 

Zweites Survival-Camp mit dem
polnischen Partner vom OHP Zary.
Polnisch-Deutsche Jugendbegegnung im Wald von Świbna.
24.06. bis 01.07.2009
Zunächst einmal war da
viel Wald, ein Hauptgebäude, Gruppenunterkünfte in Holz-
häusern, ein Sportplatz und …, wie es sich für Wald gehört: Bäume, Bäume,
Bäume.
Ideal also für ein Survival-Camp, nun schon in der Wiederholung zum Vorjahr.
Vorweggenommen: es gab viele Tränen zum Abschied.
Es war nicht schwer, eine Gruppe Jugendlicher aus Marzahn-Hellersdorf zu
finden,
die sich erstmalig oder nun schon zum zweiten Mal, gemeinsam mit den
Freunden
vom OHP Zary, in das Abenteuer Survival mitten im Swibna´er Wald, begeben
wollte.
Die meisten kannten sich schon aus Berlin und vom Zelten beim OHP im Vorjahr.
Es entsprach durchaus den Erwartungen, dass sich die Mädchen und Jungen
weni-
ger an gewohnten Standards städtischen Lebens als vielmehr an den Aufgaben
im
niedrigschwelligen "Überlebenstraining" erproben wollten und so in die
Situation
unbedingten gegenseitigen Vertrauens gerieten. Hier erwies sich auch die
beste
Gelegenheit für den Abbau eventueller Vorurteile und für die Entstehung und
Festi-
gung von nachwirkenden Freundschaften und solidarischem Miteinander.
Die Partner vom OHP Lubuskie und der urban-social gGmbH verständigten sich
be-
reits langfristig auf eine inhaltliche Ausrichtung der Jugendbegegnung, die
sowohl
die Verständigungsbereitschaft der Mädchen und Jungen fördert, neue
Freundschaf-
ten hervorbringt und bestehende Kontakte weiter festigt.
Durch den jederzeit engen Kontakt der Zusammenarbeit mit der
Partnerorganisation
vom Ochotniczych Hufców Pracy Lubuskie und Zary sowie bereits vorhandener
Be-
ziehungen zwischen einzelnen Jugendlichen ließ sich in den Phasen des
Kennen-
lernens keine besondere Hemmschwelle mehr erkennen.
Die
Mädchen und Jungen partizipierten bereits in der Anfangssituation der Begeg-
nung von den Programminhalten und nutzen sowohl die natürlichen
Gegebenheiten
des Standortes als auch die eigentliche inhaltliche Zielbestimmung des
Projekts,
unter den Bedingungen von Anspannung und Anpassung gemeinsame Erfahrungen
zu sammeln.
Die Erlebnisse der Gruppen gestalteten sich neben der eigentlichen Aktion im
Sur-
vival sehr vielfältig und schlossen den Dialog und Erfahrungsaustausch
ebenso ein
wie kulturelle Veranstaltungen, den sportlichen Leistungsvergleich,
Exkursionen und
Erkundungen sowie Spiel und Spaß.
Die
Mädchen und Jungen brachten sich mit Eigeninitiative und in gegenseitiger
Unter-
stützung in den Programmverlauf ein.
Es ist gut gelungen, die Jugendlichen auf die Begegnung vorzubereiten, ihnen
selbst
Verantwortung zu übertragen und ihnen zu vermitteln, dass der Erfolg der
Begegnung
nur in den Zusammenhängen der eigenen Bezugnahme und Mitwirkungsbereitschaft
zum Programm gemessen werden kann.
Besonders hervorzuheben ist die Gruppendynamik in der Vermischung der Teams
und die unkomplizierte Integration durch Gemeinschaftssinn und Freundschaft.
Interessant ist, dass sich mit der sofortigen Integration auch der
Leistungsanspruch
der Jugendlichen in der Wirkung von Eigeninitiative und im physischen und
psychi-
schen Segment der Aktionsbereitschaft, verstärkte.
Die
Erwartungen, sowohl der urban-social gGmbH als auch der Teilnehmer/innen,
wurden erfüllt.
Die Mädchen und Jungen würdigten im Nachhinein das Mitspracherecht in den
Entscheidungen zum Programmdetail und zur konkreten Situation.
Das Leitungsteam - insbesondere die Leiterin des OHP Zary - schätze im
Feedback
ein, dass die Jugendlichen sich in jedes Programmsegment einbrachten und
sich
sowohl in ihrer Individualität als auch im Zusammenhalt in der Durchmischung
der
Teams gut bewährten.
Die
Begegnung erwies sich in seinem Erfolg als die Summe von Einzelaktionen, die
entsprechend vorbereitet und mit dem Verlauf der Maßnahme systematisiert
wurden.
Für die deutsche Gruppe ist ein gefestigter Zusammenhalt spürbar, der sich
wiede-
rum positiv für die Arbeit in der Jugendinitiative des Hauses "Pro-social"
auswirkt.
In
Anbetracht der verstärkten Einbeziehung von Jugendlichen mit (vorwiegend
osteu-
ropäischem - hier vor allem russischem) Migrationshintergrund und im Wissen
um
den problematischen sozialen Hintergrund eines Teils der Mädchen und Jungen
aus
Marzahn-Hellersdorf, konnten mit der Begegnung Wirkungen analysiert werden,
die
z. B. über den Abbau von Vorurteilen zwischen deutschen und polnischen
Jugend-
lichen, hinausgehen. Letztlich wurde wiederum erreicht, dass die Integration
der
Jugendlichen - unabhängig sozialer Befindlichkeiten - bestens funktionierte.
Damit kommt den Begegnungen mit dem polnischen OHP in mehrfacher Hinsicht
eine besondere Bedeutung zu. Mit der Förderung solcher Begegnungen gewinnt
das
Deutsch-Polnischen-Jugendwerk an Bedeutung.
Die urban-social
gGmbH wurde inhaltlich und organisatorisch insbesondere durch
das OHP Lubuskie (hier durch den Beauftragten für internationale
Jugendarbeit,
Dawid Chodziński) unterstützt. Wichtige Unterstützung leistete die
Jugendinitiative
des Hauses "Pro-social".
Hans-Jörg Muhs
urban-social gGmbH |