 

Deutsch-Französisch-Russischen
Jugendbegegnung
"Graffiti - bunt wie Europa. Teil 2.
Europäisches Jahr der Kreativität und Innovation".
Mit Mädchen und Jungen aus Marzahn-Hellersdorf,
Nanterre und Kaliningrad.
12. - 21. April
2009

Mit der Vorbereitung der
Deutsch-Französisch-Russischen Jugendbegegnung
"Graffiti -bunt wie Europa. Teil 2. Europäisches Jahr der Kreativität und
Innovation"
setzten sich die Partner aus Marzahn-Hellersdorf, Nanterre und Kaliningrad
bereits langfristig Inhalte, die sich vordergründig auf das „Projekt im
Projekt“ als
wesentlicher Programmbestimmtheit bezogen und sich, in Nachhaltigkeit der
Diskussion während des Internationalen Jugendforums („Assises de la jeunesse“)
in Nanterre Ende 2006 (zu Fragen urbaner Jugendkultur an den Peripherien von
Großstädten als „Ventil und Seismograph“ der Befindlichkeit junger Menschen
im
Kontext ihres sozialen Lebensumfeldes) und späterer Absprachen und Vereinba-
rungen (hier insbesondere auch zur Begegnung junger Fachkräfte der Jugend-
arbeit, von Student/innen und Praktikantinnen – Streetworker/innen,
Sozialpäda-
gog/innen und Sozialarbeiter/innen aus Marzahn-Hellersdorf und Nanterre im
März 2009 sowie der bereits im Feedback zur Deutsch-Französisch-Polnischen
Jugendbegegnung „Wir begegnen uns – bunt wie Europa. Graffiti für Toleranz“
vereinbarten Weiterführung des Begegnungsprojekts im Oktober 2008) auf
Komponenten der interaktiven, interdisziplinären und interkommunikativen
Aktion
sowie auf entsprechende Zielgruppen ausrichteten.

Vorbesprechung der Jugendinitiative zum
Graffiti-Projekt der Jugendbegegnung.
Unten: das Projekt-Ergebnis kurz vor Beendigung der Begegnung

Aus der Sicht voraussetzender Zusammenhänge in der Zweckbestimmtheit alter-
nativer Formen der Jugendarbeit, dem subkulturell geprägten Umfeld einer „vorört-
lichen Szenekultur“ in Marzahn-Hellersdorf und Nanterre sowie der bewussten,
auf Integration, Assimilation und Akkulturation ausgerichteten Konzentration
auf
französische und deutsche Jugendliche, die insbesondere mit sozialen
Problemen
konfrontiert sind (einschließlich hieraus resultierender Zwänge in den
Quartiers
bzw. Kiezen), gelang es der urban-social gGmbH in Absprache mit dem
französi-
schen Partner, mit einer Gruppe aus dem russischen Kaliningrad (Deutsch-Russi-
sches Haus) ein entsprechend konträres Pendant - weniger in der Ausrichtung
auf Zielstellung, Inhalte und Programm als vielmehr zur eigenen Konstitution
(intellek-
tueller und sozialer Bezug), zu finden.
Alle drei Gruppen zeichneten sich zudem durch eine positive, sehr
verschieden-
artige Migrationshintergründigkeit von Teilnehmer/innen aus (deutsche
Gruppe:
bulgarische, polnische, russische und portugiesische -; französische Gruppe:
vor
allem islamische und in der russischen Gruppe z. T. deutsche Hintergründe).
Mit
der Multikulturalität in den nationalen und regionalen Besonderheiten und
der
auf
das „Projekt im Projekt“ angelegten Programmkonstellation kam auch die
erwünschte Farbe und Vielgestaltigkeit in den Begegnungsverlauf.

Oben: Citytour Berlin. Unten: City-Rallye in
Deutsch-Französisch-Russischen Kleingruppenteams
 
Die in der Vorbereitung durch den französischen Partner prognostizierten
Problem-
belastungen durch Teilnehmer/innen aus Nanterre, die, so die Ankündigung,
auf
Grund ihrer Situation aus erzieherischer und sozialpädagogischer Sicht
schwer zu
„greifen“ und zu bewältigen wären und somit voraussehbar Schwierigkeiten
berei-
ten würden (sozial indizierte Verhaltensauffälligkeiten, Defizite in der
Wahrnehmung
und hieraus resultierender Störungen des Sozialverhaltens,
Auffälligkeitssyndrome
etc.), konnten sich im Kontext des Programmverlaufs nicht bestätigen.
Hiermit
erwies sich letztlich wiederholt die Auffassung der urban-social gGmbH als
zu-
treffend,
dass es bei der Zielgruppenbestimmung im bi-, tri- oder multilateralen
Aus-
tausch,
ein entsprechendes Programm sowie eine verbindende Gemeinsamkeit und
Dynamik
im Begegnungsalltag vorausgesetzt, weder ein Tabu bei der
Teamzu-
sammenstellung
geben sollte und die Orientierung, insbesondere sozial ausge-
grenzte
Jugendliche als
Teilnehmer/innen an Begegnungen zu gewinnen (Grundsatz
der
Chancengleichheit)
durchaus positive Wirkungen für den Gesamtverlauf der
Maßnahme haben kann.
