




















urban-social gGmbH
eingetragen im HRB 67969 beim
Amtsgericht Berlin-Charlottenburg
Bankverbindung: Berliner Bank AG,
Swift-Code: DEUTDEDB110
BLZ: 100 708 48,
IBAN: DE39100708480523282200
Kto.-Nr.: 5 232 822 00
Steuernummer ab 01.07.02:
27/602/52107 |

 

Deutsch-Polnische Jugendbegegnung
"Taekwondo für Toleranz.
Jugend aktiv und motiviert für ein junges Europa"
12. Oktober - 22. Oktober 2009
Die ursprünglich als Deutsch-Französisch-Polnische Jugendbegegnung mit einem
sozialen Zentrum in Bourg-lès-Valence als Folge eines ersten direkten
Arbeitskon-
taktes während eines Deutsch-Französischen Arbeitstreffens Ende 2008 in La
Rochelle
vereinbarte trilaterale Maßnahme wurde, parallel zu gemeinsam beginnender
Vorbe-
reitung sowohl mit dem Leitungsteam auf französischer als auch auf
polnischer Seite,
für die Förderung durch das DFJW eingereicht.
Mit dem Kontakt zum französischen Partner kam es in der Folge und bei
Berücksich-
tigung der entsprechenden Zielgruppen-Konformität (Jugendliche im "sozialen
Abseits")
zur Absprache von Zielstellung, Inhalten, Programm und Termin
(einschließlich einer
Umstellung auf einen Begegnungszeitraum der den präzisierten Wünschen des
fran-
zösischen Partners entsprach).
Die geplante und im kommunikativ-medialen Dialog der Leitungsteams
langfristig vor-
bereitete Begegnung (mit dem OHP Lubuskie als polnischen Drittlandspartner
be-
reits nach Rückkehr aus La Rochelle während der Multiplikator/innen-Begegnung
der
urban-social gGmbH und beim Polnisch-Deutschen Arbeitstreffen in Wichlice
2008
abgesprochen) geriet allerdings in Gefahr als es zu einer sehr kurzfristigen
Absage
durch das Centre social et culturel du Plateau à Bourg-lès-Valence kam.
Ausgehend vom Stand der Begegnungsvorbereitung, der besonderen Wertigkeit
der
Maßnahme (auch unter dem Aspekt der Zielgruppenbestimmung) und dem Interesse
der deutschen und der polnischen Jugendlichen an der Maßnahme empfahl das
DFJW der urban-social gGmbH, über die zuständige Zentralstelle (AWO
Bundesver-
band e. V.) das Deutsch-Polnische Jugendwerk um Hilfe zu bitten.
Die urban-social gGmbH und das OHP Lubuskie danken dem Deutsch-Polnischen
Jugendwerk und den verantwortlichen Mitarbeiterinnen der Zentralstelle für
die
schnelle, unbürokratische, unkomplizierte und für die Jugendlichen beider
Länder so
sehr wichtige Unterstützung der nunmehr bilateralen Jugendbegegnung.

Durchgängiges Programmprinzip: Kennenlernen. Animations-, Kommunikations-
und Vertrauensspiele

