urban-social gGmbH
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Deutsch-Polnisch-Weißrussische Jugendbegegnung
"1 (innovativ) + 1 (kreativ) = 3 (trilateral)"

29. Oktober - 06. November 2009







Mit der langfristigen Ausrichtung der urban-social gGmbH und des Europabüros der
Stadtverwaltung Tychy auf europäisch verbindende und gemeinsam akzentuierte
Schwerpunkte in der inhaltlichen Orientierung auf das „Europäische Jahr der Kreativität
und Innovation“ kam es bereits zur Deutsch-Polnisch-Weißrussischen Multiplikator/in-
nen- Begegnung der urban-social gGmbH in 2008 als auch im nachfolgenden Dialog
zu den Vorhaben im Jugendaustausch in 2009 zu ersten Absprachen einer trilateralen
Begegnung “1 (kreativ) + 1 (innovativ) = 3 (trilateral)“.

Die Leitungsteams nutzten Möglichkeiten der gemeinsamen Diskussion inhaltlicher
Überlegungen, die sich insbesondere auf die Einordnung und Ausrichtung der Maßnah-
me in das Gesamtkonzept von Initiativen und Aktionen im Kontext interkulturellen
Lernens konzentrierten. Bisherigen Erfahrungen in der Nachhaltigkeit der Anwendung
von Best-Practice-Methodik und entsprechenden Ansätzen, Intentionen sowie Ange-
boten der Jugendinitiative des Hauses „Pro-social“ folgend, konzentrierte sich die ur-
ban-social gGmbH in partnerschaftlicher Absprache vor allem auf Programminhalte,
die sich konkret auf das „Projekt im Projekt“ richteten und deutlich auf die interkultu-
relle, -disziplinäre und –kommunikative Aktion im Begegnungsverlauf bezogen.

Im Programm sollten sich die Mädchen und Jungen verstehen- und kennen lernen,
Vorurteile abbauen, dauerhafte Freundschaften entwickeln und sich im Kontext demo-
kratischer und bürgerschaftlicher Aktion und in der Wahrnehmung gemeinsamer und
individueller kultureller und politischer europäischer Identität, näher kommen.




Gespräche, Danksagung und Kennenlern-Party zum Beginn der Deutsch-Polnisch-Weißrussischen
Jugendbegegnung. Herzlicher Empfang für Petra Wermke, Vorsteherin der Bezirksverordnetenversamm-
lung Marzahn-Hellersdorf von Berlin und Vorsitzende des Marzahn-Hellersdorfer Städtepartner-
schaftsvereins e. V.



Die Leitungsteams nutzten entsprechende Möglichkeiten der Absprache und inhaltli-
chen Programmkoordination bei vorausgehenden partnerschaftlichen Treffen (Berlin:
Ende September/Anfang Oktober 2009 [Deutsch-Polnisch-Weißrussische Multiplika-
tor/innen-Begegnung]; Tychy: zur Jugendbegegnung im Juni 2009; Minsk: Treffen im
September 2009).
Da die Partner aus Marzahn-Hellersdorf, Tychy und Minsk bereits über mehrere Jahre
im Austausch sind und in der Realisierung von Jugendprojekten zusammenarbeiten,
sich also verlässlich kennen und vertrauen, besteht eine durchaus konstante Verstän-
digungslinie, die durch eine ununterbrochene Kommunikation bei der Suche nach ge-
meinsamen Lösungen, gekennzeichnet ist.




Jederzeit, immer und zu jeder Gelegenheit: Kommunikations- und Animationsspiele





Die konkrete, an den Richtlinien des DPJW ausgerichtete inhaltliche Konzeption und
das durch die Leitungsteams diskutierte und bestätigte Begegnungsprogramm waren
letztlich auch entsprechende Voraussetzung für die relativ unkomplizierte Erteilung
kostenfreier Visa für die Teilnehmer/innen durch die Deutsche Botschaft in Minsk.