Diese Position der urban-social gGmbH und der Jugendinitiative des Hauses
„Pro-social“ richtet sich vor allem am Charakter der Jugendwohngruppe des
Hauses
selbst als auch an der Beziehung zum konkreten Sozialraum aus.

Täglich im Programm: Kennenlern-, Animations- und Kommunikationsspiele
In den genannten Zusammenhängen der Einbindung entsprechender Zielgruppen
insbesondere auch im Kontrast und im Kontext extremer Unterschiede im Sozial
verhalten (Bildung, Erwartung, Wahrnehmung und Partizipation, Ausdauer und
Konzentration, Mitwirkung, Eigenantrieb, Aktionsbereitschaft und
Eigeninitiative)
galt es von vornherein, das Programm der Jugendbegegnung in Übereinstimmung
mit
der Zielstellung und in Ausrichtung entsprechender Methodik auf bestimmte
Synonyme in der Relevanz von Jugendkultur und Aktion, in pragmatischer Verbin-
dung
zu
Sprache, Lebensgefühl/-einstellung und Zukunftsvision als
sozial-inter-
aktives Moment
von Dissens und Konsens, zu artikulieren. Im Vordergrund standen
hierbei der
Motivationsschub für die Bewältigung der eigenen Lebenssituation
(Überwindung von
Grenzen), Integration (durch zunehmenden Zusammenhalt bis
zur gänzlichen
Vermischung der Gruppen) und interkulturelles Lernen (bei Forcie-
rung von
Selbstwertgefühl und Akzeptanz des[r] jeweils Anderen in den Phasen
des gemeinsamen
als
auch individuellen partizipativen Programmerlebens).
In der vordergründigen (als themenrelevanten) Darstellung des
Begegnungsschwer-
punktes konnte mit der Aufgabe („Projekt im Projekt“), ein großflächiges
Graffiti-
Projekt („Graffiti, bunt wie die Welt“) zu erstellen (in der Weiterführung zu
einer vor-
jährigen Begegnung in Berlin), den Intentionen insbesondere der Jugendlichen
aus
Nanterre und Marzahn-Hellersdorf bereits in der längerfristigen
Vorbereitungsphase
und, im Konsens sowie der Sicht künstlerisch-kreativer Umsetzung
entsprechender
Motive durch die russische Gruppe aus Kaliningrad, entsprochen werden.
Es gelang sehr gut, einerseits viele Mädchen und Jungen über das mehrtägige
Aktionsmoment der Gestaltung eines eigenen Kunstwerkes in Form eines Groß-
flächen-Graffiti (als besondere und anerkannte Form der Jugendkultur) zu
begeistern
und zu mobilisieren, anderseits aber auch, mittels des Gesamtprogramms auch
das Projektdetail „Graffiti“ als eine von vielen Aktionen im
Begegnungsverlauf zu ver-
mitteln.
Letztlich erreichte auch der allgemeine Begegnungsverlauf in seiner Vielfalt
und in
der
Ausrichtung auf den interkulturellen Dialog durch das gemeinsame Erleben
ent-
sprechende Wirkungen.
Oben: innovativ und total kreativ. Papiermodenschau.
Unten: Model-Performance zur Mode-Präsentation
Eine besondere Funktion kam der Methode der Animation
zur Hinwendung der/s
Einzelnen in die Gesamtheit und so zum Engagement im Projektverlauf zu (Motiva-
tion, Gemeinschaftsfähigkeit).
Grundsätzliches Interesse kam der Kommunikations- und Beteiligungsfähigkeit
in
Einheit einer trilateralen Gruppendynamik im entsprechenden Aktionsrahmen
zu.
Hierbei stand der Wille zur Aktion zunächst über dem Ergebnis der Aktion (z.
B.
sollte sich im Graffiti-Projekt jede/r probieren und seine eigene
„Handschrift“ im
letztlich mehr- oder weniger wahrnehmbaren Detail des Gesamtkunstwerkes
hinter-
lassen können). So war einerseits der Anspruch an die „führende Hand“ und
der
Einfluss auf Idee und Motiv (im Zusammenhang mit der Anleitung durch
profilierte
Jugendliche der Jugendinitiative), andererseits die Chance, sich selbst im
gemisch-
ten Team einbringen und entdecken zu können, unabdingbare Voraussetzung für
den
Projekterfolg.
In den Darstellungs- und Aktionsformen offerieren die Mädchen und Jungen
offen,
ehrlich und polemisch ihre Angebote (und Erwartungen) an die Gesellschaft
und
artikulieren sich locker, frei und ungezwungen zu ihren Idealen und
Kontroversen
bezüglich des Seins.