Mit der Möglichkeit der Realisierung der Maßnahme fanden letztlich auch
Aufwand
und Nutzen hinsichtlich der langfristigen und koordinierten Zusammenarbeit
der Lei-
tungsteams der urban-social gGmbH und des OHP Lubuskie ihre Bestätigung.
Die Partner einigten sich bereits zur Multiplikator/innen-Begegnung 2008 auf
eine
Zielstellung die einerseits den Schwerpunkten des "Europäischen Jahres für
Kreati-
vität und Innovation" entsprechen und andererseits dem verbindenden Gedanken
nach Toleranz und Akzeptanz Rechnung tagen sollte.
Der übergreifende inhaltlich-methodische Bezug konzentrierte sich sich in
der vorberei-
tenden Verständigung der Leitungsteams hierbei auf das "[Toleranz-]Projekt
im
Gesamt-]Projekt" in der Ausrichtung auf interkulturelle Kommunikation und
jugend-
relevanter Aktion.
Im Gespräch zwischen den Leitungen fand vor allem der Anspruch an die
Machbar-
keit, 'Disponibilität und Wirksamkeit von Programminhalten sowie die
Organisiertheit
des Tages- und Projektverlaufes im Zusammenhang mit der sozialen Kompetenz
in
der Betreuung und Maßnahmestrukturierung entsprechende Aufmerksamkeit.
Mit dem Wissen um die Befindlichkeit der für die Teilnahme an der Begegnung
moti-
vierten und mobilisierten Jugendlichen aus Marzahn-Hellersdorf (Mädchen und
Jungen
mit ost- bzw. südosteuropäischem Migrationshintergrund aus dem Sozialraum
Mar-
zahn-NordWest z. T. in sozialer bzw. gewisser gesellschaftlicher Isolation [Integra-
tionsdefizite] sowie benachteiligten Jugendlichen in finanziellen und
familiären Pro-
blemsituationen) und der Gruppenzusammenstellung durch den polnischen
Partner
vom OHP Lubuskie, galt es ein Begegnungsprogramm zu entwickeln, dass
ursächlich
auf Toleranz, Annäherung, Auflockerung, Vielfalt und vor allem
Chancengleichheit
setzt.
Die Gruppenvorbereitung konzentrierte sich auf den Aufbau von
Spannungsfeldern
und der zunehmenden Identität mit den Programm- und Projektvorhaben während
der
Begegnung. Durch die deutsche Seite wurde hier die Jugendinitiative des
Hauses
"Pro-social" aktiv eingebunden.

Gemeinsamer Arbeitseinsatz am Jugendklub "Klinke" mit Grill und
anschließender "Klinke"-Party
Besonders intensiv bereiteten sich die teilnehmenden Gruppen auf das "Haupt"pro-
jekt "Taekwondo und Toleranz ..." vor. Die Vorstellungen der Jugendlichen
auf das
"Erlebnis Taekwondo" erwiesen sich in der Vorbereitung als sehr
unterschiedlich und
gingen vor allem in die Richtung "Kampf-" (statt) "Toleranz-"Sport.
Erst mit der Begegnung selbst verinnerlichten insbesondere die männlichen
Jugend-
lichen die Ausrichtung dieser Sportart gegen Gewalt und Aggressivität, für
Toleranz,
für die Achtung der/des jeweils Anderen, für Selbstdisziplinierung und
Eigendynamik,
für die Überwindung von Minderwertigkeitskomplexen (Aufbau einer
selbstbewussten
Beziehung zu sich selbst) und für Eigenverteidigung im Aggressionsumfeld.
In der weiteren Vorbereitung der Gruppen standen einzelne Programminhalte,
die ei-
nen direkten Bezug der Jugendlichen zur Mitgestaltung und Teilhabe
voraussetzten
(Zusammentragen von Vorurteilen und Klischees "der Deutschen" über "die
Polen"
und "der Polen" über "die Deutschen" für Präsentation der einzelnen Gruppen
und
Auseinandersetzung in der Gesamtheit [Toleranzspiel], Papiermodenschau,
Kunst-
projekt "Körpergips" und "Schwarzes Theater" Vorbereitung des
Nationalitätenabends
etc.).
Das ursprünglich für eine trilatere Begegnung erstellte Programm wurde nach
Teilnah-
meabsage durch die französische Gruppe mit der Jugendinitiative des Hauses
"Pro-social" kurzfristig in einigen Punkten präzisiert, den neuen
Bedingungen (bilate-
ral, kleinere Teilnehmeranzahl) angepasst und mit der Partnerorganisation
vom OHP
abgestimmt.
Mit den regionalen/lokalen Kooperationen und Partnerschaften zu
verschiedenen
Jugendeinrichtungen im Bezirk Marzahn-Hellersdorf und der Idee Jugendlicher
vom
OHP, gemeinsam "etwas nützliches" zu tun, konnten unmittelbar mit der
Abschluss-
phase der Vorbereitung der Jugendbegegnung noch Änderungen bewirkt werden,
die
sich letztlich auf den Verlauf der Maßnahme positiv auswirkten (gemeinsamer
Arbeitseinsatz im Außengelände des Jugendklubs "Klinke" mit anschließender
Grillparty).
 
