 

"Auf Europawelle. Europäisches Jahr
der Kreativität und Innovation"
Deutsch-Polnisch-Italienische Jugendbegegnung in Berlin
15.05.-24.05.2009
Die
Deutsch-Polnisch-Italienische Jugendbegegnung "Auf Europawelle ..." war
bereits in seiner längerfristigen Vorbereitung darauf ausgerichtet, einen
möglichst
breiten und intensiven Aktionsrahmen zu den inhaltlichen Schwerpunkten des
"Europäischen Jahres der Kreativität und Innovation" zu bilden und über den
Weg
des interkulturellen Dialogs sowie einer interaktiven sowie -disziplinären
Ausrich-
tung des Programms gemeinsame Intentionen und Interessen berücksichtigt zu
finden.
Dieser Standpunkt galt insbesondere für das deutsch-polnische Leitungsteam
im
gemeinsamen Kontext zu den Ansprüchen an Erlebnis und Partizipation im Pro-
grammdetail als den entscheidenden Kriterien vorausgehender Konsultation
und
Koordination zur Strukturierung von Abläufen sowie inhaltlichen Prämissen.
Oben: Empfang und Begrüßung zur Begegnung. Unten:
Liebe, Sex und
Prävention. Führung durch die
mobile Ausstellung
„Liebesleben“ der Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung in Hellersdorf
Die Vorbereitung des Leitungsteams konzentrierte sich auf die Zielstellung
der
Begegnung im Allgemeinen als auch auf die konkrete Bestimmung von Inhalten
und die Diskussion effektiver Methoden im Besonderen. Von italienischer
Seite
kam
es im Vorfeld der Begegnung zu vorübergehendem Gesprächsbedarf hinsicht-
lich
einer deutlicheren Ausprägung touristischer Elemente im Programmverlauf, dem
jedoch eine grundsätzliche Positionierung zu eindeutigen Begegnungsinhalten
in
der Ausrichtung von Projekt ("Projekt im Projekt") und Aktion entgegenstand.
Im weiteren, insbesondere mittel- und kurzfristigen Verlauf der Vorbereitung
durch
das Leitungsteam (bei Einbeziehung der Jugendinitiative des Hauses "Pro-social"),
wurden die Programminhalte in ihrer konsequenten Bezugnahme auf den
Charakter
der Maßnahme besprochen und in die Gruppen getragen.
Zu
ersten planenden Absprachen zwischen dem polnischen Partner vom OHP Lu-
buskie und der urban-social gGmbH kam es bereits zur trilateralen
Multiplikator/in-
nenbegegnung der urban-social gGmbH im Herbst 2008. Hier spielten vor allem
gute
Erfahrungen, wie sie sich in der partnerschaftlich weiter gefestigten
deutsch-polni-
schen Zusammenarbeit bei Einbeziehung eines Drittlandpartners, in diesem
Falle
Jugendlicher der italienischen Kleinstadt Villa Minozzo, zeigten, eine
entsprechen-
de Rolle. Zu weiteren konkreten Absprachen zwischen den befreundeten Organi-
sationen/Einrichtungen in Polen und Deutschland kam es während eines
polnisch-
deutschen Partnerschaftstreffens des OHP der Wojewodschaft Lubuskie in
Wiech-
lice zum Jahresende 2008, während einer bilateralen Begegnung in Villa
Minozzo
sowie einer deutsch-polnischen Begegnung junger Fachkräfte -
Sozialarbeiter/innen,
Erzieherinnen und Streetworker/innen - aus Marzahn-Hellersdorf und Lubuskie
(beide im Februar 2009).
Gehört zur
Jugendbegegnung: Berlin-Citytour
Die Leitungsteams
nutzten die Vorbereitung der Jugendbegegnung zur Gruppen-
motivation und Meinungsbildung.
Als besonders wichtig galt, die Besonderheiten des Programms und den Anteil
der eigenen Gruppe für die Konformität und Relevanz des Gesamtprogramms,
dar-
zustellen.
Als wesentliche
Voraussetzung für den Verlauf und Erfolg der Begegnung in seinen
inhaltlichen und methodischen Bezügen (einschließlich der geplanten Projekte
und
Aktionen) betrachtete die urban-social gGmbH die direkte und nachhaltige
Einbindung
von Teilnehmer/innen in vordergründig beabsichtigter Zielgruppenbe-
stimmung.
Hier bestand, vor allem auch aus der Sicht sozialpädagogischer Wahrn-
ehmung
in der
Arbeit mit Jugendlichen in problematischer Situation (Marzahn-Hellers-
dorf
und OHP)
bzw. Mädchen und Jungen mit besonderem Integrationsbedarf
(Mar-
zahn-Hellersdorf)
eine weitgehende Übereinstimmung mit dem OHP Lubuskie.
Bei
entsprechend verschiedener (insbesondere widersprüchlicher) sozialer,
bildungs-
relevanter als auch migrationshintergründiger Konstellation der Teams sehen
weder
die urban-social gGmbH (einschließlich der Jugendinitiative des Hauses "Pro-social")
noch die Regionale Leitung des Ochotniczych Hufców Pracy (OHP) irgendwelche
Antagonismen in expliziten Störungen des Programmverlaufs sondern gehen,
hier gibt
es in der bisherigen Arbeit bereits beste Erfahrungen, von einer dynamischen
und
durchaus positiven Nachhaltigkeit einer einbeziehenden Konfliktlösung für
alle Betei-
ligten aus.
Insofern akzeptieren die Partner Konflikte während einer Begegnung als
Angebote zu
deren Bewältigung im Team, bringen in den ihn eigenen Synergien nach vorn.
Programm zum
italienischen Länderabend. Rechts: Danksagung der deutschen und polnischen
Gruppe
an das italienische Team.
