-
hang mit der Priorität und Ambivalenz der Partnerschaftskontakte spielt,
hohe
Anerkennung.
Beide Partner schätzen im Feedback zur Begegnung ein, dass die Begegnung
junger
Fachkräfte aus Marzahn-Hellersdorf und Nanterre
1. den Konsens zu Standpunkten in bestimmten Bereichen der
Jugendsozialarbeit,
bei Anerkennung aller Verschiedenheit und unterschiedlicher Bedingungen (z.
B. in
Personalstärken, Gestaltungsmöglichkeiten durch finanzielle Mittel der
Kommune etc.)
gestärkt
2. zu neuen (An-/Ein-)-Sichten hinsichtlich sozialer Strukturierungen in
städtischen
Sozialräumen (Kiez, Quartier) und hiermit verbundener Möglichkeiten
perspektiv-
orientierter Angebote für benachteiligte Jugendliche, geführt
3. Freiräume und Grenzen in der Jugendsozialarbeit aufgezeigt
4. die Notwendigkeit einer verstärkten, möglichst vernetzten und bilateralen
(deutsch-
französischen) Evaluation der Erfahrungen und Ergebnisse in der
Jugendfreizeit und
innovativen Bildungsarbeit mit benachteiligten Jugendlichen verdeutlicht
5. neue kommunale und freie Partner und Koordinatoren für die konkrete
Aktion benannt
6. die Notwendigkeit von Kooperationen und Vernetzungen unterstrichen
und
7. die Aktivierung bilateraler Kontakte (z. B. durch Fachbegegnungen,
Fachtagungen,
Jugendaustausch, wechselseitigen Praktikant/innen-Austausch, Jugendforen
etc.) als
dringlich und relevant (auch in der Bewertung wachsender sozialer Probleme
in den
urbanen Peripherien der Großstädte) bewertet
hat.
Das Gesamtprogramm stellte sich als sehr kompakt dar und verlangte ein
Höchstmaß
an Aufmerksamkeit, Interessiertheit und Mitwirkungsbereitschaft.
Den Programmausgleich brachten die abendlichen Kommunikations- und
Animations-
spiele [Sprachanimation, Situations- und Rollenspiele, Animation) und
lockerer und
bilateral aufgelöster Atmosphäre. Hier entstanden Freundschaften.

Begeisterung für neue
pädagogische Konzepte und Integrationsmodelle: Besuch in der Montessori-
(Ebereschen)-Schule Marzahn.
Diskussion mit der Ausschussvorsitzenden für Bildung und Kultur der
Bezirksverordnetenversammlung
Marzahn-Hellersdorf, Ute Thomas und dem Schulleiter, Bernd-Roland Fromm