Die langfristige Vorbereitung der Gruppen (insbesondere auch die
Einbeziehung der
Jugendinitiative des Hauses "Pro-social" [hier ist hervorzuheben, dass die
Bereitschaft
der Mädchen und Jungen zur Mitwirkung auch die Absage der Teilnahme der
fran-
zösischen Gruppe "überstand" und so z. B. ein kurzfristig verändertes
Konzept zur
Gestaltung von Kommunikations- und Animationsspielen erforderlich wurde])
bewährte
sich gut und erwies sich für den Programmablauf, vor allem hinsichtlich der
Partizipa-
tion der Jugendlichen an und in der Begegnung, als vorteilhaft.
Das gesamte Konzept, das Programm und die inhaltliche Ausrichtung der
Begegnung
war auf Kennenlernen, gemeinsames Erleben und Erfahren, ausgerichtet. Mit
dem
"Projekt im Projekt" war den Jugendlichen jede Möglichkeit gegeben,
Eigeninitiative
zu entwickeln, sich selbst mit eigenen Ambitionen, Fähig- und Fertigkeiten
einzubrin-
gen und sich selbst zu entdecken.

Toleranzspiel um Vorurteile im pro und kontra:
"die Deutschen über die Polen" und "die Polen über die Deutschen".
Kommunikation ohne Worte: Projekt "Schwarzes Theater"

Besonders die Workshops im Taekwondo und das Erleben der eigenen Stärken
(und
Schwächen), die grundsätzliche Forderung der Anerkennung und Achtung von
Regeln
und Vorgaben (bewusste/unbewusste Disziplinierung durch/im Sport) sowie die
Ein-
und Unterordnung in die Gesamtheit trugen dazu bei, Toleranz und Akzeptanz
als er-
lebbare Komponenten und positive Erfahrung für die/den Einzelnen deutlich
und in
der Nachhaltigkeit alltäglich werden zu lassen. In diesem Zusammenhang
erlebten
und erfuhren die Jugendlichen unbedingtes Vertrauen, Motivation, Offensive
statt
Defensive sowie Antiaggression und Zusammenhalt als besonders wichtige
Voraus-
setzungen.
Die Gruppenidentität und –vermischung entwickelte sich in der Art
beeinflusster, in der
eigenen Wahrnehmung jedoch selbst regulierter Initiative und kreativer
Aktion, fand hier
seine akzeptable Form interkultureller Bildung und Bindung, die letztlich
integrierend
und mobilisierend wirkte.
Mit den Programminhalten gelang es gut, Dynamik und Eigenantrieb der
Jugendlichen
herauszufordern und relativ unkompliziert die Auflösung der eigentlichen
Teamstruktu-
ren zugunsten einer weitgehenden Gruppenvermischung zu erreichen. Hierbei
orien-
tierte sich das Leitungsteam an dem Prinzip von Nähe und Distanz (von der
Aufgaben-
stellung und Hilfestellung, Anleitung über Motivation und die [un)-bewusste
Wahrneh-
mung und Teilhabe/Partizipation im gemeinsamen Erleben bis zur
eigenverantwortli-
chen Abrechnung/Präsentation durch die Jugendlichen selbst).
Es erwies sich als günstig, dass Maßnahmen, die als Folge der
Teilnahmeabsage
durch die französische Gruppe ins Programm aufgenommen wurden (kleinere
Teilneh-
meranzahl - anderer Aktionsradius), zusätzlich auf das gemeinsame Erleben im
Kon-
text des Anspruchs auf Toleranz und Aktion setzten (Arbeitseinsatz
Jugendklub "Klin-
ke" mit anschließender Grillparty, Schwarzes Theater [eine ´Kommunikation-ohne-
Worte´-Kleininszenierung], Toleranzbowling).