Ein interessantes Spannungsfeld, das sich im Begegnungsverlauf für alle
Beteiligten
außerordentlich positiv auflöste, kam der Auswahl von Jugendlichen für die
italienische
Gruppe aus Villa
Minozzo zu. Hier erfolgte die "Nominierung" zur Teilnahme eher an
der "Vorbildlichkeit" der Jugendlichen. Die urban-social gGmbH akzeptiert
auch diese
Form der Gruppenaufstellung, sieht jedoch im Zusammenhang mit
außerschulischen
Maßnahmen gerade in der Unterschiedlichkeit der Teilnehmer/innen eine
besondere
Stärke jeder Begegnung.
Die
Vorbereitung der Gruppen, insbesondere aus Marzahn-Hellersdorf und dem OHP
Lubuskie, konzentrierte sich im Zusammenhang mit konkreten Programminhalten
und -formen auf die gemeinsame Aktion im Projekt ("Projekt im Projekt"). Für
die
Kommunikation wurden die seit mindestens 2008 bestehenden fortlaufenden und
be-
ständigen Kontakte zwischen einem großen Teil der Mädchen und Jungen
genutzt,
die ihren Ursprung in den Begegnungen in den Vorjahren haben ("Jung und
europä-
isch.
Europäisches Jahr des interkulturellen Dialogs".
Deutsch-Polnisch-Italienische
Jugendbegegnung der urban-social gGmbH in Berlin [18. - 25. Mai 2008]; "Drei
Länder,
zwei [EU]Grenzen: Jugend [er-]lebt Toleranz". Deutsch-Französisch-Polnische
Ju-
gendbegegnung in Berlin [07. - 15. Juli 2008]; Polnisch-Deutsche Jugendbegegnung
mit dem
OHP Zary: "Survival-Camp 2008". [16. - 23. Juli 2008, im Wald von Zary]
...).
Inzwischen gibt es eine sehr agile und frische Form des Miteinanders in der
Vor-
bereitung von Programm und Aktion. Federführend erweist sich hier die
Jugendiniti-
ative des Hauses "Pro-social" und die Einbeziehung von Jugendlichen in die
länger-
fristige Projektkoordination des Bereichs "Internationale Zusammenarbeit"
beim
OHP Lubuskie.

Integrationstag an der Thüringen-Schule: Kombinations- und
Präsentationsprojekt: Wir beschreiben Euch
Euer Land, Eure Stadt“ (auf dem Foto stellen Jugendliche aus
Marzahn-Hellersdorf die italienische Stadt
Villa Minozzo vor). Mitte: in der Holzwerkstatt der Thüringen-Schule.
Rechts: Nina beim Flaschenspiel
Zu
ersten Absprachen, an denen sich die Einleitung der Vorbereitungsphase durch
die italienische Gruppe festmachte, kam es während einer
Italienisch-Deutschen
Begegnung Jugendlicher in Villa Minozzo.
Den
entscheidenden Part der Vorbereitung in der Gruppe der deutschen Mädchen und
Jungen mit und ohne Migrationshintergrund übernahm die Jugendinitiative "jede(r)
anders, alle gleich" des Hauses "Pro-social". Durch sie konnten letztlich
wesentliche
Schwerpunkte des Programms akzentuiert und mit dem Anspruch inhaltlicher
Trans-
parenz in die Gruppendiskussion transportiert werden.
Im Detail
galt die Vorbereitung Projekten, die im Programm zu wesentlichen Teilen
Inhalte zu befördern, die der Zielstellung der Begegnung Rechnung zu tragen
und somit
vordergründig auf Toleranz und Integration zu setzen hatten.
Hierbei galt vor allem den täglichen Kommunikations- und
Animationsveranstaltungen,
den Nationalitätenabenden, den Kreativ- und Präsentationsprojekten ("Wir
beschrei-
ben Euch Euer Land, Eure Stadt"; Kunstprojekt "Ich bin Europa";
Euro-Lumpen-Ball
mit der Wahl des Mister und der Miss "Euro-Lumpi"), den Aktions- (Jugendklub
"Mehr-
weg") und Integrationstagen (Thüringen-Oberschule als Marzahner
Integrationsschule) ...
die besondere Aufmerksamkeit der Vorbereitung.
Vor allem in den
Zusammenhängen spezieller Anforderungen an bestimmte Pro-
gramminhalte, die eine Vorbereitung durch die einzelnen Teams erforderlich
machten
(z. B. Länderabende [Vorstellung der National-/Regionalküchen,
Länder-/Städte-
präsentationen, traditionelle Kulturen in eigenen Darbietungen etc.], Spiele
und Aktio-
nen ...), kontaktierte die Jugendinitiative mit den Jugendlichen der
Partnerorganisa-
tionen.
Als
verlässlicher lokaler Partner der urban-social gGmbH und der
Jugendinitiative des
Hauses "Pro-social" erwies sich sowohl in der längerfristigen Vorbereitung
als auch
in der Durchführung der Begegnung der Verein "Neue Marzahner" in seinem
lokalen
Marzahner Aktionskreis (hier insbesondere der Thüringen-Schule) und der
konkreten
Ausrichtung auf die Integrationsarbeit überwiegend Jugendlicher mit
Migrations-
hintergrund. In Zusammenarbeit mit dem Verein konnten wiederum auch
Jugendliche
für die Teilnahme an der Begegnung mobilisiert werden, die so der Enge
"ihres"
Kiezes, vor allem des stadtteilbezogenen Sozialraumes Marzahn-Mitte bzw.
Nord
und dem begrenzten Umfeld der Clique entzogen wurden. Hiermit eröffneten
sich auch
mit dieser Begegnung neue Möglichkeiten des Einflusses auf diese
Jugendlichen.
Durch
die Möglichkeit der Einbindung Jugendlicher mit Migrationshintergrund in die
Vorbereitung und Realisierung von Maßnahmen des bi- oder trilateralen
Jugend-
austausches in Förderung durch das Deutsch-Polnischen Jugendwerk kommt
letzt-
lich der vielfach praktisch erlebten Tatsache, mit Begegnungen Jugendlicher
zugleich
auch den Integrationsgedanken enorm voranzubringen, eindeutige Bestätigung
zu.