Für die Leitungsteams gab es zu keiner Zeit und in keiner Situation Zweifel an den
inhaltlichen Schwerpunkten des Begegnungsprogramms. Hier konnten letztlich auch
die Diskussionen mit den Teilnehmer/innen in Vorbereitung auf die geplante Maßnah-
me ansetzen. Über die Positionierung zum eigenen Anteil im Aktionsfeld der Teilneh-
mer/innen gelang es, der Begegnung vorausgehende Kontakte per Mail, Chat oder bei
Nutzung sozialer Networks herzustellen und Erwartungen an das Programm zu artiku-
lieren. So erscheint es als durchaus plausibel, dass bestimmte Vorstellungen zum
Begegnungsverlauf mit der Absicht von Mädchen und Jungen verbunden waren, selbst
in irgendeiner Form aktiv zu werden, eigene Ambitionen in Teile des Programms ein-
zubringen und sich in Fragestellungen auf weitere Möglichkeiten des kommunikativen
und vor allem animatorischen Miteinander zu verständigen. Die Jugendinitiative des
Hauses „Pro-social“ regte in diesem Zusammenhang kurzfristige Veränderungen in der
Programmgestaltung an und erwies sich in dem Bestreben, das innovative und kreative
Moment noch stärker mit dem Erlebnis von Spiel und Aktion zu verbinden, als durch-
aus flexibel.
Bereits in der Ideenfindung und in der Koordination durch die Leitungsteams wurde der
Grundsatz artikuliert, praktische Partizipation in der täglichen Kommunikation erlebbar
zu machen und hierbei die Eigeninitiative des(r) Einzelnen durch Interaktion und eige-
nen Anspruch an Innovation, zu fordern und zu fördern.

Die urban-social gGmbH wie der polnische und weißrussische Partner sahen in der
langfristigen und kontinuierlichen Vorbereitung, insbesondere der Einflussnahme auf die
Programmgestaltung und in der Wahrnehmung eigener Verantwortung durch das
Leitungsteam und die Jugendlichen eine wesentliche Voraussetzung der Identifizierung
mit Charakter, Inhalt und Form des Austausches. Als besonders sinnvoll erwies sich
die Diskussion um die Möglichkeit, informelle Bildung und non-verbales Lernen bei der
Gestaltung einzelner Programm-Bausteine und in der Methode zu berücksichtigen und
hierbei verstärkt auf Partizipation und Eigenbeteiligung der Teilnehmer/innen zu setzen.
Insbesondere in genanntem Zusammenhang gestalteten sich bestimmte Maßnahmen,
die auf Kommunikation und Animation im Kontext interkultureller Aktion setzten, als
besonders wichtig (z. B.: „Im Blick: 2010: ´Europäisches Jahr des Kampfes gegen
Armut und soziale Ausgrenzung´. Afrikaabend mit Quiz, Kaffeezeremonie, äthiopischer
Küche, Präsentationen und afrikanischer Tanzanimation).

 

Berlin-Citytour mit dem Schwerpunkt „20 Jahre Mauerfall“


Mit der inhaltlichen Themen- und Zielsetzung der Jugendbegegnung wurden die Begeg-
nungskriterien in der Abhängigkeit der Nachhaltigkeit von Erlebnis und Erkenntnis im
Detail der konkreten Planung und in Abhängigkeit der Programminhalte festgelegt.

Grundsätzlich wurde von der konkreten Modifizierung des Anspruchs an die Inhalte der
Maßnahme (Partizipation und pädagogischer Ansatz/interkulturelles Lernen) ausge-
gangen und die Programmdeterminanten sowie das auf Kommunikation, Information,
Kreativität und Innovation ausgerichtete erlebbare Moment (z. B. Anerkennung von Pro-
jektarbeit als einer Methode, in der allen Beteiligten ein Höchstmaß an Selbstverwirk-
lichung/-darstellung sowie Mitwirkungsbereitschaft und Eigeninitiative abverlangt wird),
diskutiert.

Mit dem prinzipiellen Mitsprache-Recht der Jugendlichen in der Vorbereitung (bei Vor-
behalt und Konsens der durchgängig, auf das Thema der Begegnung abzielenden in-
haltlichen Strukturierung des Programms) gelang es letztlich auch gut, den Begeg-
nungsalltag entsprechend der Gesamtausrichtung zu organisieren. So mussten ledig-
lich witterungsbedingt kurzfristige Änderungen im Programm vorgenommen werden.

Die eigentliche Teamkonstellation löste sich sehr schnell zugunsten einer impulsiven,
gemischten Gruppendynamik auf. Die Programmaktion lebte vom Tagesrhythmus, vom
Erlebnis und von der Initiative.




Besuch und Führung im Deutschen Bundesrat mit Europäischem Demokratiespiel.