"Ein Leben für Toleranz und Akzeptanz: Charlotte von Mahlsdorf".
Führung durch das Gründerzeitmuseum
Oben rechts: Führung und diskussion im Berliner Hanfmuseum.
Unten: Besichtigung der Ausstellung im
Berliner Abgeordnetenhaus

Besonders gut gelang es, Kreativität und Innovation mit Erlebnis, Erkenntnis
und
kognitiven Lernzielen zu verbinden (Führung durch den europäischen
Skulpturengarten
am Haus "Pro-social" [als erstes Jugend-Großkunstprojekt der urban-social
gGmbH
mit Berliner Jugendlichen aus Kriegs- und Krisengebieten und Student/innen
aus
Barcelona]; Stadtrallye - ein Berlinspiel in gemischten Kleingruppen mit
Aufgaben zur
Erkundung von Vorgaben; Kreativ-Modenschau; Toleranzspiel: Vorurteile,
Stereotypen
und Meinungen" der Polen" über "die Deutschen" und "der Deutschen" über "die
Polen"
[Klischee oder Wahrheit] als Präsentation durch die Gruppen [bildhafte und
kommuni-
kativ-rhetorische Wahrnehmungsreflexion, Auseinandersetzung mit den
Vorurteilen];
Schwarzes Theater, Kunstprojekt "Körpergips" etc.).
In seinem Charakter war das Begegnungsprogramm auf das ununterbrochene
gemein-
same Erlebnis in der Gesamtheit der Teilnahme und Teilhabe aller
Jugendlichen ange-
legt. Die Mädchen und Jungen begriffen und empfanden sich zunehmend als die
ei-
gentlichen Akteure "ihres" Programms (alle sind von mir abhängig - ich bin
von allen
anderen abhängig).
Sie erkannten sich sehr schnell in ihrer eigenen Position und der Akzeptanz
des indi-
viduellen Engagements für den Gesamterfolg der Begegnung. In dieser
Situation ent-
standen innovative Ideen und verlässliche Freundschaften.
Die eigentliche Absicht der Maßnahme ergibt sich aus der Zielstellung, die
sich im ab-
gestimmten Projekttitel "Taekwondo für Toleranz. Jugend aktiv und motiviert
für ein
junges Europa" wieder findet.
Durch einen sinnerfüllten und nachhaltig wirkenden Programmalltag sollte es
gelingen,
über Toleranz und Akzeptanz neue Freundschaften zu begründen und im Verlauf
der
Begegnung zu festigen, Vorurteile und Aggressionen abzubauen, sich selbst
und an-
dere zu motivieren und so, auf der Grundlage von Interesse und Zusammenhalt,
zu ge-
meinsamen Ideen und Initiativen zu kommen.
In einem zugewiesenen Rahmen (auch als ideelles Detail zu nachfolgenden
Maßnah-
men) kam dem Gedanken eines demokratischen und jungen Europa eine
entsprechen-
de Rolle zu (Führung durch den europäischen Skulpturenpark, der Besuch des
Deut-
schen Bundesrates mit einführendem Euro-Demokratie-/Parlamentsspiel
[von der Idee
zum Vorschlag, zum parlamentarischen Antrag bis zur nationalen/zur
europäischen
Gesetzgebung ...]).
Spielend Demokratie (er-)lernen.
Besuch und Führung des Deutschen Bundesrates