Besonders
deutlich kamen die integrativen Wirkungen zum abschließenden Feedback
der Jugendbegegnung am Tage der Abreise zum Ausdruck. Hier bekundeten
insbesondere Jugendliche aus Marzahn-Hellersdorf und vom polnischen OHP das
Gefühl neuer Wahrnehmung in der Gemeinsamkeit und Partizipation.
Die
teilnehmenden Gruppen erlebten die Begegnungsinhalte gemeinsam und intensiv.
Über
das Programm und die hierin ausgewiesenen Projekte, die auf Partizipation in
der Einheit des Individuellen im Kontext des Ganzen setzten und die sich aus
der
Zielsetzung ergebenden Ansprüche an Kreativität und Innovation in den Phasen
der
Programm-Implemention (unter Berücksichtigung der entsprechenden Vorausset-
zungen [Zielgruppenbestimmtheit; Was soll Wie und mit welchem Ziel erreicht
wer-
den] und Rahmenbedingungen), vollzog sich die unkomplizierte Annäherung und
letzt-
endliche Vermischung der Teams und entwickelten/festigten sich
Freundschaften.
Einen ganz besonderen (Kult-)Status in der Sympathie der Teilnehmer/innen
zum
Programm spielten Kennenlern-, Animations- und Kommunikationsspiele, die
über die
Einbindung in verschiedene Veranstaltungen (Euro-Disco, Länderabende und
Aktions-
tag) auch einfach "aus der Situation heraus" (während der Öko-Wanderung oder
beim
Warten an der Bushaltestelle, im Kunstprojekt) stattfanden.
Hier engagierten sich insbesondere die Mädchen und Jungen der
Jugendinitiative des
Hauses "Pro-social".
Auch
(und besonders) die Projektarbeit an sich verband sich direkt mit Kommunika-
tion und Animation. Hier verband sich der direkte und unmittelbare Kontakt
ganz
konkret mit kreativer, darstellender und mittelbar künstlerischer Arbeit.
Es
erwies sich erneut, dass mit der Förderung von Gemeinsamkeit und der
Schaffung
teamorientierter Aufgabenstellungen in den, insbesondere durch die
Jugendinitiative
gut vorbereiteten Programmprojekten, wesentliche Prozesse des Kennenlernens
vollzogen.
Hier kamen sich die Jugendlichen sehr schnell näher, schlossen
Freundschaften und
suchten darüber hinaus Interessenbezüge und -gleichheiten.
Bereits in den Phasen der Vorbereitung ging die urban-social gGmbH davon
aus,
dass sich mit dem gemeinsamen Programmerlebnis auch Annäherung und Gruppen-
dynamik verbinden. Hier vollzog sich letztlich auch die gewollte Auflösung
der
anfänglichen Teamstrukturen zugunsten der Gruppenvermischung (als
"Europawelle").

Kunstprojekt: Präsentation der Arbeiten
Als
besonders förderlich für den Begegnungscharakter erwiesen sich Maßnahmen
und Erlebnisse, die nachhaltige Impulse auslösten und auf die unbedingte
Koopera-
tion, Koordination und den Zusammenhalt der Jugendlichen - egal der Gruppen-
zugehörigkeit (der Nationalität und ursprünglichen Teamidentität) - setzten.
Hierfür stehen z. B.:
- die City-Rallye
als Stadtspiel in gemischten Kleingruppenteams (das Auffinden von
Zielen mit den Themenstellungen "Polen in Berlin" und "Italien in Berlin"
[Botschaften,
Straßen, Restaurants und Geschäfte, Denkmäler etc.] nach fotografischen
Vorgaben.
Hier waren die trilateralen Gruppen darauf angewiesen, Kontakte auch
außerhalb des
Kleingruppenteams aufzunehmen (um Fragestellungen zu den Zielen beantworten
bzw. präsentieren zu können);
- der Aktionstag im Jugendklub "Mehrweg" mit interkulturellen Wettbewerben
(Spiel
und Sport, Europa-Quiz, Euro-Party);
- das Minigolfturnier in gemischten Kleingruppen im Kampf um den Pokal der
urban-social gGmbH und um Medaillen;
- die täglichen Animations- und Kommunikationsspiele ...
Zu einem
besonderen Erlebnis, dass stärker als angenommen das Bedürfnis der
Jugendlichen (insbesondere aus Marzahn-Hellersdorf und vom polnischen OHP)
nach positiven sozialen Beziehungen und zwischenmenschlichen Kontakten
signali-
sierte, wurde der gemeinsame Besuch (mit mehrsprachiger Führung) der mobilen
Ausstellung "Liebesleben" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
zu
Liebe, Sex und Aids-Prävention.
Die Exposition fand - unabhängig von Geschlecht und Nationalität und
Religion eine
sehr interessierte Aufnahme und zeigte an den Fragestellungen, dass hier
Bedarf an
sexueller Aufklärung einerseits und an der Herausbildung eines
entsprechenden
Werte- und Gemeinschaftsempfinden in den Strukturen sozialer
Befindlichkeiten in
der Gesellschaft besteht.
Freude und
Spaß bei Sport, Projekten und Euro-Party zum Jugendaktionstag im Jugendklub
„Mehrweg“
Oben: Beachvolleyball-Turnier und Cocktailbar Unten: Deutsch-Polnische
alkoholfreie Cocktailangebote.
Cocktail-Königin Annemarie

Der Begegnungscharakter war in allen Phasen des Programmalltages auf
Partizipa-
tion und Gemeinschaftlichkeit ausgerichtet. Er fand sich in seiner
nachhaltigen
Wirkung insbesondere in Maßnahmen und Aktionen wieder, die auf die Erfahrung
im Erlebnis setzten.
Dem
Anliegen, insbesondere durch gezielte Methodik im Ablauf (Einheit in der
Vielfalt – Gebrauch der Sprache als sozial-interaktives Moment von Dissens
und
Konsens [praktische Semantik] - von der An- und Einsicht zur Erkenntnis),
wurde
entsprochen.