Dem vorausbestimmten als auch improvisatorischen Projektimpuls kam, im
tägli-
chen
gemeinsamen Erleben, der individuellen Partizipation, dem Dialog, der
Methode
der
Vermittlung von Wahrnehmung, der Erkenntnis und Wertung in der europäischen
Dimension jugendspezifischer Gemeinsamkeiten [innovative Auseinandersetzung
mit
der Umwelt/dem Umfeld/mit dem(r) Lebensidentität/Kultur des(r) jeweils
Anderen) im
Programm entsprechende Bedeutung zu. Die tatsächliche Tages- wie
Aktionsgestaltung lebte so in und durch die Möglichkeit der Einflussnahme
durch
das
eigene Engagement und die offene Gruppendiskussion.
... Freundschaften entstehen und festigen sich.
Der veranstaltenden urban-social gGmbH und der Jugendinitiative des Hauses
„Pro-social“ war an der Schaffung entsprechender Programmfreiräume, die den
Mädchen und Jungen die Gelegenheit gaben, „sich selbst zu (er-)leben, ihre
eigenen
Identitäten und Befindlichkeiten darzustellen und sich so „interessant“ machen
für
die
anderen machen zu können, gelegen (Ideenfindung für das Graffiti; das
Gespräch
auf
Baugerüst beim gemeinsamen sprayen; Nationalitätenabende; Kommunikations-
und
Animationsabende; Cityrallye in gemischten Kleingruppen, Kreativaktion
Papier-
modenschau, Aktionstag im Jugendklub „Mehrweg“ …). In diesem Kontext
ver-
mochten
es die Jugendlichen relativ schnell und unkompliziert, sich selbst als die
eigentlichen
Akteure der Begegnung zu begreifen, und die Disponibilität der anderen
als
Bereicherung zu empfinden. In den Projektzusammenhängen erlebten sie sich so
letztlich als
besonders wichtig und unverzichtbar. Die emotional sehr beeindruckende
Äußerung
eines Nanterrer Mädchens im Feedback der Begegnung brachte die
Gefühlswelt
vieler
Teilnehmer/innen auf den Punkt: „… noch nie in meinem Leben
waren mir
andere so
nahe wie hier. Ich habe gemerkt, wie sehr ich euch brauche und
ich habe
verstanden,
dass ihr ohne mich nicht auskommt. Wenn ich wieder zu Hause
bin werde ich
ein
ganz anderer Mensch sein. Ich kann mehr als mir alle zutrauen.
Das erste Mal
habe
ich richtige Freunde gefunden …“. Dieses Bekenntnis unter-
stützten auch
andere
Jugendliche in Bezugnahme auf die eigene Befindlichkeit.
Die Jugendlichen selbst begriffen sich zunehmend als der Ausgangspunkt der
Begegnung und seiner Inhalte, standen in deren Mittelpunkt und erwiesen sich
letzt-
lich
auch als ursächlichen Adressaten der Wirkungen, die von ihnen selbst, von
den
gemeinsamen Aktivitäten ausgingen.
Eine ganz besonderer Identitätsbezug kam im Begegnungsverlauf den Mädchen
und
Jungen aus Russland (Kaliningrad) zu. Sie erwiesen sich in ihrer
intellektuell und
sozial
überlegenen Situation als gleichwertige Partner, die es – auch Dank der
Füh-
rung der
Gruppe durch die Leiterin des Deutsch-Russischen Hauses in Kaliningrad,
Minna Wall
– verstand, direkt auf die Positionen der anderen Gruppen einzugehen
und
sich sofort
zu integrieren. Hierdurch konnte erstens ein positiver Effekt für den
Gesamtverlauf der
Begegnung erreicht und zweitens ein, wesentlich auch durch die
Berliner
Gruppe und die Jugendinitiative beeinflusster Part des auf Toleranz,
Akzeptanz
und Pluralität ausgerichteten Projektbezuges übernommen werden.
In der Konformität in den eigenen Beziehungen zum Programm und seinen
Projekten
gestaltete sich für die Jugendlichen aus Marzahn-Hellersdorf eine besondere
Form
der
Disponibilität und der Anleitung (insbesondere bei der Erstellung des
Graffiti).
Bei aller Verschiedenheit und unterschiedlicher Herangehensweise und Wertung
einzelner Programminhalte vermochten es die Jugendlichen selbst
(insbesondere
durch unkomplizierte und schnelle Kontakte durch das Kennenlern-,
Kommunikations-,
Sprach- und Animationsspiel sowie die uneingeschränkten Möglichkeiten
eigener
Verantwortungsübernahme im Aktionsbereich) auf einen „gemeinsamen Nenner“ zu
kommen.
Empfang und Führung in der Russischen Botschaft
Auf der Internetseite der urban-social gGmbH wird dem Aktions- und
Gemeinschafts-
sinn (siehe unter
http://www.pro-social.de/Jugendinitiative_Archiv_Graffiti_Teil2.htm)
in einer Einschätzung (der Jugendinitiative) Rechnung getragen, die hier
insbeson-
dere
auf das Graffiti-Projekt zielt, jedoch auf den Gesamtcharakter der Begegnung
übertragbar ist:
„Gemeinsam mit den Jugendlichen aus Nanterre und Kaliningrad grübelten sie
(die
Mädchen und Jungend der Jugendinitiative) über Motive und brachten ihre
Ideen erst
aufs Papier, dann auf die Wand.