Beabsichtigt war, den Jugendlichen zu helfen Selbstvertrauen aufzubauen und
ihnen,
auch mit Angeboten zur Aktion, Mut zu eigener Initiative zu machen. Eine
besondere
Funktion kam hierbei dem Taekwondo in der Ausrichtung auf Toleranz und
Akzeptanz
als "Sport gegen Gewalt" zu.
Die prognostizierten Wirkungen in den Vorbereitungsphasen zur Begegnung sind
län-
gerfristig mit der Jugendinitiative des Hauses "Pro-social" beraten und
diskutiert wor-
den.
In diesem Zusammenhang kam es durch die Mädchen und Jungen der Initiative zu
einem Gespräch mit dem Präsidium des Berliner Taekwondo-Verbandes, in dessen
Verlauf auf die Zielgruppenausrichtung und die inhaltliche Zielstellung der
Maßnahme
hingewiesen und Schlussfolgerungen für den Aufbau der Workshops ("Sport
gegen
Gewalt und Aggression") abgeleitet wurden.
Es ist gut gelungen, die Jugendlichen in das Programm einzubeziehen, sie zu
mobili-
sieren und letztlich dazu beizutragen, die Zielstellung der Begegnung
erlebbar zu
machen.
Im ganzheitlichen Erfassen des gemeinsamen Tagesablaufs praktizierten die
Mädchen
und Jungen Toleranz untereinander, erlebten die Vorzüge von gewaltfreiem
Miteinander,
kamen völlig unkompliziert zur Kommunikation und fanden sich in
Freundschaften.
Unerwartet positiv gestaltete sich der enorme Einsatz, die Energie und die
Freude an
(und in) den Workshops "Taekwondo und Toleranz" in der Leitung durch den
Vizeprä-
sidenten des Berliner Taekwondo-Verbandes, Fred Gierschner. Hier begriffen
die Ju-
gendlichen sehr schnell die Sinnhaftigkeit sportlicher Aktion gegen Gewalt
und Aggres-
sion.
Mit der Freude an der Betätigung in einer ("coolen"), für Jugendliche sehr
attraktiven
Sportart, in der es, bei entsprechender Eigendisziplinierung "nur Sieger,
keine Ver-
lierer" (Fred Gierschner) gibt, verband sich unmittelbar und in Konsequenz
neues
Selbstvertrauen und Optimismus für viele Teilnehmer/innen.
"Projekt im Projekt": Taekwondo für Toleranz. Sport gegen Gewalt.
Unten rechts: Danksagung für die Workshop-Arbeit an Fred Gierschner.

Die weiteren "Projekt- und Veranstaltungshöhepunkte" der Begegnung erwiesen
sich
allesamt als durchaus sinnvolle Ergänzung zum Taekwondo (Schwarzes Theater,
Kunstprojekt "Körpergips", Kreativmodenschau, Nationalitätenabend,
Toleranzspiel).
Die Erwartungen an Teilnahme und Partizipation im Begegnungsalltag haben
sich,
auch und gerade in Anbetracht der Hintergründe der Teilnehmer/innen und der
unter-
schiedlichen, oft sehr komplizierten Lebenssituationen in ihrem sozialen
bzw. familiä-
ren Umfeld, erfüllt.
Synergieeffekte, die sich letztlich aus der Programmkonstellation im
Zusammenhang
didaktischer Ansätze interkulturellen Lernens ergaben, zeigten sich in
kritischer/selbst-
kritischer Reflexion eigener Positionen und wirkten, sowohl bei der Gruppe
Jugendli-
cher aus Marzahn-Hellersdorf als auch bei den Mädchen und Jungen des OHP,
zuneh-
mend aktivierend/mobilisierend.
Anfänglich mit Skepsis in der Sache behaftete Meinungen, die offensichtlich
auf vorur-
teilsbelastete Wertungen zurückgehen, verkehrten sich bereits in der
Anfangsphase
der Begegnung in das Gegenteil. Hier kam es hier zu grundsätzlichen
Korrekturen im
Denken und Fühlen Mit- und Füreinander.
Es entstanden eine Vielzahl verbindender, voraussehbar sogar dauerhafter,
Freund-
schaften.
In die Vorbereitung, die Durchführung als auch in die Nachbereitung der
Jugendbegeg-
nung war entscheidend die Jugendinitiative des Hauses "Pro-social"
einbezogen.
Letztlich ist auch dieser Sachbericht mit Jugendlichen abgestimmt, die sich
selbst
ehrenamtlich und engagiert an der Maßnahme beteiligten.
Mit der längerfristigen Vorbereitung konzentrierten sich die urban-social
gGmbH vor
allem auch auf die Motivation und Mobilisierung von Mädchen und Jungen, die
in der
Mehrheit der beabsichtigten Zielgruppenbestimmung entsprachen. Durch die
Jugend-
initiative wurden mit der Sichtung des eigenen "Spiele-Pools" und vor allem
auch in
der Programmdiskussion eigene Standpunkte und Vorschläge eingebracht, die
ihren
direkten und besonderen Bezug zu den "Projekten im Projekt" hatten (wann
bereitet
wer welches Projekt wie und mit welcher Zielstellung vor).
Als besonders wichtig erwies sich der vorausgehende Erfahrungsaustausch und
die er-
ste konzeptionelle Beratung zu einer Begegnung der ursprünglich geplanten
Konstella-
tion.
Eröffnung des Internationalen Marzahner Mühlencup 2009