Der partizipativen Ausrichtung des Programms für die Teilnehmer/innen wurde, insbe-
sondere durch die gezielte Methode im Tagesablauf (das Erleben und die Erkenntnis
im Austausch – die praktische Einheit in der Vielfalt – dem Sprachgebrauch in seiner
sozial-interaktiven Relevanz für die Einheit von Dissens und Konsens [praktische Sem-
antik]) - der sich mit der Aktion ergebende inhaltliche Konzentration auf das kognitive
und voluntative Moment - das sich auf die kreative Umsetzung von Erlebnis und Er-
kenntnis über die Forcierung von Dialogbereitschaft in Abhängigkeit zu einem, aus der
Situation heraus entstehenden Verständnis füreinander - dem spielerisch-kommunika-
tiven Umgang miteinander [interkulturelles Lernen] und dem Teamwork im Projektde-
tail, im Zusammenhang von gemeinsamer Aktion und individuellem Anspruch, ent-
sprochen.

Die Maßnahmen und Projekte (Projekt im Projekt) im Programm setzten bewusst auf
die kollektive Teilhabe und waren in der Regel auch nur in der Gruppe realisierbar.
Hiervon gingen die individuellen Wirkungen und Wahrnehmungen für die/den Einzelne/n
im Ganzen aus.
Die Gruppen einigte, mittels eigener Aktivität, selbst regulierter Initiative und kreativer
Aktion eine akzeptable Form interkultureller Bildung und Bindung zu finden, die letzt-
lich integrierend und mobilisierend wirkt.


         
 

Kreativprojekt: „Ich bin mein eigenes Kunstwerk“.


Besondere Bedeutung kam im Begegnungsverlauf der Anwendung von Methoden zu,
die geeignet waren, Inhalte zu transportieren, das Kennenlernen zu erleichtern, eigene
Positionen zu beziehen, ein tragfähiges Kommunikationsfeld aufzubauen, interaktive
Nähe, Offenheit und Transparenz zu befördern sowie Kontakte und Freundschaften zu
festigen. Hierbei nutzte die urban-social gGmbH vor allem das transdiziplinäre, zu-
sammenführende und in seinem Ausgang meist offene, offensive und anmiatorische
Spiel sowie die interkulturelle Aktion in der Gruppe.
Die urban-social gGmbH nutzte hierbei besonders die Aufgeschlossenheit und die Er-
fahrungen von Mädchen und Jungen der Jugendinitiative des Hauses „Pro-social“.
Sie brachten sich mit eigener Aktion und ihrem Spiele-Pool in die methodische Gestal-
tung der Begegnung ein.

Wesentliche Komponente des vorzubereitenden Begegnungsverlaufs war der gemein-
same Ansatz, mittels kollektiver Interessiertheit und individuellen Anspruchs an die
Programmgestaltung, einen möglichst ununterbrochenen Kreislauf von → Idee ↔ Initia-
tive ↔ Erlebnis ↔ Partizipation ←, von Input und Output, zu schaffen.

Die Partizipation der Jugendlichen an Vorbereitung, Durchführung und Auswertung er-
folgte mit ihrer direkten und unmittelbaren Einbeziehung/Entscheidungsfindung in die
Begegnung, ihrer „Rolle“ als eigentliche Akteure (eigener Anspruch an Teamarbeit,
Kommunikationsfähigkeit, Konfliktbewältigung …).


 

Links: Toleranztraining im Taekwondo mit dem Vizepräsidenten des Berliner Taekwondo-Verbandes,
Fred Gierschner. Rechts: Gespräch und Diskussion mit Ricardo Taschke zu Rechtsextremismus und
Nationalismus in Europa.


Eine wichtige Funktion kam der Bedeutung von Kommunikation und Animation zur
Überwindung möglicher Distanz und der Motivation zur Gemeinsamkeit zu. Hier be-
währte sich das Kennenlern-, Kommunikations-, Animations-, Vertrauens-, Rollen- und
Demokratiespiel, dass spielerische Quiz und das Toleranztraining sowohl im indivi-
duellen Part als auch in gemischter Team- und -konstellation. Mit der gemeinsamen
Aktion im Begegnungsverlauf wuchs auch der Anspruch an das Kommunikationsspiel
(von der "einfachen" Kommunikation zur Animation [in der Aufforderung etwas für/mit
den anderen zu tun, die Symbiose von Sprache und direkter Beziehung zum/r jeweils
Anderen [sehen, hören, fühlen]).