Und es hat Spaß gemacht, zusammen auf dem Gerüst zu stehen und über Gott und
die
Welt zu sprechen, sich am Spray des Freundes (oder der Freundin) "nebenan"
zu
erfreuen und eigene Fortschritte bemerken zu können.
Die Jugendlichen erhielten viel Zuspruch von den Mieterinnen und Mietern im
Kiez.
In Erinnerung bleibt die große Freude über das Fassadenkunstwerk bei der
sympathi-
schen vietnamesischen Blumenverkäuferin an der Straßenecke, die Begeisterung
der Rentnerin Frau Becker " aus der Nebenstraße", von Herrn x,y,z "von
gleich
nebenan", dem Vizepräsidenten des Berliner Taekwondo-Verbandes, Fred
Gierschner
sowie den Vereins-Kids, und die offizielle Würdigung der Jugendstadträtin
des
Bezirks,
Dr. Manuela Schmidt.

Schminken für die Euro-Party, "Euro-Kuss". Unten: Programm
zum Deutschen Länderabend.
Die Marzahner HipHop-Crew C.N.R.C.


Der allerwichtigste "Nebenbei-Effekt": auf dem Baugerüst festigten sich
Freund-
schaften, entstand so etwas wie ein "solidarisches Miteinander" der Sprayer/innen;-).
Die meisten Jugendlichen hielten zum ersten Mal eine Spraydose in der Hand.
Aber, es war ein Anfang, nicht das Ende!
Natürlich ist der Stolz auf das entstandene Graffiti groß.
Und es findet positivste Beachtung, dass sich Jugendliche verschiedener
Herkunft
und Nationalität mit Freude und Enthusiasmus treffen, um ein gemeinsames
Projekt
anzugehen.
Die Jugendinitiative dankt dem Deutsch-Französischen Jugendwerk für diese
Möglich-
keit gemeinsamer Aktion während einer Jugendbegegnung“.
Den sich mit der Projektorientierung ergebenden grundsätzlichen
Zielstellungen für die
praktische Programmgestaltung in Einheit von Kontinuität und Flexibilität
wurde in
allen Begegnungsphasen entsprochen:
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- |
Auseinandersetzung mit der deutschen,
französischen und russischen
Wirklich-
keit als Teil europäischer Identität in Gesprächen,
Diskussionen, bei
Länderabenden
und Spielen (Kommunikations- und Informationslinie)
|
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- |
das gemeinsame Erleben von Werten und
Kulturen in der abgestimmten
Programmaktion; Einbringen in Formen der Jugendkultur (mit der
Möglichkeit
der
Selbstdarstellung). Neue Wahrnehmung: Einheit in der Vielfalt,
Selbstvertrauen und
Stolz auf die eigene Leistung (ich/wir sind von
besonderer Bedeutung für den
Projekterfolg). |
| |
> |
Projekt
Großflächengraffiti (von der Idee über die Skizze, die
„Spray-Anleitung“
bis zum eigenen Spray an eine „eigene Wand“ auf „eigens
aufgestelltem
Gerüst“ und „offiziell abgesegnet“) |
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> |
Eigene
Gestaltung von Aktionsbereichen während des Jugendaktionstages im
Jugendklub „Mehrweg“ (z. B. alkoholfreie Cocktail-Bar, Spiele
usw.)
|
|
- |
die kommunikative Wahrnehmung des
jugendspezifisch Verbindenden im
tägli-
chen Dialog und in der Einheit gemeinsamer Interessen (bei
Akzeptanz von
Dissens im ganzheitlichen Konsens; Einheit in der Vielfalt)
|
|
- |
die Symbiose von innovativem Lernen
und kreativer Nachhaltigkeit bei der
eigenen,
wechselseitigen Identitätsfindung (Kreativität und
Innovation in der
Kausalität von
interkultureller Kompetenz und Assimilation) |
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> |
Papiermodenschau (von der Idee im Team über das Rollenspiel
[Gestaltung
einer darstellenden Performance in Papier] und die entsprechende
Kreation bis
zur Präsentation … |
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> |
Wettbewerb „wir beschreiben Euch Euer Land, Eure Stadt …“ – (Kommunika-
tion, Kreativität, Aktion, Präsentation …) |
| |
> |
Aktionstag im Jugendklub „Mehrweg“ |
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> |
Führung
durch den Europäischen Skulpturengarten (Geschichten und Hinter-
gründe des ersten internationalen Großkunst-Projektes der
urban-social gGmbH) sowie Vermittlung weiterer Projektergebnisse
bisheriger
Begegnungen |
| |
> |
tägliche
Spiele-Abende (Sprach- und Animationsspiele); Gemeinsame
Ideen-
findung für den Freizeitbereich |
| |
> |
Wahrnehmung und Artikulation von Wertorientierungen und
europäischen
Befindlichkeiten (Kommunikations- und Erkenntnisebene) |
| |
> |
Gespräch
mit Botschaftsrat beim Empfang während der Führung in der
russi-
schen Botschaft |
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> |
Talk mit der Stadträtin für Jugend und
Familie des Bezirks Marzahn-Hellersdorf,
Dr. Manuela Schmidt, während der Übergabe der Graffiti-Projektwand |
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> |
Wettbewerb „wir beschreiben Euch Euer
Land, Eure Stadt …“
|
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- |
Erleben Berlins und das Kennenlernen von Vorzügen und Problemen in den
Stadt-
und
Sozialräumen Marzahn-Hellersdorfs
(Abbau von Vorurteilen und reale
Sicht auf
Alltägliches) |
| |
> |
Vorzüge des interkulturellen Berlin;
Frankreich und Russland in Berlin ent-
decken
(thematische Stadtführung) |
| |
> |
Erlebnis City-Rallye: Berlin-Erkundung
nach Auftrag und in Eigenregie
gemisch-
ter
Kleingruppen |
| |
> |
„Argumente statt Gewalt. Toleranz auf
Auftrag“.