Im Begegnungsverlauf übernahmen die Mädchen und Jungen der Jugendinitiative
des
Hauses "Pro-social" den Part der spielerischen Aktionen zum kennenlernen,
der
Kommunikations-/Animations- und Vertrauensspiele (in der Planung sowie in
der Impro-
visation). Zusammen mit den verschiedenen Projektformen ("Projekte im
Projekt"), die
sich insbesondere in der Methode des Workshops als zweckmäßig erwiesen,
erwie-
sen sich Rollen- und Gruppenspiel (Vorbereitung und Darstellungen von
Präsentationen
und Gruppenwettbewerben [z. B. Nationalitätenabend, Gruppenpräsentation "Vorurtei-
le ...", Kreativmodenschau]) als Best Practic.
Als durchgehend wichtige Methode erachteten die Leitungsteams und die
Jugendini-
tiative das Erfassen der Erwartungshaltungen der polnischen und deutschen
Mädchen
und Jungen an die Begegnung (Interpretationsspiel), das Feedback während der
Begeg-
nung und zum Abschluss der Maßnahme (haben sich Erwartungen erfüllt/nicht
erfüllt;
hast Du Freunde gefunden; was hat Dir besonders gefallen/was überhaupt
nicht; hast
Du neue Ideen für uns alle/für Dich und Dein eigenes [Er-]leben etc.).
Die Anwendung entsprechender Methoden im Programmalltag richten sich
generell an
den Zielgruppen und der an der Machbarkeit aus (Aufwand/Nutzen:
Räumlichkeiten,
öffentliche Gegebenheiten und Situationen) und ist gleichsam fester
Bestandteil jeder
Begegnung.
Die urban-social gGmbH hat als internationale Bildungs- und
Begegnungsstätte, auch
in Anbetracht der engen Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Team von
Sozialpäda-
gog/innen und Sozialarbeiter/innen aus dem Bestand der Jugendwohngruppen
sowie
mit der Jugendinitiative des Hauses "Pro-social" beste Erfahrungen bei der
Einbringung
und Anwendung von Best-Practic-Methoden in den Begegnungsverlauf.
Als besonders nützlich erweist sich insgesamt die Workshopmethode im
Projekt.
Hier haben die Jugendlichen die Möglichkeit, sich ganz bewusst, oft spontan,
in jedem
Fall aber engagiert selbst einzubringen und (mit und vor den anderen) zu
bestätigen.
Aus der Erfahrung heraus zeigt sich, dass Workshops qualifiziert und, im
Falle der
Arbeit mit besonderen Zielgruppen (wie bei dieser Begegnung),
jugendsozialpädago-
gisch geleitet und begleitet werden müssen.
Lumpenparty mit Wahl der Miss und des Mister "Eurolumpi"
Bewährt haben sich auch bei dieser Begegnung das
Kommunikations-/Animations-/
Vertrauens- und Aktionsspiel, der interkulturelle Dialog und die
Präsentation (einschließ-
lich ihrer Vorbereitung). Besonders Spiele erweisen sich, wenn im Konsens
animatori-
scher Amphibolien und Fähigkeiten angewendet, als überall und jederzeit
einsetzbar.
Sie sind beliebt und als Methode besonders geeignet, Vertrauen auf- und
Unsicherhei-
ten abzubauen.
Animation und Kommunikationsübungen erwiesen sich in ihrer spielerischen
Form (und
in der Vorbereitung und Umsetzung durch Jugendliche selbst
[Jugendinitiative]) als
nützlicher Ausgleich zu den "Projekten" [die allerdings i. d. R. selbst
einen kommunika-
tiven und animatorischen Anspruch haben] und motivierten zur direkten und
unmittel-
baren Beziehung zu anderen. Die urban-social gGmbH empfindet es als
besonders
wichtig, dass sich das Kennenlernen im Spiel vor allem in der eigentlichen
Deskription