Alle Formen und Inhalte eingesetzter Methoden der Kommunikation, Animation, der
Präsentation, des Dialogs, des Gruppengesprächs und Erfahrungsaustausches wurden
gut angenommen und durch eigene Ideen von Teilnehmer/innen ergänzt. Für den Ein-
satz entsprechender Methoden boten sich innerhalb der geplanten Programmmaßnah-
men genügend Möglichkeiten (in der direkten Veranstaltungsform [Kennenlern-Party,
Stadtrallye in gemischten Kleingruppen, Demokratie-[Parlaments]-Spiel, Spiel-Spaß
zum Nationalitätenabend, Quiz und Tanz-Animation sowie Kaffee-Zeremonie mit Ge-
sprächen und Präsentation zum Afrika-Abend, Diskussion zu „doof als Droge“ im Ber-
liner Hanfmuseum, HipHop-Abend mit Spielspaß im Alpha-Haus der Spielplatzinitiati-
ve etc.). Die Mädchen und Jungen der Jugendinitiative des Hauses „Pro-social“ nutz-
ten außerhalb des Programmablaufs weitere Gegebenheiten zum interaktiven Aktions-
spiel (unkompliziertes Spiel „aus der Bewegung heraus“).

Der Förderung von Selbstmotivation, Eigeninitiative und Impulsen der Jugendlichen galt
zusätzlich große Aufmerksamkeit. So wurden rechtzeitig Aufträge zur Vorbereitung und
Realisierung von Aktionen vergeben, Anregungen hierzu diskutiert und Schlussfolgerun-
gen erarbeitet. In der Motivation „zur Sache“ und der inhaltlichen und methodischen Re-
flexion des Gesamtanliegens der Begegnung, gelang es dem Leitungsteam gut, mobi-
lisierend, und als Teil der übergreifenden Gruppendynamik, zu handeln.

Als wesentlichstes Kriterium der Begegnung erwies sich – auch hinsichtlich von Pro-
grammpräzisierungen und –abläufen, der ununterbrochene zwischenmenschliche Kon-
takt der Jugendlichen untereinander, die Überwindung von Vorurteilen, der Abbau
sprachlicher Barrieren sowie das partizipative Moment im bewussten Erleben des als
beeinflussbar geltenden Tagesgeschehens. Dem zugeordneten als auch improvisatori-
schen Projektimpuls und - im Kontext des täglichen gemeinsamen Erlebens, dem Dia-
log, der Methode der Vermittlung von Wahrnehmung, Erkenntnis und Wertung (euro-
päische Dimension jugendspezifischer Gemeinsamkeiten [innovative Auseinanderset-
zung mit der Umwelt/dem Umfeld/mit, dem(r) Lebensidentität/Kultur] des(r) jeweils An-
deren) - kam im Programm entsprechende Bedeutung zu.


 

HipHop-Abend im Alpha-Haus mit anschl. Spielspaß


Die urban-social gGmbH verstand es gut, in Absprache mit dem polnischen und weiß-
russischen Partner und bei Einbeziehung der Jugendinitiative "Jede® anders, alle
gleich" des Hauses "Pro-social", die Erwartungen der Mädchen und Jungen mit den
zusätzlichen Themen Toleranz und Akzeptanz zu verbinden und auf Aktionsbereiche
zu fokussieren, die sie in Spaß und Unterhaltung zusammenbrachten.

Besondere Nachhaltigkeit ging von Veranstaltungen und Maßnahmen aus, die sich mit
problematischen Syndromen und negativen Ideologien, europäischen rechtsextremisti-
schen Strömungen und Erscheinungsformen auseinandersetzten (Gespräch und Dis-
kussion mit dem Experten Ricardo Paschke [bezirkliche Koordination gegen demokra-
tiegefährdende Phänomene] zu Rechtsextremismus und Nationalismus). Hier wurde
sich z. B. durch polnische Jugendliche von der Persönlichkeit der „in Deutschland
anerkannten so genannten `Menschenrechtspolitikerin der Konservativen´, Erika Stein-
bach“, mit dem Vorwurf nationalistischer und revanchistischer Positionen gegen Polen
distanziert. Als interessant erwies sich hier, dass Erika Steinbach den teilnehmenden
deutschen Jugendlichen kein Begriff ist.
Im Weiteren fanden auch Veranstaltungen, Gespräche und Diskussionen entsprechen-
den Zuspruch, die sich auf tendenzielle und jugendgefährdende Themen bezogen (Dis-
kussion im Berliner Hanfmuseum „… doof als Droge. Kulturpflanze Hanf“, Gespräch und
Diskussion mit dem Präventionsbeauftragten des Polizeiabschnitts 62, Hauptkommis-
sar Gerd Boussel, zu „Jugendgewalt und –kriminalität“).