Gespräch mit dem Präventionsbeauftragten des Polizeiabschnitts 62 zur
Präven-
tion von Gewalt und Jugendkriminalität an den Schulen und in
Jugendeinrich-
tungen |
| |
> |
Jugendinitiative des Hauses „Pro-social“ zu Aktionen des
bürgerschaftlichen
Engagements: „lieber viel Mehr als viel zu Wenig. Jede® anders, alle gleich“
(Information, Motivation) |
| |
> |
„Sport gegen Gewalt“. Im Gespräch mit
dem Vizepräsidenten des Berliner
Taekwondo-Verbandes, Fred Gierschner. Toleranztraining. |
| |
> |
Diskussionen mit der Jugendinitiative
des Hauses „Pro-social“ zu Aktionen
des
bürgerschaftlichen Engagements: „lieber viel Mehr als viel zu Wenig. Jede®
anders, alle gleich“. |
| |
> |
Ein Leben für Toleranz und Akzeptanz:
Charlotte von Mahlsdorf. Besuch und
Führung durch das Gründerzeitmuseum Mahlsdorf (Alt-Berlin in Hellersdorf) |
| |
> |
Ökologie und Umwelt; Stadtentwicklung.
Wuhlewanderung. Synonyme eines
Bezirks: Stadtraum und Natur.
“Zum ökologischen Wert naturbelassenen Stadt-
raums“.
Besichtigung des Unfallkrankenhauses Berlin …
|
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- |
Abbau von Vorurteilen, Toleranz und
Entwicklung/Förderung von Verständnis und
Toleranz im Umgang miteinander. Begreifen des Andersseins als Bereicherung
(kulturelle Vielfalt, sexuelle Orientierung, Religionen, Welt(an)sichten ... |
| |
Geschichtsexkurs zur
Auseinandersetzung mit dem deutschen Faschismus.
Besuch
und Führung Parkfriedhof Marzahn: |
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> |
Sowjetisches Ehrenmal |
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> |
Stele der Opfer faschistischer
Zwangsarbeit |
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> |
Gedenkstein für junge polnische
Zwangsarbeiterinnen |
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> |
Gedenkstein für Opfer des Faschismus –
ermordete deutsche Antifaschisten |
| |
> |
Gedenkstätte für die ermordeten Sinti
und Roma (ehemaliges Lager in Marzahn)
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- |
Förderung von Interesse für die
Sprache des/der jeweils Anderen |
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> |
Sprachanimation im Kennenlern- und Kommunikationsspiel |
| |
> |
Programmsituationen, die Kommunikation
und Sprachinteressen fördern und
notwendig machen (z. B.: Stadtrallye in gemischten Kleingruppen)
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- |
Möglichkeiten des Entstehens und der
Festigung stabiler und dauerhafter
Freund-
schaften sowie Bindungen der Jugendlichen untereinander … |
| |
> |
gemeinsamer Tagesablauf,
Projektarbeit, das „Aufeinander-angewiesen-sein“) |
| |
> |
Anspruch des Inhalts/der Methode jeder
Maßnahme als Anspruch an jede(n)
Einzelne(n) in der Gemeinschaft |
| |
> |
Sensibilisierung für die
geschlechtsbewusste, gleichberechtigte Teilhabe aller
an
allen Programmaktionen (Gender Mainstreaming); echte Gleichstellung bei
gemeinsamer Partizipation
|
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- |
Gewährleistung ständiger
Beweglichkeit/Mobilität und Flexibilität in der
Programm-
gestaltung sowie Feedback und Kommunikation im Tagesablauf |
Der mit dem Begegnungsinhalt verbundene Toleranzgedanke fand seine Umsetzung
natürlich zuallererst im Alltagsverhalten und im umgänglichen Miteinander.