Die grundsätzliche Erwartung an die Begegnung "Auf Europawelle. Europäisches
Jahr der Kreativität und Innovation ("Na europejskiej fali - innowacyjnie i
kreatywnie ...")"
bestand in der beabsichtigten Assoziierung von Werten und Gemeinsamkeiten,
die
mittels Bewegung und Dynamik bei Artikulation eigener (nationaler und
individueller)
Befindlichkeiten im Kontext gemeinsamer (europäischer) kultureller Identität
und bei
Einheit und Vielfalt spezifischer Sichten sowie jugendrelevanter Formen und
Methoden der Verständigung, als Teil interkulturellen und -aktiven
Austausches
(Kommunikation, Toleranz und Akzeptanz, Mit- und Füreinander im
Programmalltag),
zu transportieren waren.
Wesentlich erschien hierbei die Förderung des Assimilations- und
Integrationsgedan-
kens vor allem auch hinsichtlich der bereits beschriebenen Einbindung
entsprechen-
der Zielgruppen.
Beabsichtigt war, von der Gemeinsamkeit europäischer Interessen zu
partizipieren
und so, im Programmalltag, Initiative und Aktion - vor allem auch in der
Nachhaltigkeit
der Teilhabe an den sich bedingenden "Bausteinen" zum Projekt ("Projekt im
Projekt") - zu entwickeln.
Wichtig erschien den Organisatoren der Begegnung, hier vor allem der
urban-social
gGmbH und der Jugendinitiative des Hauses "Pro-social", mit den
Programmteilen
Aktionsräume zu schaffen, die eigene Ambitionen und Ansprüche der
Jugendlichen
freizusetzen vermögen (hier vor allem auch im Rahmen von Projekt- oder
Initiativtagen
[Jugendaktionstag "Mehrweg", Integrationstag des Vereins "Neue Marzahner"
an
der Thüringen-Schule Marzahn, Kunstprojekt, "Wir stellen uns vor - meine
Region
beim Biesdorfer Blütenfest", ....]).
Mit
den Erfahrungen des Leitungsteams der urban-social gGmbH hinsichtlich einer
sich in Zyklen (in Spannungs- und Beruhigungsphasen) vollziehenden Programm-
gestaltung gelang es gut, bereits den Begegnungsbeginn so zu nutzen, dass
sich
eine, den weiteren Verlauf der Maßnahmen positiv beeinflussende integrative
und
kommunikative Atmosphäre entwickelte:
- Spannung in der Aktion: Einstieg durch Kennenlern-Spiele,
Minigolf-Turnier,
Aktions-
tag "Mehrweg", Animationsspiele, Euro-Lumpen-Party, City-Rallye
(Berlin-Stadt-
spiel in trilateral gemischten Kleingruppen), Teile des
Integrationstages an
der Thürin-
gen-Schule, Länderabende, Workshop Toleranztraining (Taekwondo)
...
- Spannung in der Entspannung: Führung durch den Europäischen Skulpturen-
garten (Internationales Großkunstprojekt der urban-social gGmbH),
Ausstellung
"Liebesleben" der BzgA, Multikulti (Führung durch die Gärten der Welt
[Kulturen
und
Religionen der Welt: Chinesischer-, Orientalischer-, Japanischer-,
Koreanischer-
und
Balinesischer Garten, italienischer Renaissance- und englischer
Irrgarten]),
"Meine Region zum Biesdorfer Blütenfest (zwischen Präsentation und
europäisch-
bürgerschaftlichem Engagement), Ökologische und urbane Erkundung des Stadtteils,
Kunstprojekt ...
- Spannung in der Konzentration: Geschichtsexkurs Parkfriedhof Marzahn (Sowjeti-
sches Ehrenmal, Stele der europäischen Opfer faschistischer Zwangsarbeit,
Gedenk-
stein junge polnische Zwangsarbeiterinnen, Gedenkstein für die ermordeten
Sinti
und Roma, Gedenkstätte für Opfer des Faschismus), "Ein Leben für die
Toleranz -
Charlotte von Mahlsdorf (Besuch und Führung Gründerzeitmuseum Mahlsdorf),
Kommunikations-/Kombinations- und Präsentationsspiel im Wettbewerb: "Wir be-
schreiben Euch Euer Land, Eure Stadt" ...

Euro-Party im
Jugendklub „Mehrweg“
Die Erwartungen an die Begegnung fanden mit dem Programmverlauf und dem
Engagement von Betreuer/innen- und Teilnehmer/innen-Team ihre volle
Bestätigung.
Von
den Jugendlichen aller Gruppen werden entsprechende Multiplikatoren-Effekte
und, in der
Dimension neuer Erfahrungen und nachhaltig entstandener und gefestigter
Freundschaften, Impulse für eigenes (jugend-)bürgerschaftliches Engagement
im
Europäischen Kontext der eigenen Organisation, der Stadt oder der Region
aus-
gehen
(hier gingen Zeichen vom Verein "Neue Marzahner" und von der
Jugendinitiative
des
Hauses "Pro-social") aus.
Die
Absicht, mit der Jugendbegegnung gleichsam eine Möglichkeit zu schaffen, die
eigene Beziehung zur natürlichen Umwelt und zum gesellschaftlichen Umfeld
neu
bestimmen zu können und hier auf individuelle wie gemeinschaftliche
Erkenntnisse in
der Aktion (auch im Zusammenhang mit Hintergründen zur eigenen
Lebenssituation)
zu gelangen, entsprach im Fazit (und in einigen Positionen im Feedback) den
Erwar-
tungen.
Mit
dem Engagement der Leitungsteams der urban-social gGmbH, des polnischen
OHP Lubuskie, des italienischen Villa Minozzo und vor allem der wiederholt
beson-
ders positiven Rolle, die Mädchen und Jungen der Jugendinitiative des
Hauses
"Pro-social" gerade auch in den Zusammenhängen und Abhängigkeiten der
Symbiose
von innovativ-methodischer Aktion und inhaltlicher Strukturierung des
Programms
spielten, können sowohl die Vorbereitung (insbesondere in der Phase der
direkten
Vorbereitung von Programmabläufen auf der Grundlage anerkannter Inhalte und
Ziele)
als auch die Durchführung der Jugendbegegnung mit der Erfüllung von
Erwartungen
verbunden werden, die sich aus der Zielstellung des Gesamtprojekts für die
Partner
ergeben.