Im Gespräch mit dem Präventionsbeauftragten des Polizeiabschnitt 62,
Hauptkommissar Boussel.





Anteil an der Entwicklung zur Gemeinsamkeit kam Programmaktionen zu, die auf Ei-
gendynamik setzten und die Begegnung in der Gesamtheit seiner Teilnehmer/innen,
die einzelnen Teams, die gemischte Gruppen oder den/die Einzelne/n bewusst heraus-
forderten (Stadtrallye - ein vorbereitetes Stadtspiel in gemischten Kleingruppen mit dem
Ziel, mittels vorgegebener Koordinaten [fotografische Details] und über Kontaktaufnah-
men zu Unbeteiligten sowie Eigeninitiative und -konzeptionelles Handeln bestimmte Aufgaben in Berlin zu erfüllen und darüber berichten/präsentieren zu können).

Die Deutsch-Polnisch-Weißrussische Jugendbegegnung erfüllte in der Gesamtheit sei-
ner Programm-Bausteine die Erwartungen der Jugendlichen und trug wesentlich dazu
bei, Freundschaften zu begünstigen und im Kontext der Gemeinsamkeit zu neuen und
partnerschaftlich akzentuierten (An-)sichten zu kommen.

Das Programm wechselte in seinem Anspruch an die Jugendlichen hinsichtlich der
Bereitschaft zur Übernahme von eigener Verantwortung und Initiative im Team (z. B. im
Kunstprojekt „Kreativ: ich bin mein eigenes Kunstwerk“; Vorbereitung und Gestaltung
des Nationalitätenabends; Stadtrallye; …) und der Motivation im Kontext interkulturel-
len Lernens in vorbereiteten Veranstaltungsformen (die in ihrem Interessenbezug und
ihre Nachhaltigkeit auf Mitwirkung und Teilhabe der Mädchen und Jungen angewiesen
waren [Gespräche, Diskussionsforen und -spiele, Toleranztraining im Taekwondo, Afri-
kanischer Abend …]).

Als Akteure der Jugendbegegnung erwiesen sich die Jugendlichen selbst. Sie partizi-
pierten im gemeinsamen Erlebnis wie in der individuellen Einflussnahme auf die Reali-
sierung des Programms, emanzipierten sich durch bewusste Übernahme von Aufgaben
innerhalb der Gruppen.

Die Jugendbegegnung hatte den zusätzlichen Anspruch, Wissen über den jeweiligen
Partner (aus Marzahn-Hellersdorf, aus Tychy und aus Minsk), dessen Geschichte,
Politik und Kultur, zu vermitteln und darüber hinaus die Sicht auf multikulturelle Themen
entsprechend der Gegebenheiten in Berlin und Marzahn-Hellersdorf zu erweitern.
Dieser Zielsetzung ist die Begegnung gut gerecht geworden.

 

Denkmäler für die Opfer des Faschismus auf dem Parkfriedhof Marzahn.
Ehrung der Opfer faschistischer Zwangsarbeit an der Gedenkstele für europäische Zwangsar-
beiter/innen.



Kultur, Präsentationen und jede Menge Spaß beim Nationalitätenabend

 


Als besonders wichtig erwiesen sich in diesem Zusammenhang der Besuch von Ge-
denkstätten für die Opfer faschistischer Zwangsarbeit (Blumenniederlegung an der Ste-
le für europäische Zwangsarbeiter/innen und am Gedenkstein für 20 junge polnische
Zwangsarbeiterinnen), für die in Auschwitz ermordeten Sinti und Roma des ehemaligen
faschistischen „Zigeuner-Rastplatzes“ Marzahn, für die ermordeten deutschen Antifa-
schist/innen und für die in der Befreiungsoffensive auf Berlin gefallenen Soldaten der
1. Belorussischen Front sowie im Weiteren der Besuch der „Gärten der Welt“ (Mar-
zahn) in seiner Multikulturalität und die Nutzung der Möglichkeit, mit der Vorsteherin
der Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf von Berlin und Vorsitzenden
des Marzahn-Hellersdorfer Städtepartnerschaftsvereins, Petra Wermke, zur Eröffnung
der Begegnung und zu deren Abschluss, über den Bezirk, seine Jugendpolitik und sei-
ne Partnerschaften ins Gespräch zu kommen.