Die Jugendlichen fühlten sich nicht nur aufeinander angewiesen, sie suchten
die Nähe
zum/zur jeweils anderen. Die Hinwendung zur teamübergreifenden Identität
wurde
durch die abgestimmte Programmkoordination und Maßnahmen, die das Gemein-
same im Einzelnen/Individuellen herausforderten, zusätzlich bestärkt. Von
vornherein
galt für die Determination und Interpretation der Projektphasen – von der
Abstraktion
in der Planung, über die konkrete Vorbereitung bis hin zur Realisierung des
partizi-
patorischen Moments im gemeinsamen, projektierbaren Detail sowie die
einheitliche
Ausrichtung auf Nachhaltigkeit und innovatives „Lernen durch Erleben“
mittels
projektorientierter Arbeit als vordergründig.
Toleranz als Thema: Gespräch mit dem Präventionsbeauftragten des
Polizeiabschnitts 62

Letztlich führte die Jugendbegegnung zu neuen Sichten, zu Selbstvertrauen
und zu
Freundschaften unter den beteiligten Jugendlichen und stabilisierte
dauerhaft und
nachhaltig das Bild zum jeweils anderen Partner (Überwindung eventueller
Vorurteilen
und Stigmata eingeschlossen). Die Ausrichtung des Programms war auf die
entsprechenden Zielgruppen ausgerichtet und konnte so seine Wirkung
erreichen.
Mit dem Programm als Maßnahmekonzept, den Inhalten und vor allem auch den
Methoden zur bewussten Bewältigung des Begegnungsalltags ergaben sich, bei
sinnerfüllter kommunikativer und struktureller Konstellation und
partizipativer Inte-
ressiertheit/Erwartung an der Programmteilnahme (Multiplikator/innenwirkung)
sowie gewollter und den Konsens im Dissens fördernder Akzeptanz
verschiedener
Wert-/Weltansichten und individueller Befindlichkeiten eine Vielzahl von
Möglich-
keiten, pädagogische Mittel und Hilfsmittel einzusetzen und hierbei (z. T.
aus der
Situation heraus) ein ständiges Spannungsfeld aufzubauen.
Die Programmmethode konzentrierte sich insbesondere auf das vorwiegend
senso-
motorische, sozial-kommunikative, emotionale und sprachlich-kognitive Moment
im
Spiel, während der Aktion und im Projekt, dabei letztlich auf die Forcierung
von
Eigeninitiative.
Es bewährten sich wiederum insbesondere Methoden des interaktiven,
interkultu-
rellen und interdisziplinären, alle Teilnehmer/innen einbeziehenden Spiels
(Rollen-,
Situations-, Vertrauens- und interdidaktisches Spiel als soziale
Interaktionsformen).
Als eine wirksame Methode der Einbindung und Aneignung erwiesen sich das
„Projekt im Projekt“, das Gespräch/der Erfahrungsaustausch und die Teilhabe
an
interaktiven, -disziplinären und –kulturellen Maßnahmen. Mit den Ansätzen
pädagogisch-methodischen Projektausrichtung (Situations-/Erlebnis-/Erfolgs-
und
Wahrnehmungspädagogik) gelang es, die Teilnehmer/innen in ein konstruiertes
Stigma zu führen (das Ergebnis der Begegnung hängt im Wesentlichen von Euch
ab), welches sie unmittelbar (heraus) forderte und sie zu Entscheidungen zum
Handeln und zum Miteinander bewog (Learning by Doing).
Spitze: kulinarisch und kulturell. Modern und traditionell. Russischer
Länderabend
In seiner Anwendung und beabsichtigten Wirkung konzentrierten sich die
Methoden
auf die Reflexion der eigenen kulturellen Identität im Kontext gleicher
europäischer
Ideale, die Überprüfung eigener Wertvorstellungen und den Abbau von
Vorurteilen,
auf
Empathien (sich kognitiv in die/den jeweils Andere/n hineinzuversetzen,
andere
Gefühle zu teilen [zumindest zu akzeptieren]), auf die Wahrnehmung möglicher
Diskriminierungen aus der Minderheitsperspektive (und etwas dagegen zu
unterneh-
men) und auf das Begreifen ideeller Unterschiede im Denken, Fühlen und Tun
(des
Andersseins und der kulturellen/weltanschaulichen/religiösen Vielfalt) als
Bereiche-
rung des eigenen Weltbildes.
Als wesentliche methodische Formen der Programmrealisierung erwiesen sich
hierbei:
- das „Projekt im Projekt“ (Kreativ- und Präsentationswettbewerbe, Graffiti
etc)
- der Erfahrungsaustausch, das Gespräch
- die Eigengestaltung Nationaler Länderabende
- Kommunikationstraining, nonverbale Übungen, Spiele
- die Einbeziehung interaktiver Medien
- thematisch ausgerichtete Aktionen
- das ständige Feedback
- die Dokumentations- und Öffentlichkeitsarbeit
Die Anwendung entsprechender Methodik ging konform der Zielstellung und den
Programminhalten. Sie hatte damit eine bestimmte, auf die Gruppendynamik
wirken-
de, motivierende und aktivierende Funktion.
Voll im Trend: Papiermodenschau. Kreativ und innovativ.
Teil der Bezirkserkundung: Action. Rettungsvorführung einer
Hubschrauber-Crew am Unfallkranken-
haus Berlin.