Als entscheidendes Kriterium der Begegnungsbeurteilung stand für die
urban-social
gGmbH allerdings die Erwartungshaltung der Jugendlichen selbst (unabhängig
ihres
möglichen Migrationshintergrundes, ihrer sozialen Lebenssituation oder
bildungs-
relevanter Voraussetzungen) im Mittelpunkt.
… vor dem
Gründerzeitmuseum. Rechts: Interesse für Europa auf dem Biesdorfer
Blütenfest
Ausgehend von der Einstellung und Motivation zur Integration in den
Begegnungs-
alltag, zur aktiven "Einmischung" in das Begegnungsgeschehen durch
Initiative im
Begegnungsverlauf sowie zur Bereitschaft bei der Mitwirkung im konkreten
Projekt
("Projekt im Projekt") ließ sich mit hohen Erwartungshaltungen der Mädchen
und
Jungen auch eine besonders nachhaltige Teilhabe der Jugendlichen am
Programm
der Begegnung konstatieren. In diesem Sinne wertete die Projektleitung
insbeson-
dere Maßnahmen als besonders gelungen, die dem Anspruch gerecht wurden,
möglichst alle Jugendlichen in völliger Durchmischung der Gruppen zu
erreichen.
Dieser Erwartung an die Jugendbegegnung wurde in zunehmendem Maße immer
stärker auch entsprochen (eine Erwartung allerdings, die nicht als Dogma
gesehen
und keinesfalls auf den Gesamtverlauf aller Maßnahmen bezogen werden kann).
Besonders gut gelang es den Mädchen und Jungen der Jugendinitiative des
Hauses
"Pro-social", Teilnehmer/innen an der Begegnung für die Übernahme eigener
Initiative
zu gewinnen und sie mit Aufgaben innerhalb der Projekte zu betrauen.
Über diese Form der Beauftragung und gemeinsamen Realisierung gelang es,
eine
entsprechende Breite in der Aktion zu erreichen und die Chance der
Selbstdarstel-
lung/-verwirklichung im Team auf eine entsprechenden Stufe gewollter
Eigen-
verantwortung für das Individuelle im Ganzen zu heben. Allerdings zeigte sich hier
erneut,
dass Jugendliche (während dieser Begegnung aus Marzahn-Hellersdorf und
vom OHP), die auf Grund ihrer familiären oder sozialen Situation von
vornherein in
stärkerer Beziehung zu ihrem anvertrauten Sozialraum stehen bzw. relativ
abhängig
von sozialen Bindungen zu anderen Jugendlichen sind, sehr viel
unkomplizierter und
intensiver auf den/die jeweils andere zugehen, als es bei Mädchen und
Jungen der
Fall ist, die aus gesicherter existenzieller Situation kommend, an einer
Jugendbe-
gegnung teilnehmen (z. T. zeigte sich diese Erkenntnis bei den italienischen
Jugend-
lichen). Diese Feststellung kann nicht als Verallgemeinerung verstanden aber
als ein
Hinweis verstanden werden, der unsere Beobachtungen wiedergibt. Gerade aus
aus
dieser Erwägung heraus, erachtet es die urban-social gGmbH für
außerordentlich
wichtig und richtig, mit den Begegnungen gemischte Zielgruppen verschiedener
Natio-
nalitäten und unterschiedlicher sozialer Hintergründigkeit zu erreichen.
Ausgewogene Programme lassen allen Teilnehmer/innen die gleiche Chance, sich
entsprechend der eigenen Interessen, Ambitionen sowie Fähig- und
Fertigkeiten für
die Wahrnehmung durch die anderen Teilnehmer/innen
bemerkbar und interessant zu
machen, selbst "etwas darzustellen". Das
Leitungsteam erweist sich als besonders
stark wenn es versteht, Jugendliche
in dieser Hinsicht nicht zu "stoppen" sondern
sie zusätzlich zu
sensibilisieren, zu mobilisieren und zu motivieren.
Mit
der Realisierung "ihres" Programms identifizieren sie sich im
Begegnungsalltag,
erfüllen sich ihre Erwartungen. Aus der Erfahrung heraus
werden diese Jugendlichen
die Begegnungskontakte "nicht mehr loslassen", sie
weiterführen, sich für weitere
Jugendbegegnungen und Aktionen begeistern lassen und so ihrem oft
stadtteil-
gebundenen Leben in der Enge des Sozialraumes entkommen. Sie
erfahren Integration
und bauen unbewusst und völlig unkompliziert Vorurteile
gegen andere ab.
Täglich,
ständig und überall: Rollen-, Kommunikations- und Animationsspiele. Unten:
Kommunikations-
spiele während der urbanen Öko-Tour (Wuhlewanderung)

Für viele der Mädchen
und Jungen aus Marzahn-Hellersdorf und von polnischen OHP
erweist sich die
Teilnahme an Maßnahmen des Jugendaustausches als die wichtigste
Form der
eigenen Anerkennung und Akzeptanz. Immer wieder mal kommt es gegen-
über den
Organisatoren der urban-social gGmbH zu der Frage: "... und mit DEN
Ju-
gendlichen kommt ihr klar". Unsere Antwort auf diese Frage: "... wichtiger
ist, dass
DIE Jugendlichen mit uns klarkommen". Hier findet sich letztlich
auch eine Erklärung
für Erfüllung der Erwartungen.
Grundlage jedes methodischen Herangehens an einzelne Maßnahmen bildete ein
ununterbrochener Kreislauf gemeinsamer Vorbereitung (die Idee, die Position
zur Idee
im Zu- und Widerspruch), die Motivation (gemeinsame Beratung und
kontroverse
Diskussion, die Akzeptanz und letztlich die Bereitschaft), die
Initiative, die gemein-
same Auswertung und die Erarbeitung von
Schlussfolgerungen.