Sprachanimationen und Kommunikationsspiele hatten insbesondere den Zweck,
das Interesse für die jeweils andere Sprache zu wecken (einige
Teilnehmer/innen
aus Marzahn-Hellersdorf waren hier durch „Schulfranzösisch“ bereits
„vorbelastet“) und
das Kennenlernen der Teilnehmer/innen sowie die bilaterale
Gruppendurchmischung
locker und unkompliziert zu unterstützen. Hierbei standen vor allem Spaß und
Erlebnis,
auch unter dem Gesichtspunkt der Forcierung dauerhafter Kontakte, im
Mittelpunkt.
Die urban-social gGmbH hat hier gute Erfahrungen. Sie setzt auf
wechselseitige
Aktivitäten im kommunikativen Animationsbereich.
Für
Maßnahmen des Erfahrungsaustausches, des partnerschaftlichen, im Thema
des Treffens begründeten Dialogs, des Vortrags/Referats als auch in der
allgemeinen
Programmbegleitung machte sich der Einsatz einer Sprachmittlerin, die sich
zudem
als Teil der aktiven und innovativen Gruppendynamik zu erweisen hatte,
erforderlich.
Auf der Basis dieses Anspruchs vermochte es die urban-social gGmbH für eine
perfekte Übersetzung (in überwiegenden Programmteilen simultan) eine
engagierte
Marzahner Lehrerin zu gewinnen, die ergänzende Unterstützung durch eine
junge
sozialpädagogische Mitarbeiterin der urban-social gGmbH und in
qualifizierten
Ansätzen (Sprachanimation, Kommunikationsspiele) durch einige Mädchen und
Jungen der Jugendinitiative, erhielt.
Mit den Sprachanimationen, insbesondere im Spiel, gelang es gut, für
Sprachen zu
interessieren und vor allem für einen entsprechenden Wortschatz für die
Anwendbarkeit
im Sozialbereich auf der Grundlage des Glossars des DFJW „Integration and
equal
opportunities“ zu begeistern.
Eigengestaltetes T-Shirt zur Fachkräftebegegnung
Die urban-social gGmbH drängte bereits in der Vorbereitung der Maßnahme auf
die
Auswahl solcher junger Sozialarbeiter/innen und befähigter junger Fachkräfte
sowie
Student/innen, die künftig auch als Teamer/innen bzw. Betreuer/innen bei
Jugend-
begegnungen fungieren können. Wesentlicher Anspruch beider Partner war es,
in der
Konstellation der Gruppen entsprechende Kommunikations- und Kommunikations-
fähigkeiten vorauszusetzen/zu berücksichtigen.
In der pädagogisch-methodischen Ausrichtung (Erlebnis-/Erfolgspädagogik)
ging es
darum, die Teilnehmer/innen in ein konstruiertes Stigma zu führen (das
Ergebnis der
Begegnung hängt im Wesentlichen von Euch ab), welches sie unmittelbar
(heraus)fordert und sie zu Entscheidungen (auch im konstruktiven Streit) und
zum
Handeln, zum Miteinander zwangen. Dies geschah vorzugsweise in Gruppen, so,
dass nicht nur das persönliche Engagement, sondern auch Kooperation und
Team-
fähigkeit gefördert wurden. Durch das Zusammenleben in der Gruppe (zunehmend
in
der Durchmischung der Gruppen durch Auflösung der ursprünglichen Gruppen-
konstellation) und die Anforderungen in der konkreten Situation wurden
Prozesse
schneller in Gang gebracht und Raum für Kreativität und Initiative
geschaffen.
Die urban-social gGmbH besitzt bereits gute und langjährige Erfahrungen im
Deutsch-
Französischen Jugendaustausch. Mit Vehemenz wendet sie sich in ihrem
Partner-
schaftsanspruch und in der Zielgruppenbestimmung an Jugendliche mit
Problemen,
an benachteiligte Mädchen und Jungen. Sie lehnt jede Art von Vorurteil oder
Ablehnung
im Zusammenhang mit Lebenssituationen von Menschen ab und wertet gerade die
Möglichkeit der Teilnahme am Austausch als Chance und von höchstem
integrativem
Wert für den/die jeweils einbezogenen jungen Menschen.
Eine deutsch-französische Begegnung mit jungen Fachkräften ist eine erste
Erfahrung
für die urban-social gGmbH. Mit enormen Kraftaufwand vorbereitet und in
ständigem,
vorbereitendem Dialog, insbesondere im Zusammenhang mit der
Programmerarbeitung,
präzisiert (einschließlich der kompletten Terminverlagerung), brachte sie
eine Fülle
neuer Erkenntnisse und eröffnete die Möglichkeit basisrelevanter realer
Kontakte.
Unerwartet für die Begegnung gestaltete sich die
nur kurz vor der Maßnahme
angekündigte Teilnahme der stellvertretenden Bürgermeisterin und
Jugendstadträtin
Nanterres, Rossana Morain an der gesamten Begegnung.
Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass Begegnungen durch „offizielle“
der Stadt
begleitet oder besucht werden (nicht nur bei Gruppen aus Nanterre).
Die Teilnahme Morains beeinflusste die Begegnung junger Fachkräfte aber
positiv und
bedeutete keinerlei Abbruch an Offenheit und Kontroverse in der Diskussion.


Plakat zur Begegnung junger Fachkräfte
(reduziert von DIN A0 auf DIN A4. jpg ca. 430 kb)
Hans-Jörg Muhs
urban-social gGmbH
|