zwischen Jugendlichen selbst - entgegen jeder Bevormundung und dem "Bemühen"
des "Erwachsenen" - vollzieht.
Hervorzuheben ist in der Bezugnahme auf die Anwendung bei dieser Begegnung
be-
währter Methoden besonders das Toleranz- und Akzeptanzspiel in der Form der
Erar-
beitung von Stimmungs-/Meinungsbildern für Gruppenpräsentationen zu
Vorurteilen und
Klischees "der Polen" über "die Deutschen" und "der Deutschen" über "die
Polen". Im
Ergebnis der Präsentationen kam es zu lebhaften aber - man kannte sich ja
schon –
lockeren Diskussionen um Meinungen oder Vorurteile (z. B. "die Polen machen
Sex
ohne Kondom", "die Deutschen machen Sex auch ohne Liebe", "die Polen sind
katho-
lisch und intolerant", "die Deutschen leben freier und sind offener", "die
Polen klauen
mehr", "die Deutschen trinken Bier und haben dicke Bäuche", "die Polen
arbeiten für
wenig Geld", "die Deutschen arbeiten nicht gern", "die Polen haben schlechte
Stras-
sen", "die Deutschen lieben Fastfood". "die Polen imitieren Markenartikel",
"viele Deut-
sche sind sehr offen schwul oder lesbisch" ... etc.).
Gemeinsames Kochen zum Nationalitätenabend
Deutsch-Polnisches Liedprogramm zum Nationalitätenabend
In den anschließenden Diskussionen bemerkten jedoch die polnischen
Jugendlichen
vom OHP wie auch die Mädchen und Jungen aus Marzahn-Hellersdorf, dass sie in
ihren Stärken und Schwächen "eigentlich alle gleich" seien.
Besonders
wichtig erschien
dieses Fazit auch aus der Sicht der Teilnahme von Berliner Jugendlichen mit ost- bzw.
südosteuropäischem Migrationshintergrund.
Dem Leitungsteam gefiel besonders die Initiative der Jugendlichen selbst. Es
erwies
sich wiederholt dass es günstig, wichtig und richtig ist, detaillierte
Programme festzu-
schreiben, vorzubereiten und langfristig zu diskutieren, andererseits aber
eine ent-
sprechende Flexibilität für mögliche, sich aus der Initiative in der
Situation ergebende
Änderungen, Ergänzungen oder Präzisierungen offen zu halten. Im Falle der
kurzfristi-
gen Absage des französischen Partners erwies es sich für die urban-social
gGmbH
als vorteilhaft, eine Gruppe ehrenamtlich aktiver deutscher Jugendlicher,
die sich in der
Jugendinitiative "Pro-social" engagieren, zur Seite zu haben. Sie verstanden
es, sich
unkompliziert auf die neue Situation einzustellen und einzelne
Programminhalte auf
den nunmehr bilateralen Charakter der Begegnung zu beziehen (erwies sich z.
B. als
notwendig für die Gestaltung von Kommunikations- und Animationsspiele sowie
für die
Neukonzeption von "Projekten im Projekt" [z. B. Schwarzes Theater]).
Besonders hervorzuheben ist das solidarische Miteinander in der gemeinsamen
Aktion
im Tagesablauf "eine(r) für alle, alle für eine(n)". Es gab keine
künstlich, aus der Situa-
tion heraus errichteten Barrieren". Die Jugendlichen ließen sich nicht nur
sehr einfach
begeistern und motivieren, sie zeigten sich auch bereit, neben Mitwirkung
und aktiver
Teilhabe eigene Initiative zu entwickeln.
Den Jugendlichen selbst gefiel vor allem die Programmatmosphäre und die
Möglichkeit,
sich selbst, in der Aktion "beweisen" zu können. Die Programminhalte
stellten für sie
keine Doktrin sondern eher eine verlässliche Orientierung zur Ausrichtung im
Tagesab-
lauf dar.
Geschichtsexkurs