Hier
waren sich die Gruppen einig, mittels eigener Aktivität, selbst regulierter
Initiative
und kreativer Aktion eine akzeptable Form interkultureller
Bildung und Bindung zu
finden, die letztlich integrierend und mobilisierend
wirkte.
Von vornherein galt für die Determination und Interpretation der
Projektphasen – von
der Abstraktion in der Planung, über die konkrete
Vorbereitung bis hin zur Realisie-
rung des partizipatorischen Moments im
gemeinsamen als auch individuellen, pro-
jektierbaren Detail sowie der
einheitlichen Ausrichtung auf Nachhaltigkeit und innova-
tives „Lernen durch
Erleben“ mittels am Projekt orientierter Arbeit - die Methode der
Jugendbeteiligung (v. a. der Jugendinitiative des Hauses "Pro-social") als
prioritär.
Mit der langfristigen Koordination und
inhaltlich-organisatorischen Abstimmung im mo-
dularen Programmaufbau (Zusammensetzung von Programm-Bausteinen zur Gestal-
tung von
Projektinhalten und Tagesabläufen) durch die Teamer/innen erfolgte, parallel
der Anerkennung von Programmkonstanten und –variablen, der auf
Kontinuität und
Veränderung ausgerichtete Erfahrungsaustausch.

Toleranz- und
Fairnesssport: Minigolf-Turnier in gemischten Teams.
Einer der Sieger: Bruno mit Medaille.
Wie
bereits beschrieben, suchte (und fand) ein Teil der Jugendlichen (insbesondere
Mädchen und Jungen, die bereits längerfristig in Kontakt zu den Jugendlichen
in Polen
und/oder Italien standen [Freundschaften, die auf vorherige
Begegnungen zurück-
gingen bzw. durch die Jugendinitiative vermittelte Mail-
oder Chat-Kontakte vor allem
zum polnischen Partner], Möglichkeiten der
vorbereitenden Diskussion.
Während der Begegnung
konzentrierten sich - vor allem wiederum die Mädchen und
Jungen der
Jugendinitiative - auf Methoden, die das Programm in der Gesamtheit
seiner
Realisierung unterstützen und die Jugendlichen für das gemeinsame Projekt
"fit" machten. Von hier aus ging der Impuls in die Gruppen und "lockte"
andere heraus,
insbesondere im Animations-, Rollen- und Kommunikationsspiel
als Akteure in Erschei-
nung zu treten. Hier übten und erprobten sich Mädchen und Jungen (un-)bewußt
in
der Einbringung von interaktiven und interdisziplinären Methoden
(insbesondere im
Spiel als Methode), die letztlich wesentlich zur
Partizipation der Begegnung durch die
anderen Jugendlichen und zum Abbau von
Hemmschwellen beitrugen.
Eine
ganz besondere Rolle spielte die Übergabe bzw. Übernahme von
"Verantwortlich-
keiten" von Programm-Bausteinen im Kontext bestimmter Maßnahmen und Veran-
staltungen. Gerade hierdurch entsteht ein schier unbegrenzter Pool
anwendbarer Me-
thoden im Begegnungsalltag, der sich in der Initiative durch
die Jugendlichen ständig
erweitert und auch für kommende Begegnungen für die
praktische Anwendung abrufbar
ist.
Es gab nur sehr wenige Programmsituationen, in der auf die Anwendung inter-
und
transdisziplinärer sowie -kultureller Methodik verzichtet wurde. Die
Begegnung zeich-
nete aus, dass bereits in der Diskussion zum Programm und der
Bezugnahme auf
DEN Vorschlag, DIE Idee, DAS Ziel usw. immer wieder, bewusst
oder unbewusst,
neue Varianten der methodischen Arbeit durch Jugendliche
selbst entstanden (oder
verworfen wurden).
In der
Nachbereitung und wurde insbesondere auf die Retrospektive, den Rückblick
und das Feedback gesetzt. Hier bewährte sich die Methode der Befragung.
Als
besonders wichtig für die integrierende Funktion der Begegnung erwies sich
die
interaktive Methode im Detail der Programmrealisierung. Hier fanden sich
Elemente
des Planspiels (City-Rallye als Berlin-Stadtspiel in gemischten
Kleingruppenteams
mit entsprechenden Beauftragungen), des Rollenspiels (Performance beim Wettbe-
werb um den Mister und die Miss "Euro-Lumpi" zur Euro-Lumpen-Party) der
Präsenta-
tion (Gruppenpräsentationen beim Wettbewerb "Wir beschreiben Euch Euer Land,
Eure Stadt",
Präsentationen zu den Länderabenden etc.), des "Projektes im Projekt"
als
Workshop-Methode (Kunstprojekt) und vor allem natürlich des täglichen
Anima-
tions- und Kommunikationsspiels.
Bewährt haben sich besonders Methoden, die dazu beitrugen, alle Jugendlichen
(aus
eigenem Interesse an der Sache) einzubinden. Während es mit Beginn der
Begeg-
nung
gut funktioniert, Methoden anzuwenden, die zunächst einzelne
Mädchen und
Jungen
ansprechen und einbeziehen, steigert sich mit der
Begegnungszeit auch das
Interesse
an aktiver Teilhabe und Mitwirkung (bis
zum Extrem der unbedingten Berück- sichtigung
aller Jugendlichen).

Toleranz im Sport: Billardturnier beim Jugendaktionstag und Toleranztraining
im Taekwondo
Gut
aufgenommen wurde durch die Jugendlichen aller Gruppen ein kleines Sprachen-
heft, dass, bereits in der Vorbereitung der Begegnung durch die
Jugendinitiative des
Hauses "Pro-social" erarbeitet, dem Begegnungsverlauf
entsprechendes Vokabular in
deutsch, polnisch und italienisch enthält und
während der Maßnahme durch die Teilnehmer/innen ergänzt werden konnte.
In den Zwischenfeeds als auch im abschließenden Meinungsbild fanden
insbesondere
Maßnahmen Anklang, die dem Aufbau, der Festigung und Stabilisierung des
Gemein-
sinns und des freundschaftlichen Miteinander, insbesondere durch
Aktion und Projekt,
entgegenkamen.