Unten: Teakwondo. Toleranztraining

Die sprachliche Verständigung zwischen den deutschen und den russischen
Jugend-
lichen erfolgte unkompliziert in Deutsch bzw. Englisch. Etwas
problematischer ge-
staltete sich die Verständigung mit den französischen Freunden aus Nanterre.
Da hier, bis auf eine Betreuerin, die über einen mäßig fundierten Wortschatz
der
deutschen Sprache verfügte, ausschließlich französische Sprachkenntnisse
vorhan-
den waren und das Bemühen, mittels Kommunikations- und Animationsspielen für
die deutsche Sprache zumindest in Ansätzen zu interessieren anfangs recht
wenig
Erfolg hatte, richteten sich die deutschen und russischen Teilnehmer/innen
verstärkt
auf einen „Einstieg“ in die französische Sprache ein.
Ein Mädchen und ein Junge der Jugendinitiative des Hauses „Pro-social“
verfügt über
mäßige, ein Mädchen über fortgeschrittene und recht stabile französische
Schul-
sprachkenntnisse
und darüber hinaus über besonders Fähigkeiten zur Realisierung
von
Sprachanimation und Kommunikationsspielen.
In Einbeziehung eines Sprachmittlers, der über ausgezeichnete französische
und
englische Kenntnisse verfügt, fanden, initiiert von den Freunden der
Jugendinitiative
allabendliche Sprachspiele und –animationen statt. Außerordentlich positiv
wirkte
sich
aus, dass der noch junge Sprachmittler sich von Anbeginn der Begegnung
direkt
in
das französische Team integrierte und sich als Teil der Gruppe verstand.
Damit kam auch eine besondere Vertrauensebene zustande, die über die Sprach-
mittlung
hinausging.
Ansätze, sprachlich „auf einen Nenner“ zu kommen, gab es auf eigenen
Antrieb
dort, wo einerseits der unbedingte Bedarf an Kommunikation bestand (z. B.
auf dem
Gerüst beim Graffiti-Projekt) und andererseits, wo die entsprechende
Gegebenheit
eine Verständigung, wie auch immer praktiziert, erforderlich machte (z. B.
während
der Cityrallye in gemischten Kleingruppen).
In bestimmten Situationen zeigt sich der kommunikative Umgang Jugendlicher
ohne-
hin unkompliziert und wenig problematisch.
Oben: Arbeit im Graffiti-Projekt. Unten:
Projektübergabe an die Jugendstadträtin des
Bezirkes Marzahn-Hellersdorf, Dr. Manuela Schmidt

Die eigentliche deutsch-französisch-deutsche bzw. englische Übersetzung
erfolgte
sehr sicher und in Unterstützung durch Jugendliche der deutschen Gruppe
(insbeson-
dere vom deutschen ins englische) durch den o. g. Sprachmittler sowie, in
Ansätzen
durch die französische Betreuerin (nach Erfassung der Übersetzung oft noch
Zusätze,
die erklärend auf das Begreifen bestimmter Aussagen Bezug nahmen).
Die Teilnehmer/innen aller drei Gruppen kamen mit dieser Art der
Sprachmittlung gut
zurecht.
Im Übrigen waren die Erwartungen an die französischen Freunde in Bezug auf
ein
besonderes Interesse am Erlernen der deutschen Sprache bereits von
vornherein nur
relativ gering. Vielmehr legte die urban-social gGmbH besonderes Augenmerk
auf
soziale Integration mittels gemeinsamer Aktion. Hier setzte sie natürlich
auf weitere
Kommunikationsformen.
Mit dem Ende der Jugendbegegnung verfügten die französischen Mädchen und
Jungen über einen deutschen Minimalsprachwortschatz der einerseits einen
gewissen
Stolz der Jugendlichen selbst und anderseits auch die Anerkennung der
deutschen
und russischen Teilnehmer/innen bewirkte, ganz sicher aber nicht als
Grundstock
künftiger Interessiertheit am Erlernen dieser Sprache gelten kann.
Im
alltäglichen Feeback wurde sich neben einer in der Regel recht kurzen
allgemei-
nen Auswertung des Begegnungsablaufs auf die Vorbereitung des Folgetages
konzentriert.
Insbesondere auch durch die Deutsche Gruppe (hier vor allem die Mädchen und
Jungen der Jugendinitiative) erfolgte eine gründlichere, jeweils
nachbereitende Tages-
bilanz, in der die Einzelmaßnahmen und Projekte ausgewertet und für eine
Foto-
sammlung in Bildbearbeitung, Grafik und Kurzinfo aufbereitet wurden.
Diese Retrospektive auf das Geschehen des Tages in Form kurzer Sätze,
Headlines
und Bilder bildete im weiteren Verlauf eine wichtige Grundlage zur
Erstellung von
Dokumentationen für die Gruppen.
Letztlich gelang es, noch vor Abschluss der Begegnung ein DIN-A0-Plakat zu
erstellen, welches wesentliche Inhalte und Höhepunkte der Begegnung
darstellte.