Parkfriedhof Marzahn. Fotos: Denkmal für die europäischen Opfer
faschistischer
Zwangsarbeit. Ehrung am Gedenkstein für junge polnische Zwangsarbeiterinnen.
Die Maßnahme hatte auf beide Gruppen - hier vor allem auch in Anbetracht der
Hinter-
gründe der Jugendlichen - positive Auswirkungen. Es wäre fatal gewesen wenn
diese
Jugendbegegnung, insbesondere auch im Zusammenhang mit dem fortgeschrittenen
Stand der Vorbereitung durch die Jugendlichen selbst, auf Grund der Absage
durch den
französischen Träger nicht stattgefunden hätte.
Mit der Entscheidung durch das DPJW, die Förderung der Begegnung im
bilateralen
Treffen zwischen deutschen und polnischen Jugendlichen zu übernehmen, hat es
ganz
entscheidend an Ansehen (vor allem auch bei den Mädchen und Jungen der
Jugend-
initiative des Hauses "Pro-social") gewonnen.
Die Jugendlichen lernten in dieser Begegnung sehr viel, sie näherten sich an
und
schlossen Freundschaft (eine wichtige Kontakt- und Beziehungsebene außerhalb
des
OHP bzw. des relativ "eingeengten" Sozialraumes im Stadtteil Marzahn
NordWest).
Durch den Begegnungsverlauf konnten Vorurteile beseitigt (auch hinsichtlich
der Berli-
ner Jugendlichen mit überwiegend russischem Migrationshintergrund) und
innere Kon-
flikte (die in der Begegnung nur sehr schwer wahrnehmbar waren) abgebaut
werden.
Im Ergebnis der Maßnahme besteht von Seiten der Jugendlichen der dringende
Bedarf
einer Weiterführung des Projektes.
Die Begegnungsauswertung erfolgte offensiv, in der Methode des
Erfahrungsaustau-
sches und des Frage- und Antwortspiels in der zufälligen Auswahl durch die
Teilneh-
mer/innen selbst (bei Einbeziehung der Jugendinitiative des Hauses "Pro-social").
Somit gestaltete sich die Auswertung zu einer spielerischen Feedback-Runde.
Da die
abschließende Auswertung am Abreisetag stattfand entfiel einerseits jeder
Erwartungs-
druck auf ein nachfolgendes Tagesprogramm, andererseits stand sie unter dem
Ein-
druck einer erlebnisreichen Begegnung, die das Ende schwer verkraften ließ
(bei den
deutschen wie bei den polnischen Jugendlichen).
Es gehört bereits zur "Tradition" der Begegnungsauswertung, allen
Teilnehmer/innen
mit dem Abschluss ein Zertifikat und ein bedrucktes T-Shirt (in seiner
direkt die Begeg-
nung betreffenden Gestaltung mit eigens entwickeltem Logo und der Benennung
der
Maßnahme) und den Gruppen ein eigens gestaltetes Plakat im Format DIN A0 (Retro-
spektive der Begegnung in Bild und Wort) zu überreichen.
Kreativ: Kunstprojekt. Unten: Kommunikations-Party.

Die urban-social gGmbH erhielt, insbesondere von den ehrenamtlich in der
Jugendini-
tiative des Hauses "Pro-social" mitwirkenden Mädchen und Jungen aus Marzahn-
Hellersdorf, inhaltliche und organisatorische Unterstützung. Über diese
Gruppe und in
der Kooperation und Zusammenarbeit mit kommunalen Einrichtungen, Freien
Trägern
der Jugendarbeit und Vereinen konnten wesentliche Fragen der Projektarbeit
realisiert
bzw. fachlich methodisch sichergestellt werden.
Plakat zur Begegnung (reduziert auf DIN A4 [als *.jpg])
Hans-Jörg Muhs
urban-social gGmbH |
|











gemeinnützige
Wohnheimgesellschaft mbH
Blumberger Damm 12/14
12683 Berlin
Geschäftsführung:
Dr. Jürgen Koch
Telefon: 030 / 56 29 26-0
Fax: 030 / 56 29 26 20
e-mail: info@pro-social.de

barrierefrei
|
|