Beeinflusst von der Positionen der urban-social gGmbH und Teilen der
Jugendinitiative
des Hauses "Pro-social" wurden durch das Leitungsteam
Konfliktsituationen während
der Begegnung nicht ausgeschlossen sondern,
gegenteilig, in ihrer Auflösung auch
als nützlich für die Entwicklung der
Teamkonstellationen empfunden
(Konflikt als Chance).
Hier
galt die Erkenntnis, dass Konflikte vor allem dann entstehen, wenn sich
Meinun-
gen entgegenstehen und zunächst keine Lösungsansätze "in Sicht sind".
Gerade in
dieser Situation lassen sich mit (sozial-)pädagogischem Feingefühl
und unter Einbe-
ziehung der Jugendlichen selbst oft ungeahnt gute Ergebnisse
erreichen und eine Ver-
trauensbasis aller Beteiligten finden. In der
Verletzung ihres Sozialempfindens verbal
angegriffen, kam es zu einem
gegenseitigen "Anspucken" einiger Mädchen und Jun-
gen
des polnischen OHP und
italienischer Jugendlicher. In der bewussten praktischen
Herausstellung
besonderer Vorzüge der beteiligten polnischen und der italienischen
Jugendlichen im Zusammenhang mit interessenmodifizierten Programmteilen
(Sport, Wettbewerb) wurde die Konfliktsituation nicht nur sehr schnell
überwunden sondern ent-
wickelten sich hier, bei Einbindung deutscher
Jugendlicher der Jugendinitiative, letzt-
lich sogar Freundschaften.
Der Konflikt, da rechtzeitig wahrgenommen und transformiert, führte nicht zu
einer Ver-
schärfung sondern zu einer Entspannung der Situation.
Durch
das Leitungsteam wurde eingeschätzt, dass den Jugendlichen insbesondere
Maßnahmen gefielen, die ihnen offensichtliches und spürbares Vertrauen in
ihre eige-
nen
Fähigkeiten, Ideen und Initiativen entgegenbrachten. Nicht der "erhobene
Zeige-
finger" oder die Distanz im Verhältnis zueinander motivierten die
Mädchen und Jungen
zur Aktion - vielmehr war es die Transparenz im Programm,
die Gemeinsamkeit,
Akzeptanz und Nähe, die den Erfolg der Begegnung
sicherten.
Im
oberen Teil des Berichts sind bereits etliche Auswirkungen der Begegnung,
vor
allem aus der Sicht der Zielgruppen-Relevanz) und in einigen
Konsequenzen für die
urban-social gGmbH und deren Partner, benannt.
Wichtige positive Wirkungen hatte der Begegnungsverlauf - sowohl in seiner
Ziel-
stellung, seinen Inhalten, seinen Projekten und Aktionen als auch bei der der
Anwen-
dung entsprechender Methodik - für die Jugendinitiative des Hauses "Pro-social"
(Mädchen und Jungen aus den Sozialräumen Marzahn-Hellersdorf mit und ohne
Migrationshintergrund, unterschiedlicher Bildung und in verschiedener sozialer
Strukturierung
sowie Jugendliche aus sozialen Jugendwohngruppen des Hauses
"Pro-social").
In der eigenen
Wahrnehmung äußern sich Mädchen und Jungen immer wieder zu den
positiven
Auswirkungen, die sie mit der Teilnahme an Maßnahmen des Jugendaus-
tauschs verbinden und wirken hier gleichsam als wichtige
Multiplikator/innen.
Freude und
Spaß beim Berliner Länderabend und: polnisch-italienische Freundschaft
(rechts)
Die
Begegnung verwirklichte sich insbesondere über den Weg der Gestaltung des
Programmalltags und gemeinsamer Partizipation mit der Freisetzung von
Spielraum
und
Energie im unmittelbaren Einfluss auf das Geschehen (der
eigene Antrieb, dass
Angewiesen sein auf den/die jeweils Andere[n]) der
gruppenrelevanten Bindung des/der
Einzelnen zum/r Einzelne(n) -› zum eigenen
Team -› des, auf konkrete Interessen
bezogenen Teils der Gruppe zum jeweils
anderen Part im anderen Team -› der Gruppe
zur [jeweils] anderen Gruppe bzw.
letztlich zur Gesamtheit der Teilnehmer/innen an
der
Begegnung (Akzeptanz,
kommunikative Ebene, Verlässlichkeit, Freundschaft).
Über
die Teilnahme an der Begegnung entstanden nachhaltige Kontakte und festigten
sich Freundschaften. Verdeckt geäußerte Vorurteile im Vorfeld der Begegnung
(z. B.
russland-deutscher Jugendlicher aus Marzahn-Hellersdorf gegenüber der
polnischen
Teilnehmer/innengruppe oder auch innerhalb der eigenen Gruppe in
Bezug auf Jugend-
liche mit russischen Migrationshintergrund) werden mit der
gemeinsamen Aktion im
Austausch sofort ad absurdum geführt und verlieren
jede Grundlage. Auch (und gerade
hier) entstehen und festigen sich
Freundschaften.
Gerade in diesem Zusammenhang besteht ein unbedingtes Interesse der
urban-social
gGmbH zur Einbindung bestimmter Zielgruppen in den
Jugendaustausch.
Die Auswertung der Begegnung konzentriert sich in der Regel (nach den
Zwischen-
feeds der
Leitung und der Gruppe) sowohl auf den Abschlusstag der Begegnung, an
dem sich die Möglichkeit ergibt, ohne zeitlichen Programmdruck und in der
Hoffnung
der Teilnehmer/innen, die Begegnung noch ein Stück hinauszögern zu können, als
auch auf
die nachträgliche Wahrnehmung des Erlebten in den Teams.