Überhaupt zeigte sich Petra Wermke im Gespräch mit den Jugendlichen sehr interes-
siert am Verlauf und an den Ergebnissen der Deutsch-Polnisch-Weißrussischen Ju-
gendbegegnung und dankte hier insbesondere der Jugendinitiative des Hauses „Pro-so-
cial“ sowie den Gästen aus Tychy und Minsk.

Die mit dem Begegnungsinhalt gleichsam verbundene Toleranzidee fand seine Umset-
zung natürlich zuallererst im Alltagsverhalten und im umgänglichen Miteinander.
Die Jugendlichen fühlten sich aufeinander angewiesen. Dieses Gefühl wurde durch die
abgestimmte Programmkoordination und Maßnahmen, die das Gemeinsame im Einzel-
nen/Individuellen erforderten, bestärkt.


 

“Diese Welt ist eine Welt ...” (in der Vorbereitung und Regie von Dr. Sufian Weise).
Im Blick: “2010 - Europäisches Jahr der Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung”
... mit Gruppenspielen, Afrika-Quiz, äthiopischem Essen, Kaffeezeremonie und Gruppenanimation
zum afrikanischen Tanz ... 

   


Im abschließenden Feedback am Abreisetag verwiesen die Mädchen und Jungen auf
die Bedeutung von Begegnungen in der Art und Weise des praktizierten Treffens.
Sie schätzten ein, dass von ihr Impulse für Freundschaften und bleibende Kontakte und
nachhaltige Erinnerungen ausgehen.

Sowohl die „offizielle“ Abschlussveranstaltung als auch das Feedback zur Jugendbe-
gegnung am Abreisetag verbanden sich, mit dem Dank an das Deutsch-Polnische Ju-
gendwerk und die urban-social gGmbH mit dem Wunsch auf eine weitere Intensivierung
partnerschaftlicher Begegnungen Jugendlicher sowohl in Marzahn-Hellersdorf als auch
in Tychy und Minsk. Es wurde deutlich, dass sich mit der Begegnung untereinander
Sympathien entwickelten und es zu neuen Sichten auf die Beziehungen und Emotio-
nen Jugendlicher zur natürlichen Umwelt und zum gesellschaftlichen Umfeld, zu einem
Denken in den Dimensionen eines „Europa der Jugend und des Miteinander“ kam.

Die Mädchen und Jungen begriffen sich zunehmend als junge Europäer/innen in der
Vielfalt und Summe gemeinsamer Interessen, Fähig- und Fertigkeiten.

Die Begegnung hat gezeigt, dass es gut, wichtig und richtig ist, bei den Jugendlichen
selbst ein Höchstmaß an eigener Initiative zu fordern und zu fördern, sie unmittelbar in
die Gestaltung der Programmsegmente einzubeziehen und sie in ihren Aktionen zu
ermutigen und zu akzeptieren.

Das Programm fand in seiner Ausrichtung und seinem insgesamt interdisziplinären
Rahmen die volle Aufmerksamkeit und Akzeptanz der Jugendlichen. Die Hervorhebung
einzelner Maßnahmen kann sich letztlich nur auf das abschließende Feedback bezie-
hen, in dem sich die Jugendlichen am Abreisetag auf einen überschaubaren Aktions-
kreis bei Würdigung der Gesamtmaßnahme konzentrierten. Besondere Hinwendung
fanden hier Programmteile, die in ihren Formen und Methoden auf das kreative und
innovative Potential der Teilnehmer/innen ausgerichtet waren, Eigeninitiative erforderten
und Motivationsschub bedeuteten.

Die Begegnung fand mit der Würdigung der Unterstützung durch das Deutsch-Polni-
sche Jugendwerk entsprechende Anerkennung durch die Erstellung eines Plakates
(Darstellung der Jugendbegegnung in Wort und Bild), das den Gruppen aus Tychy und
Minsk sowie der Jugendinitiative zum Zwecke der Öffentlichkeitsarbeit übergeben wur-
de, und durch Veröffentlichungen auf den Internetseiten der urban-social gGmbH seine
Auswertung. Zusätzlich hier erfolgte eine Pressemitteilung und erhielten alle Teilneh-
mer/innen ein T-Shirt mit einem eigens für diese Begegnung entwickelten Druck.





Hans-Jörg Muhs
urban-social gGmbH

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