Dieses Plakat konnte den Gruppen sowie der Jugendinitiative des Hauses
„Pro-social“
und der urban-social gGmbH während der Abschlussveranstaltung, zusammen mit
eigens für diese Begegnung kreierten und im Siebdruck hergestellten T-Shirts
und
speziellen Zertifikaten für jede/n Teilnehmer/in übergeben werden.
In den Gruppen sind, neben entsprechenden Aufbereitungen der Begegnung durch
die
urban-social gGmbH und die Jugendinitiative des Hauses „Pro-social“ für die
Veröffentlichung auf der Internetseite, eigene Formen zur öffentlichen
Wahrnehmung
angedacht.
Die Deutsch-Französisch-Russische Jugendbegegnung erreichte seine
Öffentlichkeits-
wirksamkeit vor allem durch den Projektcharakter.
Das „wie“ der Programmauswertung stand in direktem Zusammenhang mit
entspre-
chenden Erfordernissen, Notwendigkeiten und vor allem den sich in
zunehmendem
Programmverlauf verdichtenden Vorschlägen zur weiteren
Gestaltung
der Projektarbeit.
Nuancen und Fragen der Programmauswertung gingen so, mit
der
freien Diskussion
und im interkulturellen Kontext, in die Weiterführung der
Begegnung
ein.
In diesen Zusammenhängen wurde insbesondere auch die Jugendinitiative
des
Hauses „Pro-social“ aktiv.
In der gemeinsamen Auswertung am Ende der Begegnung wurde insbesondere der
Dank an das Deutsch-Französische Jugendwerk für die Förderung von Maßnahmen
in
trilateraler Zusammensetzung zum Ausdruck gebracht.
Aktiv: "Mehrweg"-Jugendaktionstag und Minigolf in Marzahn-Nord

Interessant war, dass es bis auf die Betreuerinnen, bislang keinerlei
Kontakte der
Jugendlichen aus Frankreich zu deutschen Mädchen und Jungen und überhaupt
keine
konkreten Vorstellungen zu „Jugend in Russland“ gab.
In der Programmauswertung werteten dann auch die Teilnehmer/innen sowohl aus
Marzahn-Hellersdorf als auch aus Nanterre und Kaliningrad die Begegnung als
einen
wichtigen Anfang, der eine unbedingte Weiterführung finden sollte.
Im Feedback kam, resultierend auf den Gesamtblick auf die Begegnung, eine
eindeutige Positionierung für Projekte, die „eigentlich nur so richtig
interessant sind,
wenn man sie mit Freunden machen kann, von denen man bisher überhaupt nichts
wusste“ und wenn sie in ein Programm eingebettet sind, dass sich von den
Stereo-
typen des „normalen“ Alltagsdaseins grundsätzlich unterscheidet.
Insbesondere die Nanterrer Jugendlichen brachten im direkten Gespräch und,
verstärkt
über ihre Betreuerinnen, zum Ausdruck, dass sie sich erstmals als „etwas
ganz
Besonderes verstehen konnten“, als Teil eines Ganzen.
Die Jugendbegegnung hat Spuren hinterlassen, die nachhaltig auf spätere
Entwick-
lungen der Jugendlichen, vor allem auch in Nanterre, wirken werden.
Für die teilnehmenden Mädchen und Jungen aus Marzahn-Hellersdorf, Nanterre
und
Kaliningrad ergaben mit einem anspruchsvollen Programm, mit individuellen
Freundschaften und mit einem neuen Weltbild als junge Europäer/innen (ein
Bild, in
dem sich Europa anders darstellt als im eigenen Kiez bzw. im Quartier)
gleichsam
Ideale eines erstrebenswerten Miteinander im Kontext gemeinsamer Interessen.
Insgesamt wurde der Zeitraum der Begegnung als viel zu kurz gewertet (das
hat seine
natürliche Ursache in der zunehmenden Durchmischung der Gruppen, in den
entstandenen Kontakten und Freundschaften sowie in der eindeutigen
Positionierung
für das Programm und seiner Inhalte).
Die trilaterale Jugendbegegnung "Graffiti - bunt wie Europa. Teil 2.
Europäisches Jahr
der Kreativität und Innovation" traf die Intentionen, den Nerv der
Jugendlichen und
wurde auf sehr hohem Niveau durchgeführt. Die Dichte, der Anspruch und die
fordernde/fördernde Intensität der Programmbausteine stellte sich in der
Gesamtaktion
des jeweiligen Programmalltages als geschlossener Maßnahme-Zyklus dar.
Hierbei
ging das Leitungsteam der urban-social gGmbH in Absprache mit den Leitungen
der
Partnergruppen davon aus, Aktion und Ausgleich in der Kurve
(Spannung/Ent-
spannung;
Spannung in Wellen bis zum Höhepunkt und schließlich Auflösung durch
Entspannung im Ausgleich) zu planen und zu realisieren.

Plakat
zur Jugendbegegnung (Original DIN A0 reduziert auf DIN A1; als jpg;
400 kb)
Hans-Jörg Muhs
urban-social gGmbH
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