Letzte Statements wurden mittels der Frage-Antwort-Methode spielerisch
heraus-
gefordert und thematisiert. Wie auch bei anderen Begegnungen erarbeiteten
Mädchen
und Jungen der Jugendinitiative des Hauses "Pro-social" auch zu
dieser Maßnahme
einen grafisch überzeugend gestalteten "Katalog", der offen
und transparent, zunächst
bei der Eröffnung der Begegnung, die Erwartungen
der Jugendlichen erfasst (die Ein-
tragungen erfolgen in einem
Vorstellungsspiel durch die Jugendlichen selbst) und
abschließend die
Erfüllung dieser Erwartungen reflektiert.
In
ihren Fragestellungen geht die Jugendinitiative auf Themen ein, die sowohl
die Ziel-
stellung und die Inhalte der Begegnung als auch die
Befindlichkeiten der Mädchen und
Jungen im Kontext ihrer Situation in der
Gemeinschaft ausdrückt.
Mit
dieser Auswertungsmethode gelingt es recht einfach, die Wirksamkeit von Pro-
grammdetails, Aktionen und Abläufen, zu erfassen und Grundlagen für eine
Systema-
tisierung und für
weitergehende Schlussfolgerungen zu schaffen (bei bestimmten
Begegnungen bedient sich die Jugendinitiative hierbei auch anonym auszufüllenden
Fragebögen, wie sie in Kooperation mit dem DPJW, dem DFJW, der
Bundesvereini-
gung Kulturelle Jugendbildung e. V.
und dem Institut für Allgemeine Erziehungs-
wissenschaft an der Wilhelms-Uni
Münster durch die Bundeszentrale für politische
Bildung mit der Software „GrafStat“
herausgegeben wurden. Einschränkung hierbei:
Obgleich sich für die weitere
Arbeit im Jugendaustausch gute Schlüsse ableiten lassen
und mit den
Fragebögen eine gezielte Auswertung erfolgen kann, sind sie letztlich
wenig
für eine Diskussion mit den Teilnehmer/innen geeignet. Impulsivfragen und
Bezugnahmen Jugendlicher auf die Statements anderer Jugendlicher bringen
hier in
der Regel jedoch weitergehende Erkenntnisse).
Euro-Lumpen-Party mit anschließender Siegerehrung und Wahl des Mister und
der Miss „Euro-Lumpi“
Als
weitere Formen und Methoden der Auswertung der Begegnung erwiesen sich (in
Kontinuität bisheriger Nachbereitung im Jugendaustausch) die Übergabe von
DIN-A4-
Plakaten und Foto-Slide-Shows an alle beteiligten Gruppen (Rückblick
auf Inhalte der
Begegnung, Highlights des Programms, Kuriositäten und Spiele-Situationen), die
Übergabe von gestalteten T-Shirts (mit dem eigens
für die Begegnung geschaffenen
Logo [der Berliner Bär auf der Euro-Welle]
und der Benennung der Maßnahme) an
aller Teilnehmer/innen, die rückblickende
und auswertende Präsentation von Programm-
inhalten (z. B. bei der Ermittlung des "Siegerteams" der City-Rallye -
Stadtspiel in
gemischten Kleingruppen durch Präsentation der Gruppenfotos
und Darstellungen der
Teams zu den gefundenen Berliner Stadtzielen), die
abschließende Möglichkeit des
Druckes eigener "Visitenkarten" zur Verteilung
an die neu hinzugewonnenen
Freund/innen und das Fazit des Leitungsteams und der urban-social gGmbH.
Die
Auswertung bestätigte wiederholt, dass sich mit dem Programm der Begegnung
untereinander Sympathien entwickelten, Vorurteile abgebaut wurden und es zu
neuen
Sichten auf die Beziehungen und Emotionen Jugendlicher zur natürlichen
Umwelt und
zum gesellschaftlichen Umfeld kam.
Die
Mädchen und Jungen begriffen sich zunehmend als junge Europäer/innen in der
Vielfalt und Summe gemeinsamer Interessen, Fähig- und Fertigkeiten, An- und
Einsichten.
Die Vielzahl der Maßnahmen und Veranstaltungen im Programm der
Jugendbegeg-
nung trug dazu bei, vom gemeinsamen Erleben zu partizipieren und
dabei Vorurteile
abzubauen und Leistungen im fairen Wettstreit zu
vergleichen.
In der
inhaltlichen und organisatorischen Vorbereitung engagierten sich vor allem
Partnereinrichtungen in Marzahn und im Sozialraum des Standortes des Hauses
"Pro-social", die direkt und unmittelbar in die Programmaktionen eingebunden
waren.
Hervorheben sind hier u. a. die Jugendfreizeiteinrichtung "Mehrweg", die
"Thüringen-
Schule" (Jugendaktions- und Jugendintegrationstag), der Taekwondo-Verein "Pyong-
won" oder auch das Biesdorfer Bütenfestkomitee.
Besondere Unterstützung erhielt die inhaltliche und organisatorische
Vorbereitung und
Realisierung der Begegnung durch die sich ehrenamtlich und
außerordentlich agil in
alle Formen des bürgerschaftlichen Engagements
einbringenden Mädchen und Jungen
der
Jugendinitiative "Jede(r) anders, alle gleich" des Hauses "Pro-social",
Jugendliche
aus
verschiedenen Stadtteilen Marzahn-Hellersdorfs und aus sozialen Wohngruppen
der urban-social gGmbH in verschiedener sozialer Befindlichkeit, mit und
ohne Migra-
tionshintergrund und mit unterschiedlichen Bildungsrelevanzen.
Sie
engagieren sich "mit Freude an der Sache" und fanden insbesondere auch über
die
Teilnahme an Maßnahmen des Jugendaustausches und die damit verbundenen positi-
ven Wirkungen für die Eigenfindung und individuelle Entwicklung zur
Jugendinitiative.
Teile
der Jugendbegegnung, die vor allem mit dem Integrationstag an der
Thüringen-
Schule im Zusammenhang stehen, wurden durch den in der
Thüringen-Schule ange-
siedelten Verein "Neue Marzahner" im Zusammenwirken mit dem Schulleiter der
Mar-
zahner Integrationsschule, Reiner Bösel, wesentlich gestaltet.

Hans-Jörg Muhs
urban-social gGmbH |